Yacine Ghoggal

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Yacine Ghoggal
RE: Menopause = Männerpause? | 07.09.2013 | 22:14

So einen schlechten Artikel habe ich bei Freitag.de noch nie gelesen, danke dass Sie hier klarstellen, warum der Artikel Mist ist.

RE: Frage an die taz | 20.07.2012 | 14:46

An alle,

Irgendwie übersieht jeder meinen letzten Kommentar. Ich habe doch längst einen Link gepostet- Dort ist die Mitteilung und die Diskussion zu finden.Bis dann

RE: Frage an die taz | 20.07.2012 | 14:15

Ich glaube der gesuchte Link auf der Seite der TAZ ist folgender: http://www.taz.de/taz-intern/!97392/Das ist die TAZ-Intern Mitteilung, dass man um Entschuldigung bittet. Darunter sind dann die Kommentare zu der Sache zu finden.Bis dann

RE: Das Leben schwer gemacht | 26.11.2011 | 10:08

Habe den Artikel jetzt schin in der aktuellen Ausgabe des Freitag gelesen, halte es aber nicht für sinnvoll diesen in der selben Form und erst jetzt hier zu veröffentlichen, da er nach der Wahl von Sascha gestern, doch etwas veraltet wirkt. Also zumindest die paar Zeilen hätte ich nachgebessert...

RE: Eurokrise: Legitimation durch Glauben - eine europäische Kontinuität | 17.11.2011 | 22:29

Oben habe ich das Zitat noch nicht eingefügt, dies möchte ich hiermit nachholen:

"Die Tulpenzwiebel Spekulationen sind in einer Art Fieber zustande gekommen, also im Zustand der Unzurechnungsfähigkeit. Bei Spielsucht ist aber nicht der Staat zuständig, sondern der Arzt." - Holländische Regierungserklärung.

Habe ich irgendwann Mal in einem Buch gelesen, aber kann es gerade leider nicht finden, weshalb man mir das nun glauben kann, oder eben nicht. Aber mittlerweile hat auch Georg Schramm diese zitiert, da könnte ich nun ein Link setzen, aber ne wissenschaftliche Quelle ist ein Kabarettist wohl eher nicht ;-)

RE: Eurokrise: Legitimation durch Glauben - eine europäische Kontinuität | 17.11.2011 | 22:19

Hallo der arme Berliner,

worüber sich Könige und Kaiser legitimierten ist wohl teilweise auch Ansichtssache. Sicher liegst du nicht völlig falsch und sicher habe ich auch in meinem Beitrag zu pauschal von Legitimierung von Gott gesprochen, die Wahrheit liegt sicherlich in der Mitte. Jedoch kannst du wohl kaum abstreiten, dass viele Könige und Kaiser sich zumindest mit über Gott legitimierten und auch beim Volk der Glaube daran weit verbreitet war.

Die Kritik daran, dass ich weder Demokratie noch Volk genauer definiere ist sicher nicht ganz unberechtigt und dass der Text dadurch beliebiger wird ist richtig.

Ich definiere sie jedoch in allen Teilen nicht so wie du es dann in Fragen aufführst. Hier war mich der einfache zentrale Begriff in einer repräsentativen Demokratie von Bedeutung, die sich in Europa, um welches es im Artikel geht etabliert hat. Dabei ist die Demokratie die Volksherrschaft, bei der das Volk auch tatsächlich die Möglichkeit hat, die Regierungen durch Wahlen auszutauschen und bei denen die Wahlen allgemein, frei, gleich und geheim sind. Wird der Einfluss einer Bevölkerungsgruppe darüber hinaus jedoch, trotz weniger Stimmen größer, als es ihnen nach Wahlen zustände, z.B. aufgrund mächtiger Lobbyvereinigungen, dann entfernt sich das System von der Demokratie und wird immer mehr zur Lobbykratie. Nicht mehr das Volk, sondern die Lobbys haben die Macht.

Zum Begriff "Volk".

Volk sind sie alle, die du aufzählst und noch mehr. Mit Volk meine ich hier das Staatsvolk. Ich denke, diesen Begriff werde ich dir wohl nun nicht mehr definieren müssen. Aus dem Sachzusammenhang hättest du auch dies schließen können, was man daran sieht, dass du ja genau die richtige Definition für die weiteren Erläuterungen verwendest um deinen text unterzubringen.

Du schreibst, es waren demokratisch legitimierte Parlamente und Regierungen die die Finanzmärkte deregulierten. Ja! Darum geht es in meinem Text, sie sind durch Wahlen legitimiert, weil das Volk GLAUBT, dass diese Menschen in ihrem Sinne handeln würden, wenn sie den Reichen helfen, sie retten, die Märkte deregulieren, usw. Es geht darum, dass auch hier, durch das Kapital der wenigen Reichen, das restliche Volk (Staatsvolk) glaubt, es müsse diese Regierungen wählen, die so handeln, da dies das Beste für alle sei.

