Warum wir noch keinen Weltfrieden haben

Homo Suffering Sind wir zu feige, zu blöd, oder zu herzlos um mit unseren Mitmenschen in Frieden zusammen zu leben?
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Frieden scheint eine sehr schwierige Sache zu sein. Man könnte fast meinen, dass es Menschen gibt, die Frieden für etwas Gefährliches halten, oder sich aus sonst welchen Gründen davor fürchten, vielleicht sind wir aber auch einfach nur zu feige, zu blöd, oder zu herzlos um mit unseren Mitmenschen in Frieden zusammen zu leben. Auf jeden Fall sind wir mutig genug uns gegenseitig umzubringen. Gerne für, um und wegen Geld, oder aus politischen oder religiösen Gründen. Regeln für ein friedliches Zusammenleben gibt es reichlich, wir scheinen aber nicht immer und überall fähig zu sein uns an diese Regeln zu halten. Woran liegt das ? Meines Erachtens liegt das daran, dass wir uns nicht als Weltgemeinschaft mit einem für diese Weltgemeinschaft verbindlichen Regelwerk organisiert haben. Nationale, kulturelle oder religiöse Identitäten und Interessen trennen uns Menschen anstatt uns zu verbinden. Wir Menschen sind genetisch zu mehr als 99,9 % identisch, streiten aber gerne über die weniger als 0,1 % Unterschiede. Wir haben Menschenrechte formuliert, setzen sie aber nicht konsequent um. Anstatt uns die Ressourcen unseres Planeten fair zu teilen, streiten wir um Rohstoffe, geistiges Eigentum und Geld. Sind wir wirklich ein Homo Sapiens ? Meines Erachtens nicht. Ich finde wir Menschen sind der Abschaum des Universums, im Sozialverhalten grausamer als die Tiere und dümmer als die Pflanzen. Wir suchen nach außerirdischer Intelligenz und das ist auch gut so, denn auf unserem Planeten fehlt sie. Das untrüglich sicherste Zeichen dafür, dass außerirdische Intelligenz wirklich existiert, scheint mir darin zu bestehen, dass sie mit uns Menschen keinen Kontakt aufnimmt, mit uns nichts zu tun haben will. Absolut verständlich, denn wer in der Lage ist, unser Treiben hier auf der Erde zu beobachten, hätte ja jederzeit damit zu rechnen, dass ein Kontakt mit uns zu Unterdrückung, Krieg und Ausbeutung führt, anstatt zu friedlicher Koexistenz. Nehmen wir einmal an ein Außerirdischer hielte DSDS oder Ähnliches für das richtige Leben auf unserem Planeten, das Universum würde sich morgen mit der doppelten Geschwindigkeit ausdehnen und von uns entfernen.

Aus intergalaktischer Perspektive betrachtet, scheint mir unsere menschliche Performance auf diesem Planeten Erde sehr unterirdisch zu sein. Bei uns haben ja noch nicht mal alle Menschen sauberes Wasser und ausreichend Nahrung. Fast alle Angst, die auf unserem Planeten existiert, bereiten wir uns gegenseitig. Mag sein, dass uns irgendwann einmal der Himmel auf den Kopf fällt, aber bis dahin könnten wir auch noch ein paar schöne Jahrmillionen miteinander erleben, wenn wir uns endlich als globale Gemeinschaft begreifen und organisieren würden.

Was hindert uns daran diesen Schritt zu gehen ? Abgesehen davon, dass Niemand uns daran hindern kann uns über das Internet auf einer einzigen globalen Plattform zu organisieren und unsere Zukunft zu gestalten, sind es sowohl unsere individuellen als auch unsere gruppen(system)spezifischen Feindbilder. Darüber hinaus ist es unsere unangenehme Eigenschaft die Verantwortung, oder noch schlimmer: die Schuld, immer bei den Anderen zu suchen, anstatt gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Für unsere irdische Realität sind wir alle zusammen verantwortlich und für die individuelle Rolle, die wir darin spielen, ist jeder Mensch ganz persönlich verantwortlich. Darüber hinaus ist jeder Mensch für die Rollen, die er anderen Menschen in unserer Realität zuweist, verantwortlich. Und wer einem Anderen die Rolle eines „Schurken“ zuweist, der soll sich nicht wundern, wenn der Andere diese Rolle auch annimmt. Ob wir uns gegenseitig Freude oder Ärger bereiten, das ist unser aller freiwillige Entscheidung. Und diese Entscheidungen über Konsens oder Widerspruch, die Treffen wir täglich mehrmals. Ob wir eine friedliche Welt haben wollen, oder Auseinandersetzungen die mit Waffen geführt werden, diese Entscheidung muss auch jeder Mensch für sich treffen. Wenn wir uns menschheitlich darüber einig sind, dass wir das nicht mehr wollen, dann sollten wir uns schleunigst dazu bekennen, am einfachsten dadurch, dass wir den Weltfriedenstag der UNO feiern. Alle zusammen am 21. September und jeder für sich jeden Tag.

