Sind die Grünen eine linke Partei?

Fragebogen Der neue Freitag feiert Jubiläum. Und mit ihm die Freitag Community, die nie um Meinungen verlegen war. Wir haben gefragt, wwalkie hat geantwortet
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community
Sind die Grünen eine linke Partei?

Halten Sie die Grünen für eine linke Partei?

Schon lange nicht mehr (eigentlich noch nie).

Kannten Sie den alten Freitag (vor 2009)?

Ja (so „alt“ war der gar nicht, na ja, nicht immer).

Welchen finden Sie besser – den neuen oder den alten?

Wenn besser heißt, schöner, flotter geschrieben und informativer, dann den neuen (meistens).

Schaffen wir das?

Ja, hoffentlich noch lange.

Welche_n Blogger_in/Autor_in lesen Sie am liebsten?

Das wechselt(e).

Welche_n Blogger_in/Autor_in würden Sie auf freitag.de gerne (noch häufiger) lesen?

Auch das wechselt. Alle Blogger/Autoren haben eine Art „eingebaute Obsoleszenz“.

Wie sind Sie auf die Community aufmerksam geworden?

Als Abonnent beim Übergang vom alten zum neuen Freitag.

Und wann haben Sie sich auf Freitag.de angemeldet?

Irgendwann im Frühjahr 2009

Haben Sie davor schon geschrieben?

Kleinere Texte für die Wandzeitung, Agitprop gegen die Obrigkeit meiner Anstalt.

Augstein oder Blome?

Ist da ein Unterschied?

Wer ist Ihr Community-Blome – wer regt Sie am meisten auf?

Die Fieberzeiten von 2012 und 2014 (Stichwort „Friedenswinter“) sind vorbei. Der moderne Freitagsblogger ist wie unsere Zeit, cool und alert. Manchmal verdrehe ich beim Lesen die Augen, etwa wenn das generische Maskulinum „die Arbeiter“ in einem Marxzitat zu „die Arbeiterinnen“ umgefaket wird, oder wenn zum hundertsten Mal „entdeckt“ wird, dass wir im Kapitalismus leben, dass die Grünen keine linke Partei sind, dass es Sexismus gibt und Sprache auch Herrschaft mediatisiert. Aber die Malaise liegt weniger an den Bloggern, die als Textrevoluzzer offene Scheunentore einrennen, sondern an der scheinbaren Alternativlosigkeit unserer Gesellschaft. Bloggen hilft gegen die linke Melancholie.

Vermissen Sie die „Zwei aus der Poststelle“?

?

Wenn Jakob Augstein „Journalist und Gärtner“ ist, sind Sie …

Koch und Lehrer.

Kommunitarismus oder Kosmopolitismus?

Ich hoffe, aufgeklärter und kein aufgeblasener Kosmopolitismus. Vereinfacht: lieber Commune als eine von oben konstruierte Community (Heimat z.B.).

Worüber haben Sie sich beim Freitag am meisten geärgert?

Neoliberale Phrasen zur Bildungspolitik.

Und worüber am meisten gefreut?

Eine kluge Rezension des vorletzten Houellebecq.

Sind Sie Abonnent_in? Oder waren es einmal?

Abonnent.

Lesen Sie die „Zeit“?

Ich überfliege sie in der meist falschen Hoffnung, doch noch etwas Originelles zu finden. Und dann entdecke ich doch noch so etwas Gutes wie den Text über die nervende Bauhausideologie neulich.

Oder die „taz“?

Dito.

Lieber auf Papier oder im Netz?

Papier. Das ist nicht nur eine generationelle, sondern eine Zukunftsfrage.

Was mögen Sie lieber, lange oder kurze Texte?

Hängt von Thema und Autor ab.

Wie lange müssen wir noch auf die Überwindung des Kapitalismus warten?

Wohl noch sehr lange. Der Kapitalismus wird sich irgendwann selbst überwinden. Und was kommt dann? Sozialismus oder Barbarei? Manche würden sagen, beides. Ich bin da nicht so sicher.

Was ist ihr Lieblings-Totschlagargument?

Ach, ich glaube, die habe ich alle eingekistet.

Und welche Gretchenfrage stellen Sie gerne?

Im Moment: wie hält er es mit Macron?

Wen würden Sie gerne mal trollen?

Niemanden.

Was kann die Community besser als die Redaktion?

Auf Tagesaktualität reagieren, per öffentlichem Kommentar Argumentationsschwächen aufzeigen (und ertragen lernen), Multiperspektivität darstellen (manchmal), im besten Fall werden Beitrag und Kommentare ein Gesamttext.

Mein peinlichster Mausrutscher war …

nun wirklich zu peinlich.

Wie sind Sie auf Ihren Nickname gekommen?

Ergab sich einfach.

Und was ist für Sie das vollkommene Glück?

Gibt es nicht, was auch gut so ist. Denn mit dem vollkommenen Glück ginge nichts weiter.

Wer sonst noch geantwortet hat?

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06:00 07.02.2019
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
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