Geistigbehindertenland

Chingis Hrushov Asien
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Die aussprache des namens Dschingis Khan is Tschingis Chan, 'Chan' mit a harten CH wie in 'lachen'. Der erste auslander, der das wort hörte, vernahm statt a TSCH ein englishes J, was die deutshen mit den 4 buchstaben DSCH widageben. Und weil in den westeuropishen sprachen man vor E un I auch den buchstaben G verwenden kann, shrieb man es mit G: Gengis Khan. Weil aba die anglos nie wissen, wie sie das G aussprechen sollen, sprachen es die meisten doch als G aus wie in 'get'. Heutzutage is man meistens besser informiert un sagt es mit dem dsch-laut aus, un das gleich 2mal, also dshindshis-kan. Das is widerum gleich 2mal falsh, weil der erste laut ein TSCH is un der zweite tatsächlich ein G. Im portugiesishen spricht man es in den 2 silben mit dem französishen 'genie'-laut aus, also mit dem weichen SCH. Im deutshen sprechen die kultivierta leute den namen mit dem weichen DSCH aus, was falsh is, während die weniga kultivierten (o leute die nicht als snobs gesehen werden möchten) es richtig aussprechen, als TSCH. Soviele fehla weil jeman es falsh gehört hat un wegen der unlogik in der orthografie des englishen und von mehreren sprachen.

Jede sprache transkibiert namen aus sprachen, die nich die gleiche schrift ham, nach eigenem gutdünken, und manchmal erkennt ma berümte namen in andren sprachen gar nich, wegen der transkription. So schreiben die asarbaicanis Xruşşov, el albanis Hrushov, die nederlandis Chroesjtsjov, die litauis Chruščiovas, el englis Khrushchev, die franzis Khrouchtchev, die espanis Jrushchov, die italis bemün 3 akzente hintereinander, die sie nich ham, und deklariren die richtige schreibweise Chruščëv, da die meistis aber so was im kompiutor nur mit vil mü schreiben könnten, schreiben sie meistens Krusciov. Die portugalis bemün eine deutshe buchstabenkombination und schreiben Kruschev, die brasilis können sich nich entscheiden zwischen Khrushchov, Khrushchev und Cruschev. Bislang war der rekord an buchstaben 12, dann kommen die deutshis und brechen es mit links, Chruschtschow – 13 buchstaben. Der klarheit willen schlag ich eine internationale schreibweise vor. Das CH wird meistens für TSCH genommen, die franzis und portugalis nemen auch das CH und sprechen es als SCH aus, sollten es aber in solchen fällen als TSCH aussprechen. Daher kann ma das deutshe CH nich für den rachenputzor nemen, also nemen wir KH. Das ruskishe 'щ' kann man in andren sprachen ausser polski gar nich aussprechen, es is ein SCH zwischen den zänen, ein bisschen wie sch-tsch aber nich ganz, also wenn ma das sowieso nich richtig schreiben kann, machen wir es doch einfach und schreiben SH. Und das ruski 'ë' hat ja 2 pünktchen obendrauf, stet für 'jo', das J verschwindet aber nach SCH, also übrig bleibt is ein O. Das V is vil internationaler für /v/ als das W, also heisst es Chingis Khan und Nikita Khrushov. Überall in der welt ausser in China, wo es vermutlich mit den schriftzeichen für Ku Lu Sho geschriben wird. Nun ja, in China ham die europis nix zu suchen.

Ach so ja, wir waren in Mongol. Ich hatte immer den eindruck, dass ungariano, türkiano, mittelasiatishe sprachen und mongolian irgendwie verwandt sind, auch wenn eer entfernte verwandte. Und 'bir' heisst auf mongoliano 'shar ayrag', was nich unänlich wär wie ungariano 'sör' (ausspr. schör). Das wär ja schon ein missing link! Obwol natürlich ein wort aleine keine verwandtschaft macht. Dann entdeck ich aber, dass 'shar' nur 'gelb' heisst: 'shar ayrag' heisst wörtlich 'gelbe stutamilch'. Also doch nich. 'Airag' wär widerum mit dem türkian 'ayran' verwandt. Und ich gebe nich auf, ich frage mal tante google was 'gelb' auf ungariano heisst, und sihe da: es heisst 'sárga', schargo ausgesprochen. Und auf türkian? Sari. Na also, wer sagt es denn doch? Und 'apfel'? Auf ungarian 'alma', auf türkian 'elma', auf kasachian 'alma' (Almaty is die Apfelstadt), auf mongolian 'alzim' oder änliches. Ein offener vokal am anfang, L und M sind immer dabei. Und es handelt sich nich um wörter, die gewönlich kulturell importiert werden. Doch zwei missing links...

Ein oder zwei stunden, nachdem ma die stadt verlassen hat, sit ma kaum noch autos, genauso wenig wie menschis. Dafür jede menge freilaufende pferdis, schafis, kamelis, jakis, adlis, darunter die zwei gröszten vogelis die ich je geseen hab. Dazu vile pelzige feldmausis, zwei kleine schlangis ham wir auch geseen, vermutlich müssen sie den ganzen winter durchschlafen. Von zivilisation is kaum noch eine spur, ausser ein par jurten. Wer menschilere gegenden mag, is hir gut aufgehoben. Mongol is viranhalb mal so grosz wie Deutshland und hat weniger menschis als Berlin, und is daher das am dünnsten besidelte land der welt. Dafür hat es jede menge hügel und immer wider ganz, ganz weite ebenen. Alles mit gras bedeckt, und keinen einzigen baum.

In Kharakhorum schaun wir uns ein budistischen kloster und ein museum an, und zin dann weiter nach norden, oft über wisen und hügel, auf denen es keine straszen gibt oder nur pfade. Ma kommt zu eim schönen se, klettert später auf ein mini-berg und färt dann wider zurück. Auf dem weg bleiben wir in eim hotel am rande der landstrasze, Stefan get zuerst in die bar rein und 2 besoffene mongolis wollen mit ihm kämpfen, in aller freundschaft - nur um mal kräfte zu messen. Stefan is noch gröszer und breiter als ich. Er möchte gleich weiter zin, am ende bleiben wir doch und trinken ein par schnäpse mit inen.

In Ulaan Baatar besuchen wir noch das ser informative Nationalmuseum und dann mach ich mich auf die socken.



18:00 28.12.2012
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Geschrieben von

Zé do Rock

ich bin brasilianer, trampte um die welt, hatte vil ärger mit räubern, polizei und fraun, schrib bücher, drete filme, nu ge ich wider auf tur.
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Zé do Rock