Halo president

Bootswanne Afrika
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Am abend ge ich zum Mokolodi restaurant, das is eer teuer, dafür gut und wenigstens nich weit von zuhause. Da sitz ich bei einem bir nach gegessener malzeit, schau ins blaue, besser gesagt ins dunkelblaue weil es nacht is, und se hinter dem niedrigen geländer zwei kühe, aber moment mal, die sind ja richtig überdimensionale kühe! Dann ste ich auf und schau mal richtig hin, da sten 2 rinozeris. Und sie beschliszen, vor dem restaurant zu schlafen. So is eben Botswana. Als ich heimkomm freun sich die hundis, die mögen mich ser. Obwol ich rauchi bin. Aber der geruchsinn von hundis is ser schwach ausgesprägt, im vergleich mit dem eines antirauchi.

Ich schlaf liber in meinem bett. Zum früstüken muss ich mal wider zum Game City, eine portugala und eine heidelberga nemen mich mit. Auf dem weg dorthin, eine horde pavianis die die landstrasze blokiren. Mein früstück nem ich im Café Portugalia, wo ich mit der portugaliana geschäftsfüra und irem mann rede. Cristina is in Moçambique geboren, und als es dort brenzlig wurde, zog sie mit der familie nach Suidafrika, wo sie iren mann Joe (eigentlich José) kennengelernt hat. Der mann is zwar in Portugal geboren aber in Suidafrika aufgewaxen, und beide ham einen portugalian und ein suidafrikan pass. In Suidafrika wurd es dann irgendwann auch brenzlig, und so kamen sie nach Botswana. Denen get es gut, sie vermissen nur etwas leben: richtig aufregend kann man Botswana wirklich nich nennen. Oder wie’s ein europeer in Suidafrika kurz und prägnant zusammenfasste: das einzige probleem in Botswana is, dass da nix is.

Der president von Botswana steigt von seinem SUV aus und get einkaufen. Ich hätt es natürlich nich gemerkt dass er der president is, wenn Cristina es mir nich gesagt hätt. Am autokennzeichen merkt man nix, es is ein stinknormales kennzeichen. Er kommt zurück, steigt vorn auf den beifarersitz ein, die zwei leibwächter steigen hinten ein und wek sind sie. Das nenn ich understatement, vor allem in Afrika, wo ganze städte gesperrt werden wenn der president mal unterwegs is.

Ein bus zu nemen erscheint mir zu kompliziert: erstmal finden wo er losfärt, erfaren ob es sich um einen richtigen bus handelt, und eventuell stundenlang, villeicht bis zum näxten tag warten. Also tramp ich los nach norden. Henri hatte mir erklärt, dass die meistis über die stadt faren, aber man kann auch aussenrum faren. Näxte kreuzung links, näxte kreuzung rechts. Nur, nach einer stunde und der überzeugten meinung der anhaltenden faris, dass die strasze nie und nimmer nach Molepolole fürt, geb ich es auf und lass mich zurück in die stadt faren. Da kommt zufällig ein angestellter vom Café Portugalia vorbei, ein in Botswana geborener egipter, und er färt mich auf der richtigen strasze, raus aus der stadt. Ich neme die neugeterte und direkteste strasze, was doch keine so gute idee is, wie sich später herausstellt, weil keini durch ir färt. Von Molepolole nach Lethakeng nimmt mich eine frau mit, Sadi. Als ich einsteig, fragt sie mich ob ich sie töten will. Nein, ich hab gelesen, es stet die todesstrafe auf mord, vergewaltigung und drogendilen, also hab ich beschlossen, in Botswana von solchen aktivitäten abzuseen. Sie färt nur 80 sachen, leicht lächelnd und ab und zu braune bonen von irem stiropor-behälter löffelnd, und sie is arbeitslos, obwohl sie zimlich fridlich und zufriden aussit. Vermutlich die erste arbeitslose frau in Afrika, die mich mitnimmt, das gibt es nur in Botswana.

Bis zur mitte get es noch relativ flott voran, dann wird es richtig hart. Es gibt nur ein dorf alle 50 km, die näxte schlafmöglichkeit is in Kang, über 200 km entfernt. In den dörfern sten noch richtige runde afrohütten, die sind zimlich klein, so 3 oder 4 meter durchmesser. Dann baun manche richtige quadratische häuser, auch 3 oder 4 meter durchmesser. Dazu gibt es auch normalgrosze häuser. Ich laufe 5 stunden lang in der prallen sonne. Sie nähert sich allmälich dem horizont, und auf dem boden im gebüsch möcht ich nich unbedingt schlafen. Die gegend is mindestens 70 km von der Central Kalahari Game Reserve entfernt, also is es unwarscheinlich dass sich ein löwe hir verirrt, aber die schlangen sind überall. Da kommt ein bus vorbei und nimmt mich bis Motokwe mit. Da is nur noch ein restlicht, und die chancen, dass mich jemand mitnimmt, schwinden mit jeder minute, aber der bus färt mich bis zur hauptstrasze, wo nich ein auto pro stunde vorbei färt, sondern mindestens zwei. Der busfarer hupt ein vorbeifarendes auto an, der schaffner springt raus und redet mit den leuten, und prompt is meine weiterfart organisiert. Auch wenn ich mich herzlich bedanke, die zwei wissen nich wie dankbar ich inen bin. Ich far in einem vollbeladenen pickup mit, ganz hinten, die nacht kommt und es wird eine recht frische fart. Ich wage kaum zu träumen, dass ich noch heute ein nettes hotel krig und was zu essen, aber die tanke is ein komplex mit allem was das herz begeert. Der zimmerpreis is etwas über mein budget, ich zeig mich etwas schokiert, und er bitet mir ein zimmer one klimaanlage an. Ein echter witz, dass ich noch eine klimaanlage nach diser fart bräuchte.

11:28 20.11.2012
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Geschrieben von

Zé do Rock

ich bin brasilianer, trampte um die welt, hatte vil ärger mit räubern, polizei und fraun, schrib bücher, drete filme, nu ge ich wider auf tur.
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Zé do Rock

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