Ja, das Volk wollte immer höhere Gewinne, wurde immer egoistischer, so wurde es ja auch erzogen. Der Kapitalismus fördert Habgier, jedoch keine Tugenden und ja, das Volk ist dafür auch mitverantwortlich, nicht alle, aber viele wählten Leute, die diese gierigen Menschen nicht in die Schranken wiesen, sondern Teil dieser Menschen waren. Aber, die Banken haben ihnen auch solche Angebote unterbreitet, sie haben ihnen Geld geliehen auf Teufel komm raus, haben sie versucht das Geld auch an insolvente Schuldner zu bringen, versuchten es ihnen mit allen Mitteln schmackhaft zu machen. Heute kaufen, morgen zahlen wurde die Devise, nicht nur für Staaten sondern auch für die Menschen in den Staaten. Dies alles beförderten die Banken, die Finanzindustrie durch ihre Angebote an diese Menschen, auch sie tragen Schuld an der Krise, sie sind es, die mehr Geld verliehen haben, als ihnen zur Verfügung steht, sie sind es, die so gierig waren, dass sie sich Geld geliehen haben, um Geld zu verleihen. Die Finanzindustrie ist es auch, welche den Kunden Angebote machte, die die Kunden gar nicht verstanden, auch nicht verstehen konnten. Die Krise wurde verursacht durch die Gier so vieler, die der Finanzindustrie und auch vieler Schuldner.

Und gerade diese Demokratie lobte ich eben nicht, gerade dieser Demokratie warf ich vor, dass sie ihre Vertreter wieder aufgrund von Glauben legitimiert, den Glauben an die unsichtbare Hand des Adam Smith. Ich warf ihr gerade vor, dass sie nicht Leuten wie Lafontaine und Gysi zuhörte, sondern auf Leute wie Schröder oder auch Westerwelle.

Die demokratische Gesellschaft wäre wunderbar, wäre sie gebildet und nicht von einem solchen Glauben abhängig, denn dann hätte sie auf Leute wie Lafontaine gehört, genau dies kritisiere ich hier und deshalb empfehle ich, den Text noch einmal in Ruhe zu lesen.

Mit freundlichem Gruß
Yacine Ghoggal

RE: Eurokrise: Legitimation durch Glauben - eine europäische Kontinuität | 17.11.2011 | 21:36

Danke Angelia für dein Lob.

Hallo Tiefendenker, danke für dein Kommentar.

Zu 1. Einen sogenannten Gesellschaftsvertrag, den tatsächlich Leute auch unterzeichnen gab es nicht, aber wir können uns ja am Beispiel der französischen Revolution orientieren. Die Bürger haben sich aus dem Absolutistischen System lösen wollen, diesen Staatsvertrag aufkündigen wollen und haben eine neue Gesellschaft gegründet, in der für den König, der weiterhin an der alten Ordnung festhalten wollte, kein Platz mehr war.
Vertreter der Menschen, die an dieser Revolution teilnahmen, entwickelten ein neues System, mit Menschenrechten, Art. 17 der Erklärung der Menschenrechte beinhaltet dabei das Recht auf Eigentum... Dass diese Menschen während und kurz nach der Revolution die Revoltierenden vertreten konnten und durften, erschließt sich aus der Tatsache, dass die ausgearbeiteten Rechte allgemein anerkannt wurden, von den Menschen, die alles getan hatten, um das System zuvor zu stürzen.

Aus dem Recht auf Eigentum, welches ja gewährleistet wird (bis auf die kleinen Enteignungstatbestände), entsteht automatisch auch das Recht, sein Eigentum einzusetzen, wie man es will, also dieses auch zu verkaufen. Man kann dabei sein Eigentum selbstverständlich auch gegen Arbeitskraft eintauschen, statt ausschließlich gegen Ware, da ansonsten diejenigen die keinerlei Eigentum haben, keinerlei Chance hätten, ein solches zu erwirtschaften. Hieraus entwickelt sich jedoch automatisch eine bürgerliche Gesellschaft wie die unsrige, da erst einmal kaum Einschränkungen vorgesehen sind, dieses System zu verhindern.

