C'est l'aventure!

Africa Elfenbeinmeeresufergegend
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Man wird von der policei in à zelt controlé, dann vom zoll in einem andren zelt. Dann vom zoll im haus, anschliszend von der policei im haus. Der junge gendarme, sicher kaum 20, beschliszt die höhe meiner “strafe”, gebühr oder wie auch immer er es nennt: 3000 francs CFA, will heissen ca. 5 euro. Ich erklär ihm, dass das mein ganzes geld est. Est ihm égal, die moneten bleiben da. Ein andrer policist meint, das cann er mir nich antun, so gibt er mir ein tausender, fast 2 euro, zurück. Ich sag ihm, das reicht nich fürs wasser, da organisiert er à wassersack un gibt mir à litre wasser. Sicher kein reines wasser wie aus einer swizer bergquelle, aber ich hab à mordsdurst un bin nich in der Swiz. Ich wexel insgeheim noch 20 euro für à schlechten curs, un die pickup-leute, die mich zur stadt Daname fahren, natürelich mit diversen passagieren, verlangen fil mère moneten als si sollten. Ich handle den preis runter aber zahl immer noch zu fil – hab aber wenige alternativen hier, es fährt absolut nix ausser disem pickup. Die policisten in den folgenden sperren wollen auch moneten, aber ich hab keine mère – die räuber haben mir das meiste geld genommen un dann die policisten den reste, est nix mère da, fertig, tut mir leid.

Ich bin froh dass ich von der 4. welt in die mittlere dritte welt gécommen bin, trotzdem merkt man in den dörfern keine différence, die hütten sehen keineswegs luxuriöser aus als in Liberia. Wenn man à différence merken sollte, dann in den métropolen. Zimlich bald steigt à vollbusige liberienise geschäftsfrau ein, eine die in Daname einkauft un in Liberia verkauft. Als si meine armutsgeschichte hört, bitet si mir an, in Daname eine übernachtung in à hotel für mich zu zahlen, aber si wird an à controll de police festgehalten un wir fahren weiter.

In Daname find ich à bank, wenigstens est die réclame noch da. Aber es est keine bank mehr drinnen, auch keine fenêtre, es est à ruine. In à wexelstube wexel ich meine letzten 80 euro – die hâte ich notgedrungen verschwigen, sonst hätt ich sie nîche mère. Die cité est allées andré als à besseres Afrika. So decider ich, gleich nach Man weiter zu faren. Man est die capitale regionale, die est rélativ grôsse un da werd es auch à hotel geben. Der minibus bleibt mitten auf der strecke stehn (est zu heiss gelaufen) un wir müssen zu einem andré minibus umsideln. Die straszen-signale sind allé complette eingerostet, man cann nur noch selten was lesen.

À passager fragt wie meine pläne sind. Ich such erstmal à preiswerte pension. Air cann me da angeblich helfen. In Man angecommen, merk ich nur, dass fast keine strasse asfalt hâte. Cüste d’Elfenbein war schon sicher obere dritte welt, aber das land hâte à bürgerkrig un à lange crise hinter sich. Der typ heisst Kone un fährt mit me zum hotel, un dort eröffnet air me, das billige hotel est Seine haus. Kein luxe, dafür sehr billig. Das taxi soll ich auch zahlen. Air est der gastgeber, ich der gast, un für den transport von uns beiden soll ich zahlen – naja, wenigstens est air durchgehend gut drauf un lächelt immer. Ich dacht ich nehm à schlichtes aber sauberes hotel un geh dann gemütlich à bière trinken, um endlich zu entspannen, un nun bin ich plötzlich in à haus mit einem mann, 2 frauen un à halben dutzend kindern. Das haus est à richtiges haus, nur eben africains, von möblen kaum à spur. Mein zimmer est à sauna, un das bett est à halbe matratze auf dem boden, die bis zu meinem knie reicht. Fliessendes wasser gibt es auch nîche, man nimmt sich einen eimer un giesst das wasser über den kopf. Ich bin zimlich enttäuscht, so hab ich die ankunft in der ex-glorreichen Cüste d’Elfenbein nîche imaginé. Kone meint, c’est l’aventure! Davon hab ich aber schon genug im leben gehabt. Ich will dann à bière trinken gehn, weiss aber nîche wo, un Kone freut sich, mit mir zu commen. Zuerst gehn wir in den club, wo air als wächter arbeitet, da schlafen aber nur à pair alte personen un der swimming pool est ler, allées zimlich deprimirend. Früher kamen vile français un sonstige touristen bzw expatriés zum schwimmen, das est aber vorbei. Also gehn wir zu à bar auf der strasse. Ah, à liter-flasche de bière, das lebhafte leben im francophonen Africa! Un hier bin ich noch kein criminel, es gibt keine verbote un auch keinen hass. Clair, Kone träumt nîche davon, selber was zu zahlen – wer mère geld hat zalt, un das bin ich, das est das africains système. Ich hab ein anregendes gespräch mit à bebrillten typen vom nachbartisch. Air findet es nîche schlecht, dass in Liberia nîche geraucht werden darf. Auch wenn es nur 1% der luftverschmutzung ausmacht, liber 99% als 100% verschmutzung. Ich argumentere, dass es sich wie mit dem Irak verhält: die USA wollen à massenvernichtungswaffenfreie welt un à democratische welt. Nur, normalerweise müssten si mit dem land anfangen, die die meisten massenvernichtstungswaffen hâte, un das sind si selber. Aber kein président werd wahlen gewinnen indem air sein eigenes land bombarderen laisse. Dann müssten si bei der bekämpfung von dictaturen mit der gröszten anfangen, un das est Chine. Nur, wer will schon China attackeren? Also um beim programme zu bleiben nimmt man sich à land, das a) nîche wirklich gefährlich, also leicht zu besigen, un b) économisch interessant est. Man macht den irakern den garaus un sagt noch, es est für ihr wol, auch wenn die iraker nîche d’accord sind. Un so est es eben auch mit den rauchern.

