RE: Es hilft alles nichts ... | 14.12.2019 | 17:17

"Linkes Leben nach dem Tode: Ein selbstgenügsames Sondereckchen im Paradies der Mitbeteiligung am öffentlichen nationalen Leben

Die Linke hat sich für die Überwindung des Kapitalismus ausgesprochen, weil sie meinte, ihr beizuwohnen. Gegen den Kapitalismus war sie nicht seinetwegen, sondern wegen der erwiesenen Möglichkeit seiner Alternative. Für den Sozialismus war sie nicht seinetwegen, sondern wegen des prognostizierten Scheiterns des Kapitalismus. Weil statt diesem der Reale Sozialismus das einmalige Kunststück fertiggebracht hat, sich abzuschaffen, hat sie die Konsequenz gezogen, sich zu ändern und die Welt neu zu interpretieren. Darin bleibt sie ihren Fehlern treu.

Die Beglaubigungsmethoden ihrer alten Kritik sind noch im Gebrauch. Allerdings ist die Einheit, zu der sich diese Berufungstitel einmal zusammengefügt haben, der Glaube, mit seinem Veränderungsbedürfnis zeitgemäß zu sein, und damit das kritische Anliegen dahin. Jetzt sind es die Versatzstücke, mit denen Linke ihre positive Einstellung auf den neuen Zeitgeist vollziehen. Der Wunsch nach Weltverbesserung ist lebendig – als mehrheitlicher Antrag von Verantwortungsethikern an die Regierenden und Auftrag an sich selber zur Mitwirkung; und als Minderheitenvotum von Gesinnungsethikern, die zur radikalen gesellschaftlichen Umkehr mahnen. Die geschichtsphilosophische Deutung des Weltengangs ist nicht totzukriegen – als folgenlose Besserwisserei im Bewußtsein, im Unterschied zu anderen besonders weit zu blicken. Die unendliche Suche nach Beglaubigung der eigenen Kritik findet weiterhin statt – als Bekenntnis zum Standpunkt der Sorge um den Fortgang des Systems. Die geistige Autorität ist noch im Gebrauch – als museale Tradition und ziemlich außer Mode gekommener, aber immer noch brauchbarer Beitrag zum Wissenschaftspluralismus.

Damit haben Linke sich selber abgeschafft und mehrheitlich eingereiht in die öffentliche Besprechung und Problematisierung der nationalen Politikfortschritte. So sind sie schon wieder bloß das Spiegelbild der Öffentlichkeit, die sie nie selber schaffen, sondern in der sie eine Rolle spielen wollten. Jetzt stören sie nicht mehr und wollen mehrheitlich auch gar nicht stören, sondern beitragen. Damit ist aber auch ihre Rolle vorbei. Selbst das kurzzeitig interessante öffentliche Abschwören ist nicht mehr gefragt. Dennoch, sie haben noch einen bescheidenen Platz im öffentlichen Leben, an dem ihnen so viel gelegen ist. Als Szene, die sich immer noch und schon wieder mit sich beschäftigt. Neben verwechselbaren Beiträgen zur nationalen Verantwortung – in Kriegsfragen, beim kapitalistischen Ostaufbau, beim Weltwirtschaften, beim gewerkschaftlichen Mitregeln von Lohn und Leistung, beim Hungerbetreuen und Asylantenabschieben, beim Atomstrom und Müllverschieben: kurz bei allem – leisten sie weiterhin ein paar unverwechselbare Zusätze und Nachworte durch die unverdrossene öffentliche Abkehr von den Idealen, Hoffnungen und Bemühungen von gestern. Linke betrauern, was sie als „realistische Linke“ nicht mehr können, besprechen, was sie als „verantwortliche Linke“ noch dürfen, bekräftigen, was sie als „verantwortliche Linke“ müssen. So gibt es „die Linke“ weiterhin: in der „nachsozialistischen“, „postfordistischen“, „nichtmarxistischen“, unzufrieden-selbstzufriedenen, leicht manisch-depressiven Selbstbespiegelung notorisch konstruktiver Kritiker."

Ganzer Beitrag:

Fragen, die die Welt bewegen. Kann man heute noch links sein?

