RE: „Was war das nur für ein Scheißland“ | 19.04.2018 | 21:04

Wann erscheint Teil 2 des Beitrages mit dem Titel „Was ist das nur für ein Scheißland“?

RE: Noten machen es auch nicht besser | 18.04.2018 | 19:50

10 Thesen zu Thema:

Lernleistung und Schulerfolg

In der Schule geht es um Schulerfolg. An dem hängt, das weiß man, ziemlich viel. Eltern predigen: "Du musst lernen, damit es dir später einmal besser geht!" Beurteilt wird der Schulerfolg nicht daran, was Lernende wissen und können bzw. nicht wissen und nicht können, vielmehr wird er an Noten oder in Punkten gemessen. Obwohl das Lehrpersonal dem In­halt des Lernstoffs großen Wert beimisst, legt es den Lernenden mit den quantifizie­renden Erfolgs­maßstäben zugleich eine gleichgültige Stellung zu ihm nahe: jeder Lernstoff ist nämlich zugleich immer nur Material der Notenge­bung.

Vor diesen Erfolgsmaßstäben gilt jede individuelle Lernleistung nur relativ. Wie viel sie als Er­folgsausweis wert ist, entscheidet sich allein an ihrer positiven oder negativen Abwei­chung von ei­ner Soll- oder Durch­schnittsleistung.

Wer mit mehr Lernanstrengung in der Schule seine Noten verbessern will, muss also nicht nur or­dentlich lernen, sondern im bewerteten Ergebnis besser sein als ein großer Teil der Mitschüler.

Es liegt zwar ganz an ihm und seinem Lerneifer, sein Zeugnis freundlicher zu gestalten, jedoch verfügt er gar nicht über die Mittel und Wege, dieses Ziel zweckmäßig anzugehen: Das Lerntempo und die Lerndauer sind - für viele Lernenden zu knapp - vorgegeben, der Beurteilungsmaßstab liegt in der Hand des Lehrperso­nals und dessen Anwendung hängt an der Lernleistung aller übrigen Schüler.

Einmal bewertete Lernergebnis gelten irreversibel - egal ob die Lernenden, die schlecht abge­schnitten ha­ben, sich zu einem späteren Zeitpunkt im Stoff kundig gemacht haben. Es geht bei der Bewertung eben nicht um Kontrolle des Gelernten, Rekapitulation und das Aus­räumen von Defizi­ten: Vielmehr kommt es darauf an, aus der quantifizierenden Bewertung von Lernleistungen eine Hierarchie von guten bis schlechten Schü­lern zu ermitteln: Das sind sie dann auch!

Das Lernen ist folglich Anstrengung in der Lernkonkurrenz; und zwar einfach dadurch, dass alle Lernen­den - ob sie wollen oder nicht, ob sie das wissen oder nicht - durch das System der Notenge­bung in ein Kon­kurrenzverhältnis zueinander gesetzt werden. Das bedeutet: Mit dem 1. Schultag ist über alle Schüler beschlossen, dass es Schulverlierer und Schulgewinner gibt. Offen ist allein, wer wozu gehört.

Die Verteilung der Lernenden auf die Notenskala von 1 - 6 ist folglich das gewollte und in der hiesigen Staatsschule zweckmäßig hergestellte Ergebnis: Ein schlechter oder guter Schüler ist man nicht qua Anlage oder Herkunft, sondern weil es der Schule auf diese Sor­tierung ankommt.

Die Sortierung taugt zur Verteilung der Schüler auf die Abteilungen des Schulsystems: Die "bes­seren Schüler" bekommen mehr und besseren, die "schlechteren Schüler" - paradoxerweise - weni­ger und schlech­teren Unterricht.

Die Sortierung der bewerteten Schüler auf die Züge des Schulsystems ist immer schon eine Vor­sortierung für die Berufsausbildung und die marktwirtschaftlich geprägte Berufs­hierarchie. Nach deren Bedarf justiert die Bildungspolitik regelmäßig die Sortierungskriteri­en neu: Soll es mehr Ab­iturienten geben, dann werden z.B. die Vorgaben für Übergangs­zeugnisse heruntergesetzt, soll es weniger Studierende geben, wird umge­kehrt für schärfere Auslese in den höheren Schulzügen ge­sorgt, der NC vermehrt eingeführt oder der Uni-Be­such von Eingangsprüfungen abhängig gemacht.

