Frank Linnhoff

Taugenichts im Ruhestand
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RE: Das war der Deal | 05.01.2019 | 12:33

Hier der Bericht eines von Staublunge Betroffenen: https://www.waz.de/waz-info/zu-frueh-erkrankt-id1873093.html

Auch hier ist von Elend die Rede.

RE: Das war der Deal | 05.01.2019 | 12:19

Warum sollte ich lügen? Ich habe in meinem Kommentar persönlich Erlebtes ausgedrückt. In der Strasse, in welcher ich aufwuchs, waren 4 winzige Mansardenwohnungen ohne Toilette, ohne Bad von kranken Bergleuten mit ihren Frauen und Kindern belegt. Von wegen auskömmliche Rente. Es reichte gerade zum Überleben. Hier ein Artikel über eine Doktorarbeit der Ruhruniversität Bochum zum Thema "Staublunge": https://news.rub.de/wissenschaft/2018-08-28-bergbau-diagnose-staublunge

RE: Das war der Deal | 04.01.2019 | 16:20

Sie scheinen zu den Palmströms zu gehören, nach dem Motto: "Weil", so schließt er messerscharf,"nicht sein kann, was nicht sein darf."

RE: Mit gelber Flagge nach Europa | 04.01.2019 | 10:39

Ich halte es für wenig wahrscheinlich, dass E. Macron vorzeitig seinen Posten als Präsident der Republik verlässt. Ob er nach Ablauf seiner Legislaturperiode wiedergewählt wird steht dagegen in den Sternen. Ich nehme an, dass er sich so wie seine Vorgänger hindurchlavieren wird. Interessanterweise sagte er in seiner Neujahrsansprache, dass das Zeitalter der strammen neoliberalen Politik zu ende sei.

RE: Das war der Deal | 04.01.2019 | 10:26

Ich nehme an, dass die Teilnehmer bei diesen festiven Gelegenheiten sich nicht daran erinnern, dass viele Kumpel schon mit 45 Jahren an Silikose (Staublunge) erkrankt waren, und röchelnd nach Atem ringen mussten. Ich selbst bin im Sauerland aufgewachsen, etwa 25 km von den grossen Kohleminen entfernt. Viele keuchende und hustende, nicht mehr arbeitsfähigen Kumpel verbrachten hier ihre letzten Lebensjahre unter elendigen Verhältnissen, nachdem sie oft jahrelang für eine armselige Invaliditätsrente kämpfen mussten. Ich kann mich noch sehr gut an dieses Elend in den 50er und 60er Jahren erinnern. Von wegen "glückauf der Steiger kommt".

RE: Arbeit, Familie, Vaterland | 28.12.2018 | 17:42

Ja, dies ist möglich. Mich haben die Antworten der Gelbwesten aus "einfachen Verhältnissen" bei den vielen Interviews mit den Fernsehjournalisten gefreut. Hier zeigt sich der hohe Bildungsstand des französischen Volkes, welches sehr genau reflektiert und analysiert. Diese Menschen lassen sich nicht so einfach von Rattenfängern einfangen.

RE: Arbeit, Familie, Vaterland | 28.12.2018 | 13:22

Seit vielen Jahren in der französischen Provinz lebend stosse ich regelmässig auf Berichte aus Deutschland über die hiesigen politischen Zustände, die so gar nichts mit dem rellen Leben, aber viel mit den heimlichen oder unheimlichen Wünschen des Autoren zu tun haben. Das Wahlverhalten der BürgerInnen ist dem in anderen Ländern recht ähnlich d.h. ca. 15% rechtsaussen, ca. 15% linksaussen, dazwischen die grosse Mehrheit der bürgerlichen Parteien. Wegen des reinen Mehrheitswahlsystems repräsentiert die Zusammensetzung des Parlaments in keiner Weise das Wahlverhalten des Volkes. Hier profitieren die Starken und verlieren die Schwachen. Gerade dies ist ein Grund, weswegen es zu Volksaufständen und grossen Strassendemonsrationen kommt; denn eine starke parlamentarische Opposition kann sich nicht bilden. Solange der Staatspräsident mit seiner Partei flexibel auf die Demonstrationen auf der Strasse reagiert, wird sich die Lage beruhigen, bleibt jedoch relativ prekär. Eines ist jedoch klar: der selbsternannte Jupiter Macron ist tief gefallen und wird bis zum Ende seiner Amtszeit stark geschwächt sein.