(Gegenstandpunkt 3-1992)

RE: Es hilft alles nichts ... | 14.12.2019 | 17:10

„Zur BBC: Die produzieren nicht nur gute Tierfilme…“

but is also one of world's most refined propaganda services. (John Pilger)

RE: Jetzt erst recht | 12.12.2019 | 18:46

„eine grundrente/pension von euro 1000/1200,- wär der erste schritt zu einem grundeinkommen: und NATÜRLICH nach mindestlebensarbeitsjahren von 25-30.“

Warum nur 1000/1200 Euro? Und wieso erst nach 25 – 30 Jahren und nicht schon nach 0 Jahren „mindestlebensarbeitsjahren“? Warum sollten denn Eigentumslose 62jährige Lohnabhängige, die ihr bisheriges Lohnloses Leben als Clochard und/oder sonstige Elendsexistenz fristeten, keine Altersrente bekommen?

Sag mir was bist Du? Evangelikaler Christ, Faschist, Deutscher Sozialdemokrat, Stalinist oder Liberaler Demokrat?

RE: Das Undenkbare denken | 12.12.2019 | 12:41

Widerstand gegen Berlin

"Unruhe in Europa wegen der deutschen Machtexpansion. Paris warnt Berlin und nähert sich Moskau an

Weich und verbindlich, mit einem freundlichen Lächeln, aber dennoch präzise und nur mittelbar drohend, ertönt in Berlin der Ruf nach mehr Macht. Die Welt solle hören, dass die "Sprache der Macht" ganz Europa erfasse, lautet die Botschaft der deutschen Eliten und ihrer Brüsseler Gesandten, der EU-Kommissarin. Ihr geht es darum, mit der "Sprache der Macht" in der Welt zu bestehen. Frau von der Leyen (EU-Chefkommissarin): "Europa muss auch die Sprache der Macht lernen. Das heißt zum einen, eigene Muskeln aufbauen, wo wir uns lange auf andere stützen konnten, z.B. in der Sicherheitspolitik, zum anderen vorhandene Kraft gezielter einsetzen, wo es um europäische Interessen geht." Der Brüsseler Schein, als sei es "Europa", das dringend mehr Macht und mehr "Muskeln" verlange - mehr Militär -, entspricht keiner Wahrheit. Die Mehrheit der Menschen will nicht mehr Macht und mehr Rüstungsausgaben, sie will mehr Geld für Soziales. Der Brüsseler Schein reflektiert nicht Europa. Er kommt aus Berlin wie die EU-Kommissarin und spiegelt den Ehrgeiz einer Wirtschaftsnation von erheblicher Stärke. Mehr Macht braucht Gewalt…"

Video-Kolumne von German-Foreign-Policy.

RE: Die deutschen Medien zur Nobelpreisrede | 10.12.2019 | 23:00

Vom Standpunkt der ideellen Anwälte und Obersouveräne eines mittlerweile 30 Jahre währenden Weltkrieges zwecks Herstellung und erfolgreichen Erhalt westlich globaler Oberhoheit, muten diese pausenlos aufgescheuchten, massiven und Flächendeckenden Empörungsarien auf eine BUCHPREISVERLEIHUNG, doch mächtig unsouverän, einigermaßen paranoid, wenn nicht sogar pathologisch an.

RE: Die deutschen Medien zur Nobelpreisrede | 10.12.2019 | 20:44

Noch dieser Gedanke: richtet sich dieser geballte Hass auf Hanke in den westlichen Hauptstädten nicht vielleicht doch eher auf ein (ausgewechseltes) Nobelpreiskomitee, welches eine unabhängige wie unbotmäßige Entscheidung fällte? Eine (unfreiwillige?) Entscheidung als „Sinnbild“ bröckelnder globaler Oberhoheit? Durch ein Institut auf heimatlichem Felde? Ist da nicht mehr im Spiel als der übliche Fingerzeig williger Blutfedern, die eigene Scham durch Hass und Geifer auf diejenigen zu kompensieren, welche sich ihnen entgegen zu stellen wagen?

RE: Die deutschen Medien zur Nobelpreisrede | 10.12.2019 | 19:07

„die führenden deutschen Medien reagieren promt“

Und darauf darf er redlich stolz sein.

