polizei.gewalt.ich.lieb.haben

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der erste mai steht vor der tür, naja fast, 10. april, aber ich wollte es als erster gesagt haben. und spätestens am dienstag nach ostern, dem 26. april, da wird der countdown gestartet. und die berliner presse wird aufmachen, mit bildern von brennenden mülleimern, die uns fragen: wie krawallig wird der erste mai denn dieses jahr? der aufstand wird auch dieses jahr nicht kommen. oder doch? tunesien, ägypten, kreuzberg. warum nicht? es ist eine strategische frage: was können wir von den aufständen im maghreb lernen? und es liegt praktisch auf der hand. gelingt es, bewaffnete exekutive auf seine seite zu ziehen, geht es relativ schnell, siehe ägypten. gelingt dies nicht, wird es kompliziert, siehe libyen.

zugegeben, eine etwas verkürzte schlussfolgerung. über libyen darf mensch gar nicht anfangen nachzudenken, wer nicht vollkommen vom thema abschweifen will. in ägypten weiss kein mensch, wie das militär jetzt mit der macht weiter umgehen wird. so ist das eben mit ihr, kaum bekommt mensch eine machtposition, gerät er auch schon in versuchung, sie zu missbrauchen. womit wir zurück sind, kreuzberg, erster mai, polizeigewalt.

übertragen wir die erfolgreiche ägyptische strategie, müssen wir jetzt, hier am ersten mai anfangen, die polizei zu umarmen. wir, damit meine ich alle, die mit dem ersten mai einen kampftag für internationale solidarität verbinden. wir müssen also mittelfristig die polizei auf unsere seite ziehen, weil die bundeswehr als elitearmee wohl noch leichter zu benutzen sein wird, um kapitalinteressen zu verteidigen. also lasst es uns jetzt starten, lasst uns zu den polizistInnen hingehen, sie streicheln, ihnen liebe schenken, ein küsschen geben, wenn sie wollen. wir werden uns nicht mehr provozieren lassen, auch wenn sie noch so sinnfrei schikanös versuchen, unser recht zu demonstrieren und auf freie meinungsäußerung zu beschneiden.

kein stein, keine flasche, kein knaller wird unsere hände fliegend verlassen. wir gehen offen auf unsere schwestern und brüder in grün zu und umarmen sie zur begrüßung. wir sagen ihnen, dass sie keine angst mehr haben müssen und ihre waffen und schutzpanzer ablegen können. wir sind nicht wegen ihnen da. und in einer konfrontation können wir ihnen auch viel schlechter erklären, dass sie hier missbraucht werden, zum schutz der besitzstände einer elitären minderheit.

es spricht doch vieles dafür, jetzt das liebhaben der polizei einzuüben. es wird sowieso ein schwieriger, langwieriger prozess, alleine diese ganzen gedanklichen barrikaden, die in der vergangenheit errichtet wurden. besser gleich damit beginnen.

lasst uns am ersten mai die polizei gewaltig lieb haben.

außer bei übergriffen, da dürfen wir zurückschlagen. ist unser recht, sagt auch die berliner staatsanwaltschaft*, zu recht. und aus aus rechten erwächst schliesslich immer auch eine pflicht.

friede.


* www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/rueckschlag-fuer-die-polizei/

02:39 10.04.2011
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