Betrachten wir es doch einfach mal so: Auf dem Planeten Erde wird ein Film gedreht. Der Titel dieses Filmes lautet: „Und täglich grüßt das Murmeltier“ Unser Murmeltier fragt uns jeden Morgen : „Na Leute, was geht ? Machen wir heute endlich Weltfrieden“ ? Und uns fällt jeden Tag neuer Schwachsinn ein, warum wir nicht in Frieden miteinander leben wollen, können oder dürfen. Der Film, den wir fahren ist ein ganz schräger. Wir sind alle Hobbydrehbuchautoren, Hilfsregisseure, Mitproduzenten, Mitfinanziers und Laiendarsteller in einem ziemlich peinlichen Film dessen Titel ungefähr so lautet: „Gott oder Urknall ? Egal, Hauptsache die Kohle stimmt“ Wir improvisieren jeden Tag aufs Neue, weil wir kein gemeinsames Drehbuch besitzen. Wir kennen nur individuelle, systemgenerierte oder nationale Drehbücher, aber keines, das versucht allen Menschen gleichermaßen gerecht zu werden. Sind wir nicht in der Lage ein gemeinsames Drehbuch zu schreiben bei dem jeder Mensch etwas zu essen und zu trinken, etwas anzuziehen und ein Dach über dem Kopf hat ? Die bekannten Drehbücher: Bibel, Thora, Koran und Bhagavadgita taugen nicht für ein friedliches globales Miteinander, im Gegenteil die unterschiedlichen Rollenbeschreibungen und Vorstellungen sorgen für Konfliktstoff. Gut, die Drehbücher können nichts dafür, wenn sie von den Menschen nicht richtig verstanden werden, missbraucht werden, oder einzelne Darsteller sozusagen immer wieder „aus der Rolle fallen“. Global betrachtet sind 4 Religionen und 4 Drehbücher trotzdem mindestens 3 zu viel, bei voller Übernahme von menschlicher Selbstverantwortung für unsere Schöpfung sind es 4 zu viel. Und die Verantwortung für unser aller Wohlergehen haben wir sowieso alle gemeinsam.

Es wird langsam Zeit aus 4 Drehbüchern eines zu machen und ich bin mir nicht sicher, ob Gott darin vorkommen muss. Ich fände es zielführender und direkter, wenn wir in Zukunft versuchen würden die Gesamtheit alles Lebens als „Gott“ zu betrachten und zu lieben und endlich die Verantwortung dafür übernehmen, dass diese Liebe auch aktiv ausgelebt wird. „Gott“ als planendes, handelndes, aktives oder reaktives Wesen zu betrachten und zu begreifen gehört auf den Müllhaufen der Geschichte. Liebe bekommen wir einfacher und direkter von unseren Mitmenschen. Wer heute noch an Gott glaubt, macht sich freiwillig zum Opfer der „Gottesverkünder“ das ist doch nur noch peinlich. Aus der Sicht der Quantenphysik sind wir ein großer Quantenorganismus, eine Quantenmatrix und unsere Gedanken sind ebenso wie unsere Worte und Taten ein Bestandteil unserer gemeinsamen Schöpfung.

Am Anfang war das Wort……………Ja, und wir sind immer noch am Anfang so lange wir keinen gemeinsamen Plan mit diesen Worten machen und das Wort wird auch immer bei uns bleiben, wir sollten es nur etwas demokratischer zuteilen und umsetzen. Die Bezahlung von Kirchensteuer wird in Zukunft hoffentlich eher als Unterstützung einer kriminellen Vereinigung angesehen werden.

