RE: Argumente statt Empörung | 06.09.2019 | 13:05

Anstatt auf „extreme“ Aussagen einzelner Mitglieder dieser Partei „zu reagieren“: wie wäre es denn mal mit einer „Auseinandersetzung“ die sich der Grundlagen der im „politischen Alltagsgeschäft“ angeführten Argumente annimmt, sich also ihren ideologisch-philosophischen Fundamenten zuwendet. Die Beschäftigung mit der im letzten Jahr gegründeten Parteistiftung „Desiderius-Erasmus“ (DES) böte da eine Menge Material. Aber Obacht, Ähnlichkeiten mit der demokratischen (Partei-Stiftungs) Konkurrenz sind nicht zufällig!

Die AfD ist stiften gegangen – Ein Jahr Desiderius-Erasmus!

von Johannes Schillo

Auszug:

"...Um den eigentlichen deutschen Volkscharakter (wieder-)herzustellen, ist die Erasmus-Stiftung aktiv. Wie die anderen parteinahen Einrichtungen auch engagiert sie sich folglich in der Erwachsenenbildung.

Ein überwölbendes ideologisches Dach für den nationalen Aufbruch hatsie mit „Erasmus“ gefunden: Von der Renaissance, also der Ära, als sich die europäischen Nationalstaaten herausbildeten, schlägt sie lockerden Bogen bis zum 20. Jahrhundert, als diese Staaten in ihre „Urkatastrophe“ steuerten oder die „letzten Tage der Menschheit“ einläuteten.

Der erste Erasmus-Kongress vom November 2018 widmete sich – unter Bezugnahme auf die von der Partei immer wieder geforderte Erneuerung der deutschen Erinnerungskultur aus nationalem Stolz und Selbstbewusstsein – dem Thema „100 Jahre Ende des Ersten Weltkrieges“. Dabei wurde, neben der Zurückweisung der deutschen Kriegsschuld, als zentrale Erfahrung aus dem kriegerischen 20. Jahrhundert erstaunlicherweise festgehalten, dass die Pariser Friedenskonferenz 1919 gegen die transnationalen Illusionen einer One World die unabdingbare Rolle nationaler Grenzen deutlich gemacht habe.

Es wurde damals also laut DES nicht mit dem Nachdruck auf Völkerbund und Völkerrecht die Perspektive multinationaler Regelungen zur Überwindung mörderischer Nationalkonflikte gewiesen, sondern, im Gegenteil, bekräftigt, dass die eigene Nation an erster Stelle kommen muss. Der zweite Kongress der Stiftung findet im November 2019 statt und soll sich wieder einem Rückblick widmen. „1989 – 2019: 30 Jahre friedliche Revolution in der DDR“ lautet sein Thema.

Es steht nicht zu erwarten, dass dort zivile Techniken eines revolutionären Übergangs diskutiert werden; es dürfte wieder um die europäische Urerfahrung gehen, die da lautet: Menschen sind nur dann bei sich, wenn sie einsehen, dass sie den vom Schicksal bestimmten Teil eines Volkes bilden..."

RE: Die Gretafrage | 26.08.2019 | 22:32

Greta Thunberg – erwischt, entlarvt, auf Normalmaß zurückgestutzt

von Klaus Hecker

Haben wir es nicht schon lange vermutet? Die Ikone fff-Bewegung hat Dreck am Stecken, und zwar gewaltig.

Ihre Transatlantikreise per Segelboot ist eine einzige ökologische Katastrophe und die Reise mit einem stinknormalen Flugzeug, wie wir das zu tun pflegen, grenzt fast an Klimapflege.

Es ist der Standpunkt der Repression: Wer immer sich von unserem common sense entfernt, diesen sogar kritisiert, wird mit dem Lasso gefangen und vorgeführt.