Du schreibst davon, dass das (kapitalistische) System gegen den Widerstand der Menschen eingeführt wurde. Die Menschen, wie du schreibst, müssten also die Mehrheit der Menschen sein. Revolutionen sind immer Totalumstürze, getragen von einer breiten Mehrheit, die sich oft dafür hinter einige Menschen stellt, die diese Revolution initiierten oder zumindest dazu in der Lage sind, diese Menschen zu begeistern und ihnen Hoffnung zu geben, dass das Ganze nicht nutzlos ist. Die Menschen, die vorne standen, diese haben das neue System geformt. Wenn also diese Menschen das System plötzlich nach anderen Maßstäben geformt hätten, als es die Menschen gewollt haben, dann hätten sie wieder revoltieren können und hätten revoltiert. Sie waren hingegen nicht dagegen, wehrten sich nicht und fügten sich der Entscheidung ihrer Vertreter, akzeptierten das kapitalistische System. Wenn die breite Mehrheit dagegen gewesen wäre, das System wäre nicht durchsetzbar gewesen, aber es war ihnen egal, die Systemänderungen reichten ihnen, mehr brauchten sie nicht. Mit Gewalt gegen den Widerstand der Menschen, dies ist jedenfalls nicht für eine Mehrheit der Menschen eindeutig nicht belegt, außer das Buch, welches ich jetzt nicht zur Hand habe, kann mir dies belegen, was mich aber überraschen würde.

Auch wage ich zu bezweifeln, dass die bürgerliche Demokratie die totalitärste Form der Diktatur ist. Wenn es um die geistige Disziplinierung geht, dann hast du zumindest heute Recht. Ein Diktator wird heute keine Möglichkeit haben, Kontrolle über Menschen so sehr auszuüben, wie es der Kapitalismus durch die geistige Konditionierung schafft, jedoch waren Absolutistische Herrschaften, getragen von einer Religion noch totalitärer. So kann man in seinen privaten vier Wänden in dieser Gesellschaft machen was man will. Glaubt man jedoch an eine höhere Macht, die einen immer beobachtet, selbst die Gedanken lesen kann, dann übt man tatsächlich absolute Kontrolle aus, diese ist total, also totalitärer als es die bürgerliche Demokratie je sein könnte.

Zu 2. ich behaupte dies ist nicht so. Nicht alles was die Politik je gemacht hat, war im Interesse des Kapitals. Ich kann an dieser Stelle ein einfaches Beispiel anführen: Im 17. Jahrhundert entstand ein Tulpenspekulationsblase. Als diese zu platzen drohte, wollten Holländische Spekulanten, die mit einer Krise für Europa drohten, von der Regierung gerettet werden. Hierzu weiteres ausnahmsweise bei Wikipedia, ist aber recht gut belegt, weshalb ich hier keine Bedenken habe (außer dass ich nicht überprüfte, ob die angegebenen Bücher überhaupt existieren: de.wikipedia.org/wiki/Tulpenmanie

Nach 24 Stunden Bedenkzeit hat man folgendes verlesen: " "

Obwohl also, ein Großer Teil der Reichen in diese Blase investierten, weigerte man sich, diese zu retten, hier entschied sich die Politik, nicht dem Interesse des Kapitals, sondern im Interesse des Staates zu handeln. Auch heute kannst du mir wohl kaum erklären, warum es im Interesse des Kapitals sein sollte, wenn man z.B. allgemein verbindliche Mindestlöhne in allen Bereichen festlegt. Selbstverständlich kann sich die Politik nicht vom Kapital abkoppeln, denn der Staat braucht Kapital, ansonsten ist er handlungsunfähig.

Der Ansatz widerspricht gerade diesen elementaren Grundregeln nicht. Die Europäischen Banken bekommen mittlerweile fast ausschließlich Geld von der EZB und müssen dafür Sicherheiten hinterlegen. Sie leihen sich das Geld zu einem sehr sehr geringen Zins, der bei höchstens 2% pro Jahr liegt. Wenn also Griechenland nur 3% Zinsen zahlen müsste, machten die Banken noch immer Gewinne.

Selbstverständlich fallen die Krisenstaaten teilweise aus der Konkurrenz und ja, sie bekommen Hilfen, wie ich es im Text schon geschrieben habe, das ist der Sinn der Übung. Natürlich sind diese Länder auch Konkurrenten, aber Deutschland zahlt doch auch jetzt schon oder glaubst du die bekommen das Geld wieder zurück? Wenn die Krise so weiter läuft wie bisher, was bei derzeitigen Instrumenten unausweichlich ist, siehe Fußnoten im Haupttext, dann werden wir auf das Geld verzichten müssen...

Und zu deiner letzten Frage, ob es ein HartzIV für Staaten geben wird. Das muss man sehen, ich würde es auch in Betracht ziehen, dass dieses Geld zinslos zurückgezahlt werden muss, wenn alle anderen ihre Schulden zurückgezahlt bekommen haben. Das kann aber eben auch 20-30 Jahre dauern.

Insgesamt kann ich deinem Kommentar also in keinster Weise zustimmen. Manches ist eine Meinung, z.B. die Abhängigkeit vom Kapital und wie ausgeprägt sie sein "muss". Aber um näher darauf einzugehen, müsste ich mir wesentlich mehr Zeit nehmen.

Mit freundlichem Gruß
Yacine Ghoggal