Cem und die Champions League - eine Illusion!

Deutsche Islam Konferenz Warum Cem Özdemir der Champions League Pokal verwehrt bleibt und sich zum Schluss alles um die falsche Wurst dreht.
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Wir erleben es täglich. Der Islam ist zu einem Spielball verschiedener Akteure geworden. Überall wird gespielt: in den Pausen, während der Arbeit, am Stammtisch, in Zeitungsberichten und vor allem auf Social Media. Jeder kickt drauf los wie er kann. Steilpässe werden gespielt, Tacklings werden vorgeführt, Köpfe prallen zusammen und manch einer fällt zu Boden und simuliert einen Schienbeinbruch, obwohl der Ball auf seine Schulter aufprallte. Fangesänge wie «Wir sind das Volk» oder «Maria statt Scharia» werden angestimmt und auf Social Media wird heftig diskutiert, diskreditiert und polemisiert. Das Resultat dieses Grottenkicks sind Eigentore am Laufmeter.

Die «Welt zu Gast bei Freunden» war einmal - in 2006 – im gleichen Jahr als die Deutsche Islam Konferenz zum ersten Mal unter der Leitung von Wolfgang Schäuble stattfand. DIK ist die Champions League, wenn es um den Islam in Deutschland geht. 12 Jahre und 4 Spielrunden später sind seit Jahrzehnten bestens in die deutsche Gesellschaft integrierte Menschen, ja sogar Deutsche Staatsbürger, auf Grund ihrer Herkunft oder Religionszugehörigkeit plötzlich wieder nur noch Gäste. Bei Freunden fühlen sie sich schon längst nicht mehr. Die «Freiwillige Rückkehr» Kampagne sendet ein klares Signal.

"Säkularer Islam" und die Startelf

Kurz vor Beginn dieser DIK-Spielrunde lancierte Cem Özdemir seine Mannschaft mit dem Namen «Initiative Säkularer Islam». Er selbst ist als Spieler-Trainer engagiert. Das er nicht wirklich vom Fach ist, zeigt seine Aufstellung. Er holte sich zwar Verstärkung von 10 prominente Namen, nur leider nicht von Spielern, sondern von Kommentatoren und Kritiker. Dass man mit Spielern die ihr Potenzial nicht ausschöpfen, kein Pokal holt, weiss seit der Weltmeisterschaft jedes Kind in Deutschland – mit solchen «Experten» in der Startelf kann man sich höchstens lächerlich machen. Was soll das werden, mag man sich verwundert Fragen.

«Säkularisierung in der ersten Bedeutung ist die Abschaffung der Staatsreligion und hat einen erheblichen Machtverlust der religiösen Institutionen, vor allem der Kirchen, zugunsten des Staates zur Folge.» Wer sich diese Definition über die Zunge zergehen lässt, kann sich bei dem Begriff «Säkularer Islam» schon mal ans Hinterkopf fassen und läuft Gefahr sich wund zu kratzen.

Der Islam in Deutschland ist die Religion von 4.5 Millionen Deutschen und eingewanderten – eine Minderheit. Demnach debattierte man jüngst ob der Islam überhaupt zu Deutschland gehört. Von einer Staatsreligion Islam oder dessen Macht innerhalb des politischen Apparates kann gar keine Rede sein. Es ist und bleibt ein billiger Stunt der Initiatoren um im Gespräch zu bleiben.

Klare rote Karte

Die Deutsche Islam Konferenz fand unter der Leitung jenen Heimatministers statt - Horst Seehofer – der noch im März verkündete, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre. Wer an Karma glaubt, fühlt sich bestätigt. Die Top-Mannschaften wie DITIB, ZMD und die Ahmadiyya Muslime genossen in dieser Austragung keine Exklusivität. Die Islam-Kritiker sollten die Spiele aufmischen und die etablierten Mannschaften herausfordern. Seyran Ates, Ahmad Mansour und Hamed Abdel Samad, die drei Stürmer der «Säkularer Islam» Mannschaft waren da und zwar besser bewacht als der Heimatminister selbst. Welch ein irrwitziges Bild!

Vorbei sind die DIK-Spiele. Wie gespielt wurde, darüber ist kaum was zu lesen. Cem und die Champions League war reine Illusion. Am Ende steht eine Wurst im Mittelpunkt. Nicht jene, um die es eigentlich ging. Blutwurst wurde an der Deutschen Islam Konferenz den Gästen serviert. Das mit "bei Freunden" scheint überholt, denn so behandlet ein guter Gastgeber seine Gäste nicht. Eine brutale Grätsche die klar die rote Karte verdient. Auch wenn diese DIK einem etwas ratlos zurücklässt, ist man um eine alte Erkenntnis reicher: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.

00:40 02.12.2018
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Geschrieben von

Zahid Butt

IT Spezialist mit Interesse an Religion und Politik, Kritiker der sogenannter Islam-Kritiker!
Zahid Butt

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