Un was soll ich nun tun? Ich cann ja nîche à bière bestellen un den kellner bitten, nur ein glas für mich zu bringen. Ich möchte nach 3 tagen mâle wider was essen, müsste aber auch meinen gastgeber miteinladen, un da bleib ich liber ohne essen. Normal bin ich nîche so, aber in Afrika geht es nîche anders. Am anfang der reise hab ich noch drei mâle am tag gégéssen, um allées durchzuprobiren, dann hâte ich nur noch frühstück un diner, dann gabs nur noch selten frühstück, un am ende isst man, wenn sich mâle die gelegenheit ergibt.

Die nacht bei Kone werd zum albtraum. Das zimmer est extrême stickig, der ventilator gibt nach 5 minuten Seine geist auf, un ich muss das fenêtre aufmachen. Vorher war à kleine mostiko-armee da, danach à grôsse. Ich werde fast aufgefressen von ihnen, beschmir mich mit Autan bis zum geht-nîche-mère, was die hitze ins unermessliche steigert, un si beissen mich nîche mère, trotzdem hör ich die ganze luftwaffe um mich herum un cann kaum ein auge zudrücken.

In der früh est Kone mâle weg, un ich will seiner frau zahlen. Dafür hâte si leider keine befugnis erhalten, si weiss von nix un cann keine monaie annehmen. Ich soll ihn liber dort suchen gehn, wo wir gestern abend waren. Ich geh mit sac un pac in die richtung, ein auto comme vorbei un es est à sammeltaxi, das in die stadt fährt. Ich steig ein, wir comme noch an der bar vorbei wo wir gestern saszen, air est nîche da un wir fahren weiter. Fil hâte air nîche verloren, was ich ihm an bièren un taxi bezahlt habe, war fast so fil wie was air für die übernachtung verlangt hâte.

In der cité such ich noch à bank, die leider wider à ruine est. Es soll noch eine andré geben, da aber der durchschnittsafrikaner keine anweisungen mit links oder rechts gibt un auch keine gehzeit – ma zeigt mit dem arm irgendwo hin – find ich si nîche un steig in à minibus ein, der dann durch die ganze cité rotiert auf der suche nach passageren, un dann mousse noch getankt werden. Ich hoffe Kone est nîche mit à schlägertrupp auf der suche nach mir – wenn hier schon allées schif geht, was vorher richtig war, möcht ich mir nîche ausmalen was allées schif gehn cann wenn es schon vorher schif war. Die erste un die zweite tankstelle haben keinen disel, die dritte hâte ihn immerhin. Es werden à pair plastikblumen an der scheibe gelegt un à schild, auf dem “Trauerzug” steht, in der hoffnung, la police belästigt einen etwas weniger – ja, auch ich geh zur beerdigung meiner tante ivoirienne. Kaum sind 2 stunden vergangen un schon fâre wir los – uff, geschafft! Die landstrasze est sehr goût, mit durchgehender parkspur wie in Brésil. Mitten auf der fahrt müssen wir schon wider zu einem andré minibus umsideln, aus irgendwelchen gründen cann der eine nîche mère fâre. Mann, est das anstrengend!



12:33 27.09.2012
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Geschrieben von

Zé do Rock

ich bin brasilianer, trampte um die welt, hatte vil ärger mit räubern, polizei und fraun, schrib bücher, drete filme, nu ge ich wider auf tur.
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Zé do Rock

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