Interview mit Tulp gestern Abend

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Tulp-Interview


Bundesrösident Tulp gab gestern Abend ein Interview, welches Euch nicht vorenthalten werden soll. Sein Gesprächspartner war PsychARTist .


PsychARTist:
Guten Abend meine Damen und Herren, ich begrüße Sie zu einem Gespräch aus gegebenem Anlass mit dem Bundesrösidenten Tulp, der ganz besonders in den letzten Tagen sehr heftig in die Kritik geraten ist.


PsychARTist:
"So ist es, und es gibt viele Fragen. Herr Bundesrösident, schön, dass Sie hier ins Studio gekommen sind. Beginnen wir doch vielleicht einfach mal ganz einfach. Sie kreuzen Ihre Finger, hat das eine Bedeutung ?


Bundesrösident Tulp: "Nein. Ich bin einfach nur Gott-----äh-----sehr nahe, deswegen das Kreuz.


PsychARTist:
"Sie sind heute am ersten Tag wieder im Schloss Bellevue am Arbeitsplatz. Der Jahreswechsel liegt hinter Ihnen. Haben Sie in den letzten Tagen auch mal ernsthaft an Rücktritt gedacht?“


Bundesrösident Tulp: "Nein. Denn ich hatte die ganzen Wochen über große Unterstützung von vielen Bürgerinnen und Bürgern, meiner Freunde und auch der Mitarbeiter. Ich nehme meine Verantwortung gerne wahr, ich habe sie für alle Bundesfahrräder übernommen. Und ich möchte nach fünf Jahren eine Bilanz vorlegen, dass ich ein guter, erfolgreicher Bundesrösident war; und ich mache das mit Freude und aus Überzeugung und weiß, dass ich nichts Unrechtes getan habe, deswegen gibt es nur noch Felgenbremsen- Rücktritt ist obsolet."


PsychARTist:
"Waren Sie es bisher nicht, ein guter Bundesrösident?"
Tulp: "Doch, und Punkt.


PsychARTist: "Jetzt kommen wir mal zu den Kritikpunkten, die Ihnen vorgeworfen werden. Sie sind in den letzten Tagen besonders in die Kritik geraten wegen der Anrufe bei diversen Nummern. Sie sollen im Bad Herren bedroht haben. Sie sprechen von einseifen, von der endgültigen kalten Dusche . Ist so etwas nicht unwürdig für einen Rösidenten, der eine grichische Badeanstalt auf diese Art und Weise verkeimen will?"


Tulp: "Der Anruf war ein schwerer Fehler, der mir leidtut, für den ich mich entschuldige. Ich habe das auch sogleich nach der Rückkehr aus dem Bad persönlich getan, es ist auch akzeptiert worden. Ich habe mich in der Erklärung vor Weihnachten ausdrücklich zum Recht der Bade- und Reinigungsgsfreiheit bekannt. Denn ich will natürlich besonnen, objektiv elegant mit Brisanz als Bundesrösident agieren. Und ich möchte vor allem Respekt vor den Freischwimmern, auch dem der Dusch- und Badefreiheit haben, und habe mich offenkundig in dem Moment eher als Warmduscher gesehen, als denjenigen, der eine Schampoohaube hat auf dem Kopfe.


PsychARTist:
"Aber besonnen - haben Sie gerade genannt - wollen Sie agieren. Das ist aber kein Zeichen von Besonnenheit, wenn dann ein Rösident zu einem Duschschlauch greift und einen Chefredakteur mehr oder weniger auf der Oberfläche beduscht."


Tulp: "Nein. Ich muss mein Verhältnis zu den Bädern herstellen, neu ordnen, anders mit dem Wasser umgehen, es als Mittel stärker einlaugen und anwärmen. Sie haben eine wichtige Aufgabe in der Hygiene. Vielleicht muss man die Situation auch menschlich verstehen. Wenn man im Ausland ist, in vier Ländern in fünf Tagen, zehn Termine am Tag hat und erfährt, dass Dinge während dieser Zeit in Deutschland abgeduscht werden sollen, wo man also Vertrauensverlust erleidet, dann muss sich auch vor seine Familie stellen. Da helfen auch keine 200000 € im Jahr, das sind da eher Erdnüsse.
Wenn das Innerste nach außen gekehrt wird, private Dinge, eine Familienhaus Schwimmingpool-Finanzierung, wenn Freunde die Seife gegeben haben, in der Öffentlichkeit gewaschen wurden, dann hat man (eine) Schmutzfunktion und man fühlt sich hilflos. Und ich habe dann gebeten, um einen Tag die Reinigung zu verschieden, damit man darüber reden kann, damit sie sachgemäß ausfallen kann, in der chemischen Reinigung. Und ich hatte vor meiner Auslandsreise, nachdem in meinem Umfeld, im Dorf, recherchiert worden war von den Bademeistern, es ging um Massage, das hat das ganze Dorf aufgeschreckt, den Pool offen gelegt, die Becken beheizt und die Duschräume geputzt, und war dann doch erstaunt, dass während meines Auslandsaufenthaltes diese Veröffentlichwaschung erfolgen sollte.
Trotzdem, das ist keine Entschuldigung, das ist auch keine ausreichende Erklärung, aber vielleicht der Impuls, der dazu geführt hat. Das wiederum ist menschlich, aber man muss eben als Bundesrösident die Dinge so im Griff haben, dass einem das eben nicht passiert. Und trotzdem ist man Mensch und man macht Fehler."