Das geht ganz einfach: Sie, die symbolhaft und medienwirksam auf die Anthropogenität der Kli- makatastrophe hinweist, hält sich selber nicht daran. Wie, sie hält sich selber nicht daran? Wie soll das gehen? In einer kapitalistischen Gesellschaft, in der die Gewinnrechnung (es muss immer mehr rauskommen, als am Anfang) im Vordergrund steht und die ganze Gesellschaft und jede Lebensregung als Geschäftsgelegenheit durchkalkuliert und eingerichtet hat, soll jetzt auf einmal der Hort waldursprünglicher, individueller Handlungsmöglichkeiten sein… ??? (Forts.):

https://www.magazin-auswege.de/data/2019/08/Hecker_Greta_erwischt_entlarvt.pdf

Ähnlich argumentiert Stephan Kaufmann im ND:

"...Andere Menschen des Glaubens für würdig zu befinden ist ein Bedürfnis jener, die selbst die Schlüssigkeit von Argumenten nicht prüfen können oder wollen und daher darauf angewiesen sind, zu vertrauen - und zwar jenen, an die das eigene Schicksal delegiert ist: den Machthabern. Nach Glaubwürdigkeit streben daher Politiker. Während sich im normalen Leben das Vertrauen zwischen Personen schlicht einstellt oder nicht, das Sich-Aufeinander-Verlassen-Können also ein Ergebnis des Zusammenlebens ist, wird Glaubwürdigkeit in der Politik zu einer Eigenschaft des Politikers, die er herstellen will: Er macht die Menschen erfolgreich glauben, dass er meint, was er sagt. Oder er scheitert.

Im theoretischen Diskurs, zum Beispiel über Klimaschutz, ist die Frage nach der Glaubwürdigkeit also ein Instrument, um eine Argumentation zu stärken oder zu schwächen - und zwar ohne jedes Argument: indem nämlich nicht mehr über Positionen diskutiert, sondern über ihre Vertreter geurteilt wird. In der praktischen Politik dagegen ist Glaubwürdigkeit die Währung, auf die die Ohnmächtigen einen Blankoscheck ausstellen. Denn da sie in der Zeit zwischen den Wahlterminen dem Willen der Regierenden ausgeliefert sind, bleibt ihnen in Wahlzeiten nichts anderes übrig als zu entscheiden, wem sie glauben müssen - oder am wenigsten nicht glauben."

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1124756.klimagerechtigkeit-wasser-wein-und-wahrheit.html

RE: Empörungschoreografie und kalkulierte ... | 26.08.2019 | 14:19

„Macht kommt von Machen“

Dann muss das auch für Kopfstand, einen guten Eindruck und in die Hose Machen gelten.

RE: „Alle müssen auf die Straße!” | 25.08.2019 | 18:57

Der Beitrag ist nicht von mir, sondern ist Teil eines Kommentares auf dem oben verlinkten Blog. Mir gefiel die noch mal im letzten Satz zusammengefasste Grundaussage.

RE: „Alle müssen auf die Straße!” | 25.08.2019 | 17:54

Kommentar aus einem anderen Blog:

"Gestern habe ich kurz in Maischbergers Talkrunde geschaut. Söder hat sich präsentiert als Greta Kotzberg von Bayern. Worauf das ganze rauslaufen soll, ist schon lange klar. Der Hype und das Einverständnis der Bevölkerung mit Klimapolitik wird benutzt, um von ihr noch mehr Verzicht im Gewande von Wohltaten für das Klima abzuverlangen. Das ganze gipfelte darin, dass das Publikum gefragt wurde, wie es zum Fleischkonsum stehe, weil das so schlecht fürs Klima sei. Darf man sich eigentlich noch ohne schlechtes Gewissen öffentlich zum Fleischkonsum bekennen?Als erstes kam gleich eine Rohkostverganerin zu Wort, die sich bemüht hat, man müsse mit viel Lebenslust und positiver Energie seine Ernährung umstellen. Wenn man das immer betonen muss, man müsse mit positiver Energie an die Sache herangehen, dann kann man sich schon vorstellen, dass es im wahrsten Sinn des Wortes kein Zuckerschlecken ist, sondern ein asketisches Programm.

Merkwürdigerweise sagt auch kein Veganer, dass ihm Fleisch nicht schmecken würde. Ich hatte den Eindruck, es ist wie beim Tabakkonsum. Die Raucher sollen mit gesellschaftlichem Druck konfrontiert werden, um eine unerwünschte Sitte sein zu lassen. So geht gesellschaftliche Umerziehung auf demokratisch. Wenn das Rauchen zu hohe Kosten für den Staat und die Kassen verursacht, dann muss man das Volk eben umerziehen. Wenn v zu teuer ist, weil die meisten Fleisch esssen, dann muss man den blöden Proleten eben nahelegen k e i n Fleisch mehr zu essen oder teueres Fleisch, was sich aber sowieso bloß die Vielverdiener leisten können. Dieses elende Geschwätz – dann muss man eben für besseres Fleisch bereit sein mehr zu bezahlen, tut so als läge es nur an der Bereitschaft und nicht am Budget, das jemand zur Verfügung hat.