RE: All das Erkämpfte | 20.12.2018 | 14:15

Ein halbes Jahrhundert ist es her, dass mir der Vorsitzende der örtlichen DKP im Rahmen eines Ostermarsches klar machte, dass ich zum Linkssein ungeeignet sei. Auf meine Frage warum: "Du lachst zu viel."

Auch fröhnte ich in jungen Jahren schon mit Leidenschaft dem Müssiggang, was damals Gammeln hiess, ebenfalls eine bei Linken verpönte Unsitte. Auf meinen Einwand, dass Humor und Müssiggang die beste Waffe gegen den Kapitalismus seien, fiel ich bei meiner damaligen Freundin, einer glühend gläubigen Trotzkistin, in Ungnade. Noch einmal Glück gehabt.

RE: Risse im Gebälk | 12.12.2018 | 13:24

In der französischen Provinz lebend, habe ich schon seit mindestens 10 Jahren, seit der teuren Bankenrettungen, den Unmut des "einfachen Volkes" gespürt. Unmut über das als ungerecht empfundene Steuersystem, Unmut über Steuer-Schlupflöcher besonders für Grosskonzerne und sehr Reiche Franzosen. Die Regierungen in Paris, und dies gilt nicht erst seit der Präsidentschaft Macron, haben diese stetig anwachsende Unzufriedenheit nicht ernst genommen und die Bürgermeister der kleineren Gemeinden in der Provinz , belächelt, als diese schon vor Jahren die Alarmglocke zogen. Dies ist seit vorgestern vorbei. Es werden die Bürgermeister gehört und es sind die Vorstände der Grosskonzerne von der Regierung einbestellt, um ihnen klar zu machen, dass es mit der Selbstbedienungsmentalität und Steuerflucht so nicht weiter geht, dass der französische Staat sich ab jetzt nicht mehr von anderen EU-Staaten behindern lässt, die Steuern einzutreiben, welche auf Wertschöpfung in Frankreich beruhen. Damit ist auch gerade Deutschland gemeint.

Ich sehe nicht, dass Präsident Macron abdanken wird, er wir noch mindestens die kommenden 3,5 Jahre regieren. Auch Ministerpräsident E. Philippe wird nicht ausgewechselt werden. Die grosse Mehrheit der Bürger ist gegen einen Umsturz, womit sowohl Melenchon, der Führer der Linken, und Le Pen, die Führerin der Nationalisten, keine Chance haben, die französische Politik grundlegend zu beeinflussen. Selbst bei den demonstrierenden "Gelbwesten" sind sie chancenlos.

Ab beginn Februar werden diejenigen, deren Einkommen unter und kurz über dem Mindestlohn liegt, 100 Euro netto mehr auf ihr Konto erhalten. Dies ist nicht wenig bei einem Mindestlohn von 1210 Euro netto pro Monat, der damit nun bei über 1300 Euro liegt. Angepeilt wird eine Erhöhung auf 1500 Euro netto pro Monat innerhalb der kommenden 3 Jahre. Ist das neoliberale Politik, so wie sie von M. Thatcher und R. Reagan gepredigt wurde? Frankreich hat immer noch ein gut funktionierendes Sozialsystem, dessen Abbau nicht zur Disposition steht. Schade, dass so wenige Deutsche ausreichend Französisch verstehen, um sich direkt über die gesellschaftliche Entwicklung in Frankreich informieren zu können.

RE: Schrei einer Epoche | 09.12.2018 | 17:23

Immer wieder stelle ich fest, wie wenig doch deutsche Journalisten vom tatsächlichen Leben in Frankreich wissen. In vielen Artikeln, auch diesem, wird entsprechend den eigenen Hoffnungen interpretiert und hingebogen bis es passt.