Treffen zweier ziemlich besten Freunde

War was? Überraschend hat Donald Trump sich am gestrigen 1.Juli selbst zu einem Treffen mit Koreas Machthaber Kim Jong-Un eingeladen. Kim eilte auch sofort nach Panmunjeom.
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Was hat es gebracht?

Beide bekamen schöne Fotos, die zeigen, wie erstmals ein US Präsident die Grenze am 38. Breitengrad überschreitet, Hand in Hand mit seinem Freund Kim.

Kim helfen die Fotos, nach innen zu demonstrieren, dass er sich jederzeit mit dem mächtigsten Mann der Welt auf Augenhöhe treffen kann. Trump helfen die Fotos, zuhause zu demonstrieren, dass er die Lage in Korea unter Kontrolle hat, was man bei seinen vielen anderen Baustellen in der Weltpolitik nicht behaupten kann.

Trump betonte, dass es darum gehe, die nordkoreanischen Atomwaffen aus der Welt zu schaffen und er versprach Kim für diesen Fall, dass die nordkoreanische Bevölkerung sofort alle Annehmlichkeiten des kapitalistischen Konsums genießen würde. Es habe jedoch damit keine Eile. Kim könne aber jederzeit nach Washington kommen.

Trumps Vorgehen erinnert an die Konferenz in Bahrain vor einer Woche, wo Trumps Schwiegersohn Jared Kushner den Paläsinensern 50 Mr Dollar in Aussicht gestellt hatte, wenn diese auf ihre politischen Forderungen verzichten.

In der offiziellen nordkoreanischen Übersetzung des offiziellen nordkoreanischen Konferenzprotokolls der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA ins Englische werden die guten Beziehungen zwischen den beiden Staatsmännern hervorgehoben und dass es den beiden Freunden um die Abschaffung aller Atomwaffen auf der koreanischen Halbinsel gehe. Im nordkoreanischen Originaltext wird als oberster Zweck dieser Treffen hingegen mehrmals die koreanische Wiedervereinigung genannt.

Einige Tage vorher hatte Chinas Parteichef Xi Kim in Nordkorea besucht. Während beim Treffen mit Trump in Panmunjeom nur die beiden Außenminister zugegen waren, hatten Xi und Kim bei ihrem Treffen alles aufgeboten, was in der jeweiligen Regierung Rang und Namen hat. Offizieller Anlass des Treffens von Xi und Kim war der 70. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den beiden Volksrepubliken. Es wird aber bei den Gesprächen sicherlich auch um die Frage gegangen sein, wie es zwischen den USA und Nordkorea weitergehen soll und welche Unterstützung Kim von China erwarten kann, insbesondere bei der Umgehung der amerikanischen Wirtschafts-sanktionen. Ob Xi anschließend Trump zu dessen Stipvisite an der innerkoreanischen Grenze animiert hat, ist nicht bekannt.

Die Situation in Nordkorea ist ein betrübliches Beispiel, wie sich die politischen Prioritäten in verschiedenen Weltgegenden unterscheiden. Während bei uns die Schüler für eine energischere Bekämpfung des Klimawandels demonstrieren und sich wegen dieses Themas die politischen Kräfteverhältnisse verschieben, hat Kim in seiner Neujahrsansprache 2019 die Verbesserung der nordkoreanischen Stromversorgung als oberste wirtschaftliche Priorität ausgegeben. Dies soll erreicht werden durch maximale Ausweitung der nordkoreanischen Kohleförderung. Kohle ist der einzige Energieträger, über den Nordkorea in ausreichender Menge verfügt. Und wie sein Freund Trump über den Klimawandel denkt, ist ja hinlänglich bekannt.

22:06 02.07.2019
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Geschrieben von

Querlenker

Zu den Problemen unserer Zeit stelle ich funktionierende Lösungen vor, die aber aus Gründen der Konvention, der Moral oder Faulheit niemand anpackt.
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