Allein an diesen, sich primär an wirtschaft­lichen Kriterien orientierenden bildungspolitischen Maßnah­men entscheidet sich, wozu welches Zeugnis berechtigt, kurz: welche Lebenschancen so ein staatlich beglau­bigtes Dokument in der Konkurrenz an der Uni, auf den Arbeitsmärkten und im Be­ruf eröffnet oder von vor­neherein verschließt. Alle Anstrengungen im Ausbildungssektor, mit denen Schüler - von ihren Eltern ange­trieben - sich die Voraussetzungen für ein angenehmes Leben schaf­fen wollen bzw. sollen, sind also nur in dem Maße erfolgreich, wie sie sich als passende Dienste am Qualifikationsbedarf der Abnehmer von Staat und Privatwirtschaft erweisen.

Freerk Huisken

RE: Jenseits der Propaganda im Fall Skripal | 16.04.2018 | 15:55

Ich hatte in einem anderen Blog den Teil eines Telepolis Beitrages von Florian Rötzer kopiert, welches aufzeigt, wie das Skripal-Thema auf die nächst höhere Verwirrungs-und Vernebelungsebene gehievt wurde. Das kopiere ich mal hier rein, inkl. der bezüglichen Kommentare darauf. Vielleicht hilft’s. Von Chemie habe ich außer verblassten Schulwissen eh keinen Schimmer. Der Gunther Jeschke äußert sich vielleicht ja noch mal zur Sache:

„Echte und falsche Proben

Nach der NZZ liege es nahe, dass Spiez in der Schweiz als einem neutralen Land und als eines der angesehensten Labore, tatsächlich für die OPCW Proben analysiert hat. Die Erklärung ist interessant, warum Lawrow nicht direkt gelogen, aber vielleicht Fakten verdreht hat. Es sei gut möglich, dass das Labor BZ gefunden hat und dass die OPCW nichts verbirgt, wenn sie dies nicht im Bericht erwähnt:

Zitat NZZ:

„Zu den rigiden Kontrollmechanismen der OPCW zählt, dass die Referenzlabore jeweils mehrere Sätze von Proben erhalten. Typisch ist, dass die OPCW nicht nur die „echte“ Probe verschickt, sondern auch negative und positive Kontrollproben. Diese sind zwar ähnlich beschaffen, enthalten im ersten Fall aber keinen chemischen Kampfstoff, im zweiten Fall einen anderen, der extra der Probe beigefügt wurde. Damit wird sichergestellt, dass das beauftragte Labor fehlerfrei arbeitet und nicht weiss, welches die „echte“ Probe ist. Wenn Spiez der OPCW nicht nur den Befund Nowitschok meldete, sondern auch das Vorhandensein von BZ, so lässt sich dies am ehesten durch den Einsatz einer solchen Kontrollprobe erklären. Für die OPCW gab es daher gar keinen Grund, den BZ-Befund öffentlich zu vermelden – sie wusste ja, dass es sich dabei nur um eine Kontrollprobe gehandelt hatte.“

Das klingt plausibel, wenn es so stimmt. Man fragt sich allerdings, ob nicht in einem OPCW-Bericht dann aus Transparenzgründen erwähnt werden müsste, dass Kontrollproben verwendet wurden und um welche es sich gehandelt hat. Sonst wäre kaum gewährleistet, dass das Vertrauen in die Ergebnisse gesichert werden kann. Aber die NZZ scheint auch bereits festgelegt zu sein und schreibt: „Bestätigt sich die obige Erklärung, so wäre daraus der Schluss zu ziehen, dass Russland jegliche Hemmung verloren hat, Halb- und Unwahrheiten zu verbreiten und dabei selbst angesehene internationale Institutionen wie die OPCW zu untergraben.“ Aber sie vergisst symptomatisch, welcher Schluss dann zu ziehen wäre, wenn doch Zweifel bestehen bleiben.

Zudem ist bekannt, dass Nowitschok flüchtig und tödlich ist, weswegen es schon erklärungsbedürftig sein könnte, warum es in den Proben – unklar bleibt in welchen – nach mehr als zwei Wochen in hoher Konzentration und Reinheit gefunden wurde, und warum die Skripals sich relativ schnell von dem Anschlag erholen konnten. Für Außenstehende bleibt der Nebel undurchdringlich, den bislang alle Seiten verbreiten. (Florian Rötzer)”

https://www.heise.de/tp/features/Skripal-Naechste-Stufe-im-Verwirrspiel-4024538.html

Kommentar 1:

Also fassen wir die bisherigen Erkenntnisse zusammen:

Das eine Gift, das festgestellt wurde, würde zwar von den Symptomen her passen, soll aber nur eine Kontroll-Substanz gewesen sein, die gar nichts mit der Skripal’schen Vergiftung zu tun hat.