Wenn Jesus oder irgendein Messias zurückkommt gibt es Weltfrieden ?!? Von wegen ! Jesus war gestern und für den Frieden haben wir alle Verantwortung, jeder von uns gleichermaßen und jeden Tag. Wir alle haben das Potenzial Unfrieden zu stiften, oder beliebige, selbst wohlgemeinte Handlungen Dritter, ggf. als unfriedlich zu interpretieren und das tun wir auch. Wir leben ungefähr nach folgender Logik: Weil wir auf Frieden warten muss Unfrieden sein, und den machen wir uns am besten selber, aber Schuld sind immer die Anderen.

Wir können Jesus in uns widerauferstehen lassen, das wäre dann der Teil in uns, der zum Weltfriedenstag geht, der bereit ist zu verzeihen, der bereit ist alle anderen Menschen nett zu finden und der bereit ist es noch einmal miteinander zu versuchen. Auf die Widerauferstehung Christi oder irgendeinen Messias zu warten, und das auch noch zu predigen anstatt selber mit anderen Menschen aktiv Frieden zu machen und bei seinen eigenen Beziehungen damit anzufangen ist der größte Schwachsinn der Schöpfung überhaupt. Wir warten auf Frieden anstatt einen strukturierten Friedensprozess zu starten, ja wie lange wollen wir denn noch warten. Geht’s noch ?

Warum soll das, was in einer Beziehung möglich ist, nicht global möglich sein. Ich meine damit Gewaltverzicht und Kommunikationsbereitschaft zur Beziehungspflege. Fatal ist nur: Wir pflegen kaum globale Kommunikation zu globalen Herausforderungen. Und wenn, dann hauptsächlich zur Wahrung nationaler Interessen, aber nicht aus der Perspektive eines Weltbürgers. Wenn wir globale Herausforderungen in Zukunft freiheitlich und demokratisch global bewältigen wollen, dann brauchen wir auch entsprechende Instrumente um dies zu bewerkstelligen, also organisiertes Weltbürgertum. Zum Weltbürgertum führen 2 Wege, ein schneller und ein langsamer. Der langsame Weg geht über die nationalen Parlamente und die Nationenvertretung, die Uno. Der schnelle Weg geht über eine von allen interessierten Menschen selbstverwaltete Internetplattform, auf der sich Menschen mit dem Bekenntnis zum Weltbürgertum selber organisieren, in Kooperation mit der UNO. Der Weltfriedenstag der UNO am 21.September könnte und sollte auch der Tag des Weltbürgertums sein, an dem wir gemeinsame und globale Interessen über individuelle oder nationale Interessen stellen. Eigentlich sollten wir das jeden Tag tun, dann wäre jeden Tag Weltfrieden, denn alle Verteilungskämpfe wären dann beendet und das Unterschiedsdenken wäre dem Gemeinschaftsgedanken gewichen. Und das nicht aus religiösen oder politischen Motiven sondern aus rein menschlichen, beruhend auf den 99,9 % zu denen wir alle gleich sind. Und so gleich wie wir genetisch sind, sollten wir uns untereinander auch behandeln. Die Umsetzung dieser gegenseitigen Gleichbehandlung bedarf u.a. einer entschlossenen Korrektur unseres Wirtschafts- und Geldsystems. Alle Menschen haben von Geburt an das gleiche Recht auf die Nutzung aller Ressourcen unseres Planeten und dieses Recht gilt es zügig im Alltag umzusetzen. Ökonomisches Wachstum kann nur ein gemeinsames globales Wachstum sein, nicht das Wachstum von Volkswirtschaft A auf Kosten von Volkswirtschaft B, und nicht das Wachstum von Unternehmen A auf Kosten von Unternehmen B.

20:21 01.07.2012
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Geschrieben von

xtnberlin

Das Universum ist das Produkt seiner eigenen Fantasie(Douglas Adams). Unser aller Menschen Probleme sind auch die Produkte unserer Fantasie(auch genannt: "das Böse") Sie beruhen einzig und allein auf unserem Unvermögen mangels Selbstbeherrschung in Eintracht zu koexistieren. Wie banal.
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