xenia tipp

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RE: Mehr Stimmungshochhalter? - Doping im Arbeitsleben | 20.02.2009 | 15:58

Fazit: "Männer imaginieren sich als potente und aktive Leistungsträger, Frauen haben sich zu kümmern und gute Laune zu verbreiten." Was ist schlecht daran, sich zu kümmern und gute Laune zu verbreiten? Klar, dafür riskiert man eine wesentlich schlechtere Bezahlung als für das Verbreiten von Angst und Schrecken, wird aber gewöhnlich älter. Heute, wo jeden Tag das Geld in seiner ganzen Virtualität und Relativität vorgeführt wird, sollte die weibliche Stärke, sich um sich selbst und um andere zu sorgen, viel mehr Anerkennung erfahren.

Als emanzipierter Frau wurde mir einmal empfohlen, in den Gebährstreik zu treten. Das Gleichstellungsproblem würde sich so quasi von selbst erledigen. Heute, zwanzig Jahre später und um einige Erfahrung reicher, empfehle ich emanzipierten Frauen, in den Arbeitsstreik zu treten, um der Gleichberechtigung am Arbeitsplatz näher zu kommen. Die Arbeitswelt in den Industrieländern erfordert heute kaum noch Muskelkraft. Sie fragt hingegen sehr viele Fähigkeiten ab, in denen Frauen den Männern häufig überlegen sind. Ein Blick in die höheren Bildungsanstalten genügt, um diese These zu bestätigen. Die moderne Dienstleistungsgesellschaft würde ohne die Einsatzfreude und Intelligenz der Frauen kollabieren.

Also: Kümmert euch mehr, diesmal um euch selbst, und lasst euch umwerben. Die negativen Folgen von Potenz und Aktionismus, seien sie gedopt oder nicht, erleben wir gerade jeden Tag.

RE: So viel noch nie | 18.02.2009 | 13:08

"Das Spiel ist nun aus, die Party zu Ende". Ich frage mich, ob es in dieser Republik junge Menschen gibt, die noch einen anderen Sound kennen. Vor einiger Zeit hieß es: "Die fetten Jahre sind vorbei": Aufgewachsen in der Dauerkrise, lässt sich heute kaum noch einer von Krisenmeldungen erschrecken, geschweigedenn mobilisieren. Ist es nicht wie die Wiederkehr des ewig Gleichen, egal ob Dotcom-, Immobilienmarkt-, Finanzmarkt-Crash? Wer kein Geld hat, kann auch keines verlieren. Und wer viel zu viel hat, dem tut eine (vorübergehende) Vermögensreduzierung nicht wirklich weh. Werden wir nicht schon seit Jahren auf diese Krisenphänomene eingestimmt? Krisenstimmung herrscht doch nicht erst seit dem Herbst 2008. Wer glaubt wirklich die Mär, dass die Banker und Politiker vom Herannahen der Finanzkrise überrascht waren? Ich fühlte mich schon aufgrund der SPIEGEL-Berichterstattung gut auf die aktuelle Krise vorbereitet. Von Überraschung keine Spur. Beim Aufräumen, einer Tätigkeit der ich nicht gerade mit Leidenschaft nachgehe, fiel mir ein Flyer der Frauen Union in die Hand: "Mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt", Im übrigen ein Markt, der sich auch schon seit langem in der Krise befindet. Die Bundesdelegierten der Frauen Union fordern in ihm "... inbesondere die Bündelung aller Kräfte, um die Wirtschafts- und Finanzkrise in Deutschland zu beseitigen und so Wachstum und die Schaffung neuer Arbeitsplätze zu ermöglichen." Bemerkenswert dieser Satz in einem Beschluss vom 12./13, November 2005. Und da reden alle von einer schnelllebigen Zeit! Kann es sein, dass Frauen das bessere Gedächtnis haben?