xanth

Ich bin Geschäftsleiterin der IPPNW sowie Vorstandsmitglied der International Campaign to Abolish Nuclear weapons (ICAN) - Deutschland.
xanth
RE: Ein Vertrag, sie zu ächten | 21.09.2017 | 11:43

Einige Begriffe in diesem Bericht irritieren mich: Erstens, ist es kein "Schönheitsfehler", dass die Atomwaffenstaaten und ihre Verbündeten nicht dabei sind, sondern ein verabredetes Boykott des Verbots durch Länder, die an der nuklearen Abschreckung fest klammern. Damit wollen sie weiterhin ihre Macht über die atomwaffenfreien Länder beibehalten. Zweitens, ist ein Atomwaffenverbot keine "Abkürzung" zur Abrüstung sondern ein notwendiger Schritt nach vorne. Alle zuvor verbotenen Waffen wurden zuerst geächtet, bevor sie abgeschafft wurden. Niemand hat behauptet, dass die Abrüstung deswegen schneller erfolgt. Aber mit dem Vertrag ist das Völkerrecht jetzt stimmig und es ist jetzt klar, wer hält am Völkerrecht und wer nicht. Drittens, ich kann nicht erinnern, dass ich jemals gesagt habe, der Vertrag sei "keine Ideallösung" sondern eine politische "Bezugnahmemöglichkeit". Der Vertrag ist einfach der einzige Schritt, den die atomwaffenfreien Staaten zurzeit nehmen können, um zu versuchen, das völkerrechtswidrige Handeln der Atomwaffenstaaten bloß zu stellen, wenn Staatschefs drohen, Millionen Menschen umzubringen.

RE: Deutschland muss an Verhandlungen teilnehmen | 26.02.2017 | 13:12

Völlig sinnlos und total resigniert ist die Haltung, dass man gar nichts machen kann. Es wird immer viel über das Problem geklagt aber Lösungsvorschläge werden nur kritisiert, statt zu prüfen, was sie bringen können.

Der Verbotsvertrag kann nicht mit der Abschaffung von Atomwaffen verglichen werden: Er ist nur ein erster Schritt, um den Weg dahin zu ebnen. Seit mehr als 20 Jahren ist dieser Weg durch die starre Haltung der Atomwaffenstaaten und ihre Bündnispartnern blockiert. Deswegen will die Mehrheit der UN-Staaten eine Stigmatisierung dieser Massenvernichtungswaffen erzielen. Danach wird es rechtlich schwieriger, weiterhin Atomwaffen zu besitzen und damit zu drohen. Mein Plädoyer: "Think outside of the box", sonst bleiben wir ruhig im Karton und gehen mit Trump, Putin und co. drauf.

RE: Existenzielle Probleme | 13.10.2016 | 10:30

Danke - toller Artikel mit vielen wichtigen Informationen, die nirgendwo anders zu lesen sind.

RE: Nichtstun ist unentschuldbar | 27.05.2016 | 16:59

Darauf zu warten, dass die Atomwaffenstaaten selber abrüsten bringt auch nichts. Das haben wir bereits 70 Jahre hinter uns. Das ist wie das Rauchen. Die Nichtraucher müssen zusehen, dass es ein Rauchverbot gibt. Ich freue mich, dass die atomwaffenfreien Staaten endlich aktiv werden!

RE: Die Logik der Abschreckung – wohin führt sie? | 11.03.2016 | 09:09

Ich wiederhole. Man muss jegliche atomare Drohung ernst nehmen, egal wer sie ausspricht. Das gilt natürlich für andere Staaten, die mit Atomwaffen drohen. Es gilt auch für noch unterentwickelte Technologien, wie unser Beispiel mit einem 10 KT Atombombe auf Seoul, die mit einem Flugzeug (wie bei Hiroshima und Nagasaki) abgeworfen werden kann. Man muss nicht miniaturisieren oder auf einer Rakete montieren, um Massen zu vernichten. Und auch die atomare Bedrohung durch AKWs, sei sie durch Unfall, Naturkatastrophe oder Angriff kann nur durch den Ausstieg aus der Atomenergie verhindert werden.

RE: Demokratischer Akt | 26.11.2015 | 10:47

In Cochem wurde diese Woche wegen Aufruf zur Blockade des Atomwaffenlagers in Büchel einen Aktivisten wieder Strafbefehl in Höhe von 2.400 EUR erteilt. Das Amtsgericht Cochem reagiert immer scharf gegen solche Proteste, der Oberlandesgericht Koblenz hingegen sprach Friedensaktivisten Herman Theisen wieder frei und erklärte den Aufruf zur Blockade für rechtens.

RE: Aufgepasst: Ein Atomwaffen-verbot steht bevor | 12.12.2014 | 08:46

Gratulation! Dieser Artikel gibt endlich Mut, wo vorher immer nur Resignation und Skepsis herrschte. Ich war auch bei der Konferenz in Wien und biebenfalls optimistisch, dass ein Bann in Sicht ist. Das ist zwar für viele schwierig vorzustellen, weil die Welt gerade so zerstritten aussieht. Aber vielleicht rüttelt uns doch die neuen Konflikte endlich wach und wir müssen kapieren, dass die Gefahr des Einsatzes mit Atomwaffen eine schreckliche Realität ist.

RE: Nukleare Abrüstung dringend notwendig | 11.12.2014 | 19:29

wow, die Kommentare sind länger als den ursprünglichen Artikel! Hier ist ein Bericht über den ersten Tag bei der Konferenz in Wien: http://blog.ippnw.de/?p=1247