Zweitens, das andere, was das angeblich „richtige“ sein soll, ist zu rein, um wahr zu sein und hätte auch einen Elefanten auf der Stelle getötet.

Die Russen haben „jede Hemmung“ verloren, wenn sie solche Widersprüche publik machen.

Dem Schweizer Labor kommt das offenbar auch komisch vor, deshalb wurde das an die Russen geleakt.

Kommentar 2.

„Typisch ist, dass die OPCW nicht nur die „echte“ Probe verschickt, sondern auch negative und positive Kontrollproben.“

Ich bin ziemlich sicher, das ist eine Lüge, weil ich mich aus dem öffentlichen Bericht zur Al Ghouta-False Flag erinnere, daß solche Kontrollen von den Laborchefs der akkreditierten Labore ausgeteilt wurden.

Zudem wäre die Beimengung von BZ albern. Vorstellbar wäre eine Kontrolle mit Sarin oder VX, um unsaubere Arbeit auszuschließen.

Obendrein bräuchte die OPCW nur die Chain of Custody zu veröffentlichen, um Lavrows „Machenschaft“ aufzudecken, die dann allerdings viel mehr eine Machenschaft von SPIEZ oder aus dem Umkreis von SPIEZ wäre. Deshalb konnte Lavrow das Leak unbesorgt verwenden.

Schließlich enthält Rötzers Artikel die Lüge, SPIEZ hatte seine Beteiligung an der Untersuchung nicht bestätigen dürfen. Es ist umgekehrt – wäre das Leak nicht echt, hätte SPIEZ selbstverständlich dementieren können und dürfen, vielleicht gar müssen – Letzteres kommt auf den Wortlaut der Verträge an. Stattdessen berief es sich auf die Hoheit der OPCW, Lavrows Vorhaltungen zu kommentieren. https://twitter.com/SpiezLab/status/985442344311902208

Kommentar 3.

War die NZZ nicht einer der großen Scharfmacher? Insofern war es nur eine Frage der Zeit bis alternative Theorien zu Lawrov auftauchen, die das Verwirrspiel auf die nächste Ebene heben. Warum sollte das Labor Erkenntnisse über Kontrollproben leaken. Für Außenstehende haben die null Relevanz und sind nur für die Labore selbst von Interesse.

Die Antidot-Theorie klingt auch nicht plausibler. Erstmal ist es merkwürdig, dass das gefährliche Nowitschok plötzlich als Antidot Verwendung finden kann. Zuerst werden zuhauf Berichte über das grässliche Nowitschok geschrieben, das nur aus der SU, Usbekistan und von dort über dunkle Kanäle an die Mafia usw. gelangt ist und plötzlich soll quasi jede Giftzentrale sowas als Antidot im Medizinkästchen haben. Das passt nicht.

„The revelation that the Skripals may have been poisoned with BZ, not botulinum toxin, does not negate our original hypothesis, since Novichok is a choline esterase inhibitor and, therefore, a recognized antidote to any anticholinergic poison such as BZ. The use of Novichok as an antidote to BZ poisoning would have been a surprising medical choice, but highly effective in creating false evidence of an assassination attempt with Novichok. „

Wenn BZ das Gift war, warum dann das Risiko eines Gegengiftes, wenn BZ nach einigen Tagen sowieso aufhört zu wirken. Ferner wäre die Konzentration von A234 im Antidotfall nach der langen Zeit ebenfalls nicht so hoch. Wenn A234 das Gegengift war, hätte man dann wirklich so ein Aufsehens, um die „Russische Chemiewaffe Nowitschok“ gemacht. Wenn die Skripals mit BZ vergiftet wurden und Nowitschok war das Antidot – wäre das weniger blamabel und verlogen für und von der britischen Regierung als die Lawrovtheorie.

Wenn A234 das Gift war und BZ, das Gegengift, wären die Skripals, bei der festgestellten Konzentration nach so langer Zeit, tot.

Kein Antidot im Skripal-Fall? London schweigt über Rettungsmethode – Botschafter

„Es gab bislang keine offizielle Antwort. Wir haben nur das Interview eines Vertreters des Labors Porton Down gesehen. Er sagte, dass kein Antidot genutzt worden sei“, sagte Jakowenko. Moskau habe sofort beim britischen Außenministerium um Auskunft gebeten.

Kommentar 4.

„(PD) sagte, dass kein Antidot genutzt worden sei“, sagte Jakowenko.“

Das stünde im Widerspruch zur Darstellung von Dr. Blanchard, der ärztlichen Direktorin im Hospital.

