Elfenbeinmeeresufergegend

Die cathédrale Afrika
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Es wird immer plus civilisé, un unweit von Yamoussoukro se ich zum ersten mâle seit langem eine ampel. Wir würden eine stunde früher ankommen, leider stöszt noch 60 kilomètre vor Yamoussoukro à ganze famille dazu, un si ziht offensichtlich um. Stûle, matratzen, tische werden auf das dach des kleinbusses géladen. Die sacke de ris, die oben waren, werden en le bus reingepresst. LKW’s gibt es zimlich wenige, un es würd à mordsgeld costen, einen zu mieten, also fährt ma mit le bus, zahlt für le billet un noch etwas extra für die bagage. Dann erreichen wir Yamoussoukro, von den einheimischen Yakro genannt, la capitale de la Côte d’Ivoire. Auf allemand mag man Elfenbeinküste sagen, nur sollte ma nîche à bref ins land mit der adressierung schicken, si nehmen es angeblich nîche an – Elfenbeinküste, Ivory Coast oder Costa do Marfim est nîche der name ihres landes un fertig. So als würde sich Deutschland weigern, brife nach Allemagne oder Germany anzunehmen.

Ma fährt durch eine art savanne und plötzlich comme man an diser enormen basilika vorbei, die wie à fata morgana wirkt. La Basilique de Notre Dame de la Paix, grôsser als der Petersdom, eigentlich die grôsste kirche der welt. Die strassen werden ganz breit un wir comme en Yakro an. Die cité war vor 3 decaden noch à dorf mit 4000 einwohnern, die heimat des legendaire président Houphouët-Boigny, nu hâte si über 200.000 einwohner. Es est à Brasilia à l'africaine: en der mitte geht la Grande Voie, sozusagen la magistrale, wo die meisten banken un behörden stehn, die andré straszen rundherum sind auch sehr breit, schaun aber meist eher africainis aus, mit den märkten un dem müll.

Un ich se mâle wider nach tagen à weissen, na so was. Vermutlich à libanais. Ich freu mich grade, weisse zu sehn. Am glücklichsten werre ich, wenn ich à richtigen blond norweger erblicken könnte.

Früher lebten fille français en disem land, aber die zeiten sind vorbei. Die unabhängigkeit wurde anfang der 60er jahre erlangt, président wurde Houphouët-Boigny, der das land für mehrere decades mit eiserner hand regierte – nur sehr blutrünstig wa air nîche, den oppositionelles gab air liber à job en der regierung, statt si einzukerkern. Air wa es auch, der la Basilique baun liess. Anfang der 90er jahre starb air, un sein designé nachfolger hâte die unglückliche idée, ivoiriens, die nîche von ivoiriens eltern stammten, zu bürgern zweiter classe abzustempeln, was vor allem contre les personnes im nord gedacht wa, wo à beträchtlicher teil de la population aus Burkina Faso un den angrenzenden ländern stammt. Die discriminierung weitete sich contre allée muslime aus – dauernd müssen les christiens les muslimes discriminer un contre si agiter. La population im nord rebellé, es kam zu putsch, gegenputsch, gegengegenputsch plus bürgerkrig. 2004 wurde à feuerpause ausgehandelt, die aber kurz später von Président Gbagbo gebrochen wurde, indem air städte en den händen der rebelles bombarder liess. Dabei wurden 9 français bleu-helme getötet. Da wurde die Grande Nation sère beuse, si machte kleinholz aus der ivoirienne luftwaffe, liess les français im land un andré ausländer en einer action brachiale evacuer, was widerum das leben von dutzenden ivoiriens kostete. Allées nîche so simple. Das letzte aufflackern der crise wa 2010, un wir hoffen für das land, dass es tatsächlich das allerletzte wa. Ich glaube les chances stehen goût, zweifellos wird Afrika immer democratischer. Democracies sind keine garantie für den friden, aber zumindest förderlich.