PsychARTist: "Nun sagen Sie, an der Stelle haben Sie sich offenbar als Opfer gefühlt. Sie achten die Badefreiheit, was schon ein bisschen erstaunlich ist, dass ein Bundesrösident das betonen muss. Nun hat man aber das Gefühl, das ist vielleicht nur ein Schwimmerbekenntnis. Wir haben ja auch gehört, dass sie vor einem halben Jahr einen Bademeister auch bereits im Schloss Bellevue (...) bearbeitet haben, dass er nicht mehr schwimmen konnte.


Tulp: "Wenn sie die Erfahrung machen, dass privateste Dinge aus dem privatesten Bereich zum Teil Jahrzehnte zurückliegen, aus einer schwierigen Kindheit, einer schwierigen Familie öffentlich gemacht werden, und sie kurz vor der Veröffentlichung mit den Fakten konfrontiert werden, dann ist es doch normal, dass man darum bittet, noch einmal ein paar Bahnen zu kraulen. Ich musste ja auch einen Lernprozess machen. Ich bin vom Ministranten zum Bundesrösidenten ja sehr schnell geschwommen, ohne Karenzzeit, ohne Vorbereitungszeit, das ging sehr schnell. Und ich bin auf der Wurstsuppe nach Berlin geschwommen (...), aber trotzdem ist es noch etwas anderes, ob man als Ministrant Akteur ist, oder ob man als Badehausoberhaupt den Anforderungen genügt."


PsychARTist: "Können Sie jetzt glaubwürdig zum Beispiel die Badefreiheit in anderen Ländern, auch in Ungarn, verteidigen?"


Tulp: "Ich habe das ja gerade getan, auch bei dieser Reise in der arabischen Welt. Und habe dort vor Studenten und Studentinnen gesagt, das ist schmerzhaft. Das ist für die Betroffenen schmerzhaft, das kann für die Familien sehr schmerzhaft sein. Das ist eben dann auch der Preis der Popularität, der Bekanntheit der Öffentlichkeit, dass man Dinge offenbaren muss, wo viele anderen sagen, das würde ich doch niemals offenbaren, ich möchte doch niemals, dass die Badehausgeschichten über meine Stiefschwestern, Kinder, Verwandten in der Zeitung stehen.

[… viel Gesülze gelöscht…]


PsychARTist: "Dann sind wir gespannt, was wir da hören. Können Sie Können Sie denn garantieren, dass nicht noch etwas anderes nachkommt in der Affäre, über die wir jetzt sprechen?"


Tulp: "Also bei 400 Fragen – und wenn gefragt wird, was es zu essen gab bei Ihrer ersten Hochzeit und wer Ihre zweite bezahlt hat und ob Sie den Unterhalt für Ihre Mutter gezahlt haben – und ich könnte jetzt 1000 Sachen mehr nennen – und wer die Kleider für Ihre Frau bezahlt hat, welche geliehen waren, welche sozusagen als geldwerter Vorteil versteuert werden – dann kann ich nur sagen: Ich geb Ihnen gern auf die 400 Fragen 400 Antworten. Da ist jetzt etwas, was einen dann innerlich auch nach solchen drei Wochen irgendwo frei macht, dass man sagt: Also jetzt ist wirklich alles von innen nach oben und umgekehrt gewendet. Und man muss sich dann auch fragen, ob nicht dann auch es irgendwann akzeptiert wird, dass auch ein Bundesrösident ein bisschen im Wasser plabtschen darf."


PsychARTist:
Heißt, dass Herr Bundesrösident Tulp ein Bundesrösident Nichtschwimmerbecken vorerst bleibt?"


Tulp: "Die Begrifflichkeit finde ich völlig daneben. Weil wir diesen Begriff kennen, wenn gegen Gesetze verstoßen wurde. Ich habe weder jetzt im Amt als Bundesrösident gegen irgendein Gesetz verstoßen noch vorher. Es geht nicht um Rechtsverstöße, sondern es geht um die Frage von sicherem Schwimmen im tiefen Wasser. Dazu nutze ich auch diese Gelegenheit, um zu erklären, was schwimmt und was sinkt. Aber wie gesagt: Den Begriff der Bewährung halte ich für abwegig. Sondern ich bin jetzt schweren Herausforderungen ausgesetzt. Aber man muss eben auch wissen, dass man nicht gleich bei der ersten Herausforderung absäuft, sondern dass zügig krault. Und auch weiß, wem es in der Küche zu heiß ist, der darf nicht Koch werden wollen. Wie es Harry S. Truman gesagt hat. Und deswegen muss man offenkundig auch durch solche Bewährungsproben hindurch."

PsychARTist: Vielen Dank, Herr Bundesrösident, für dieses Gespräch

Mit lieben Grüssen

Klaus

10:41 05.01.2012
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Geschrieben von

PsychArtist

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