RE: Jenseits der Propaganda im Fall Skripal | 16.04.2018 | 08:32

Grundsätzlich: es ist doch eigentlich eine Binse, dass Imperien VOR Bekanntgabe GUTER Gründe für kriegerische Gewalt gegen störende Staaten, diese Gewalt längst entschieden haben! Ist es in der Sache nicht völlig unerheblich, ob da fabrizierte oder faktische VORWÄNDE zur Anwendung kommen, um kriegerisch durchzusetzende EIGENINTERESSEN höhere Weihen zu verpassen?

Ohne ein GUTES RECHT auf Aggression wir da doch nie zugeschlagen. Was passiert denn da, wenn alle Entlarvung von Lüge und Heuchelei in der Vergangenheit nur dazu führt, dass die Lügner und Heuchler UNGESTÖRT lügen, heucheln und Krieg führen können? Hast du dir gestern diese abscheuliche Darbietung pathologischer Staats- und Gewaltapologeten bei „Anne Will“ reingezogen? Wenn nicht: versuch mal rauszufinden, warum ich Jan van Aken für die Abscheulichste aller dort auftretenden Kreaturen halte.

RE: Jenseits der Propaganda im Fall Skripal | 15.04.2018 | 21:45

Eine unvoreingenommene Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen und privaten Massenmedien, die Sachverhalte und ZUSAMMENHÄNGE aufgreift und wertfrei an der Sache diskutiert, gibt es schlichtweg nicht. Sie ist ausschließlich mit dem Gegenteil beschäftigt, im Auftrag ihrer Herren dafür Sorge zu tragen, die Kriegsnotwendige Lynch-, Inquisitions- und Gewaltkultur in die Köpfe an der Heimatfront zu hämmern.

In dieser Matrix GILT alles als faktisch bewiesen, was die Obrigkeit als Faktum über eine Sache DEKRETIERT. Je KENNTLICHER, stoischer, öfter und bizarrer die Lügen, desto ernster meinen sie es auch und fordern vom dermaßen bombardierten Adressaten ein, ihre Behauptungen als päpstliche Wahrheit zu fressen. Denn sie wollen den Krieg und dazu brauchts eine ruhige Heimatfront und entsprechend verängstigtes und verhetztes Personal (diese Art der Propaganda ist Teil psychologischer Kriegsführung und soll ganz zweckmäßig Angst erzeugen und disziplinieren!).

Deswegen gibt es AN DIESEM Ort auch weder Verblüffung noch Zweifel.

RE: Jenseits der Propaganda im Fall Skripal | 15.04.2018 | 19:37

Es gibt zwei Gifte laut Schweizerischen Labor. Das eine ist BZ das nach 20-60 Minuten anfängt zu wirken und 2-4 Tage lang anhält. Das erklärt sehr gut den Verlauf der Vergiftung bei den Skripals. Sie werden vergiftet (vielleicht tatsächlich im Restaurant) gehen noch in den Park und dann fängt das Gift an zu wirken. Nach ein paar Tagen erholen sie sich. Das zweite Gift ist A234 Nowitschok. Das erklärt die Vergiftung nicht, denn dann wären die Skripals längst tot. Die einzig mögliche Erklärung ist: die Skripals wurden mit BZ vergiftet und hinterher wurden die Blutproben mit sauberem A234 in erstklassiger Laborqualität verunreinigt, um den Eindruck zu erwecken es sei Nowitschok gewesen und um die GB Version zu stützen. Und die OPCW hat bei diesem Schwindel mitgemacht. Übrigens die selbe Organisation die jetzt in Syrien für "Aufklärung" sorgen soll.

RE: Syrien-Krieg? Aber ohne Deutschland! | 14.04.2018 | 02:46

Was anderes: die syrische Armee meldet, dass so gut wie alle Missiles abgeschossen werden konnten. Wenn sich das bewahrheitet, könnte das vermutlich Dunfords und Mattis "angeschlagenen" und zerknitterten Presseauftritt erklären, der gerade beendet wurde. Das syrische Fernsehen zeigte eben Handyvideos von Bürgern aus Damaskus, die von ihren Balkonen die Abschüsse der einfliegenden Raketen filmen und bejubeln. Wäre großartig, wenn diese Abschussrate stimmen sollte.

RE: Syrien-Krieg? Aber ohne Deutschland! | 14.04.2018 | 01:31

Ich hatte insgeheim immer gehofft du behieltetst recht. Nun geht die Scheiße doch schon los. Nur noch grenzenlose Wut und unbeschreiblicher Hass.