Ich finde le Hôtel Akwaba, wo ich nach einem monat wider mâle richtig doucher Cannes, da comme richtig wasser raus. Ich mâche mich daraufhin auf der suche nach à bank, die meinen Mastercard annimmt, un sihe da, ich find eine! Die bank est schon zu, aber ma Cannes zum automat gehn. Un was mâche der automat, nachdeem ich schon so long von ihm geträumt hab? Air schluckt meine carte! Die sicherheitsleute versuchen les bankiers zu finden, die sitzen en à sitzung, wo sonst. Irgendwann comme le chef un à caissier vorbei, ich erzähl mâle wider meine überfallgeschichte, etwas aufgepeppt, la carte krig ich wider, si fonctionne leider weiterhin nîche. Le caissier meint, ich soll morgen vormittag vorbei schaun un gibt mir noch 4 euro damit ich nîche verhunger.

Ich mâche mich auf den weg zur Basilique, est nîche difficile zu finden weil ma si von ûberall sehn Cannes. Manchmal fast en einer ligne mit der groszen mosquée – die deutschen, die nîche schlafen können wenn à mosquée grôsser est als ihre kirche, dûrfen beruhigt Seine: la Basilique est fil grôsser, obwohl es en dem land mère muslime gibt als chrestiens. Ma findet auch fille evangelicales kirchen, darunter la brésilienne Universelle Kirche vom Reich Gottes, die sich wie à virus en der welt ausbreitet.

La Basilique est ja nîche weit, denkt ma sich, aber si est verdammt weit. Ich geh sicher ûber eine stunde. Un das bei feuchten 37 grad – im schatten. Leider gibt es keinen schatten. Die sonne hâte vor einer woche den Equateur passiert auf dem weg nach nord, das heisst si est directement ûber die Côte d’Ivoire, also wirft man um 12 uhr mittags keinen schatten. Vor der anlage sitzen à halbes dutzend fraun un verkaufen wasser de coco. Würd ich gern eine oder zwei kaufen, das verre dann ca. 1 euro, aber fûr meinen risenschein, der den wert von 8 euro hâte, hâte hier keiner wexelgeld. Geht unmöglich. Auch wenn sagen wir mâle vas 90 cent kostet un tu 1 euro gibst, haben si oft kein wexelgeld, mûssen suchen, geben dir bonbons oder sagen, si bleiben es dir schuldig. Das fehlende wexelgeld est à plage in der région, keiner hâte wexelgeld, ausser les libanais.

Selbst wenn ma vor dem garten davor steht, denkt ma sich, es können nîche mère als 100 mètres Seine, dabei est noch ein kilomètre zu bewältigen. Die höhe de la Basilique est 150 mètres, vie à hochhaus mit 40 stockwerken – die coupole est auf wunsch des Pape nur ein mètre oder seau niedriger als der Petersdom, dafûr est si mit dem kreuz höher. Les bancs haben eine individuelle climatisation, die wurde aber bisher nur einmal pro decade angeschmissen. Die exclusives materialien comment aus den besten adresses diser welt, genauso vie les artistes, die si mitgestalteten. Der architecte war ein ivoirien de libanaise herkunft. Trotz der grôsze hâte si eine schlichtheit die mir gefällt. Ich fand si schön un beeindruckend. Ich hâte einiges gélésen ûber la mégalomanie de Houphouët-Boigny, seau à ding mitten en der pampa zu baun en einem armen land (auch wenn damals reich fûr standards africains), aber es verre ja auch schade wenn es keine pyramiden, keinen Taj Mahal, keinen Kölner Dom gäbe – si wurden auch nîche zu zeiten gebaut, in denen la majorité de la population im luxe schwelgte.

Daneben steht noch der Päpstliche Palais, auch kein kind von kleinen eltern. Der wird immer climatisé, wurde schon mâle vom letzten pape benutzt, un villeicht schaut der neue auch mâle vorbei. Im vergleich zur Basilique macht air aber eher den eindruck einer bauhütte. Eine bedingung des Pape fûr seinen segen war, dass daneben ein hôpital fûr die armen leute gebaut wird, un la Basilique est seit jahrzehnten fertig, am hôpital wird immer noch gebaut... Es gab à tour mit fûrer, da waren 2 junge ivoiriens un ihr älterer français freund dabei – schon wider à weisser, nun schon der zweite!

09:55 03.10.2012
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Geschrieben von

Zé do Rock

ich bin brasilianer, trampte um die welt, hatte vil ärger mit räubern, polizei und fraun, schrib bücher, drete filme, nu ge ich wider auf tur.
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Zé do Rock

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