RE: „Erst mal den Finanzsektor vergesellschaften“ | 10.12.2019 | 16:08

Dein Dagegenhalten gegen Wendemannns Unfug liegt ja richtig, nur ist es auch bei den gewerkschaftlichen Lohnkämpfen von Vorteil, ein Wissen davon zu haben, mit wem und vor allem mit was man sich da als Gewerkschafter anlegt. Wenn Gewerkschaften Gewalt und Denunziation gegen ein paar Linke Kritiker auffahren, weil diese den friedlichen und reibungslos funktionierenden Nationalsyndikalismus („Sozialpartnerschaft“) einer modernisierten DAF (DGB) stören könnten, ließe sich schon der „Charakter“ solcher Art Lohnkämpfe erahnen. Da es nicht bei Ahnungen bleiben muss, ein lohnender Hörtipp (YouTube, 2002, insgesamt 25 Min):

oder einzeln aufgeteilte Audiodateien (falls es klappt):

Was ist Lohnarbei?

Was ist heute anders als in Manchester?

Wohin führt der Kampf um Rechte?

Wohin führt der Lohnkampf?

Was ist der Arbeiter heute?

Was bringt dem Arbeiter die Eingliederung in die Gesellschaft?

Die Alternative zur Marktwirtschaft?

RE: Drei plus eins | 09.12.2019 | 15:29

Die Sonderwirtschaftszone Donezk-LuhanskDeutsche Wirtschaft fordert Stabilitäts- und Wachstumspakt für die Ostukraine

"BERLIN/MOSKAU/KIEW (Eigener Bericht) - Die deutsche Wirtschaft fordert vor den heutigen Pariser Verhandlungen über Maßnahmen zur Beilegung des Ukraine-Konflikts einen "Stabilitäts- und Wachstumspakt für die Ostukraine". In dem heutigen Bürgerkriegsgebiet solle mit Milliardensummen, die eine internationale Geberkonferenz bereitstellen könne, der Wiederaufbau der Infrastruktur forciert werden, um "die Voraussetzung für die Rückkehr privater Investoren zu schaffen", heißt es in einem aktuellen Papier des Ost-Ausschusses - Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft (OAOEV). Anschließend solle dort eine "Sonderwirtschaftszone" errichtet werden - mit lukrativen Privilegien für auswärtige Firmen. Wirtschaftsverbände aus dem Ausland sollen "beratend" tätig werden; damit erhielte die deutsche Wirtschaft direkten Einfluss auf die ökonomische Entwicklung der Ostukraine. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble fordert, man müsse wieder mehr auf "vertiefende[n] Dialog und Zusammenarbeit" mit Russland setzen. Der OAOEV nimmt bereits einen "Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok" ins Visier

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"Die richtige Balance"

Bereits am Donnerstag hatte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble die Frage aufgeworfen, "wie wir unser Verhältnis zu Russland weiter gestalten wollen".[7] Man müsse "anerkennen", äußerte Schäuble, "dass auch der Westen seinen Anteil am gespannten Verhältnis hat": "Dass es manchmal an der notwendigen Sensibilität gegenüber der einstigen Weltmacht gefehlt hat." Präsident Putin werde "einsehen", sagte Schäuble weiter, "dass die Zukunft seines Landes nicht in der Ausrichtung nach China liegt, sondern in seiner westlichen Nachbarschaft". Es sei deshalb "gut und richtig", darüber nachzudenken, "wie wir gegenüber Russland die richtige Balance schaffen"; außer "Druck in Richtung Demokratie und Menschenrechte" müsse es auch wieder "vertiefende[n] Dialog und Zusammenarbeit in den vielen wirtschaftlichen und geopolitischen Fragen" geben, "die nur gemeinsam zu lösen sind".

RE: Glaube wenig, hinterfrage alles, denke selbst | 07.12.2019 | 19:18

Das amtlich/mediale Inquisitionswesen kennt keinen Leerlauf mehr, jüngste, durch das nationale Vorkriegsprogramm gejagten Säue: Millionen unschuldige Uiguren darben in „Umerziehungslagern“ oder gar „Konzentrationslagern“, weil sie Uiguren sind und der falschen Religion anhängen, und ein den Russen angehängter unaufgeklärter Mord an einem Tschetschenischen Separatisten, Islamisten, Ex-Kommandanten und Informanten unterschiedlichster „Dienste“.

Terror in Xinjiang

Die Nebelwerfer

Erschossener Georgier

Mordopfer war bekannt