Das alles mag schrecklich ärgerlich sein. Linke sollten daraus aber nicht den Schluss ziehen, dass man dagegen nur etwas sagen kann, wenn man die Klimawirkung von CO2 und die dadurch verursachte Erwärmung des Erdklimas leugnet. So begibt man sich in das Fahrwasser bezahlter Lügner wie dem Eike. Die von der fossilen Energieindustrie bezahlten Institute haben nur den einen Zweck Zweifel in der Bevölkerung zu streuen. Man sollte sich da raushalten und weder das Verantwortlichkeitsgetue von Friday For Future mitmachen, noch den Politikern auf den Leim gehen, die deshalb mehr Verzicht verlangen noch sollte man den Klimaleugnern auf den Leim gehen..."

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RE: „Sie nehmen sich viel zu wichtig“ | 25.08.2019 | 14:18

Die PROFESSIONELLE Ignoranz solcher Moralveranstaltungen hat Methode und weist ausschließlich auf den dienstbaren Zweck für Staat und Nation: als frei verfügbare Gebrauchsanweisung – schließlich wird kein Mensch gezwungen zu konsumieren was aus seinen vorher zwangseingetriebenen Geldern so fabriziert wurde, soviel Bürgerfreiheit muss sein – für eine von Anfang an systemgerecht affirmative Benutzung des Verstandes.

Mediale Showveranstaltungen diese Art sind dann erfolgreich, wenn jede Erinnerung an und jedes Bewusstsein von unauflösbare(n) Gegensätzen innerhalb von Staat und Nation getilgt und in ein massentaugliches WIR aufgelöst werden konnte. Egal ob über „Verteilungsgerechtigkeit“, „Oben und Unten“, über „Krieg und Frieden“ oder „Migranten“ fabuliert wird.

RE: Schubsen und geschubst werden | 23.08.2019 | 15:04

„Ich fuhr weiter. Drei Kreuzungen später wurde ich wütend. Da schubst mich einer vom Rad und entschuldigt sich nicht mal? Mehr noch: ich entschuldige mich bei ihm? Ich spürte plötzlich wieder seine Hand auf meiner Schulter.“

Aufgrund unterstellter Motive greift dich ein Kerl an, schubst Dich vom Rad, und meint, nachdem er dich erfolgreich „klein gemacht“ hat, Du solltest das „nicht persönlich“ sehen.

Selbst wenn es stimmen würde, dir wäre Deine Reproduktion momentan wichtiger, als das was gerade um einen herum geschieht, verkehrt das einen Gewaltakt doch nicht in sein Gegenteil. Da ist jede laute Unverständnis-Bekundung, und wenn nötig jeder körperliche Akt der Wehrhaftigkeit, mehr als gerechtfertigt.

Das kennen die meisten: Nachträgliche Wut (manchesmal ja auf die eigenen wirklichen oder eingebildeten Unzulänglichkeiten) verringert sich ja immer um den Teil, der schon vorher und ganz unmittelbar bei seinen Verursacher gelandet ist.

„Du hattest einfach nicht das RECHT (Hervorh. d. Verf,) dort lang zu fahren. War schließlich abgesperrt.“

Diesen „Kollegen“ gehört eigentlich kräftig in den A getreten. Begreift so einer überhaupt, was er da von sich (preis) gibt. Ich will das hier nicht weiter ausführen.

RE: „Alle müssen auf die Straße!” | 22.08.2019 | 18:42

„Es ist wie Mordor“ sagte das furchtlose kleine Hobbit-Mädchen bestürzt, bevor sie mit einer tapferen Schar treuer Gefährten in die wilde See stach, um im Zentrum dieses dunklen Weltreiches, eine erleuchtende und klimagerechte Rede zu halten.

RE: Im Kampf mit uns selbst | 21.08.2019 | 12:16

Sophia Ignatidou ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Chatham House und beschäftigt sich mit Künstlicher Intelligenz, digitaler Kommunikation und Überwachung.