Mittelerdstrich-Gehnäher

Ungerechtes land Afrika
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Am airport von Malabo, der kapitale von Äquatorial-Guinea, frag ich ob ich nich a visa für die nacht krige damit ich im hotel übernachten kann. Man bringt mich zum comisario, der 80 euro dafür verlangt. Ich hab aba nach dem ticketkauf nur noch 50 – villeicht kann ich mit der kreditkarta zahlen? Man begleitet mich zu den automaten, aba wie immer in Westafrika geben sie nix her für meine Mastercard. In der sicherheitszona kann man nich rauchen, die poliziasten geben mir den tipp, dass ich aufm klo rauchen kann. Dás klo is selbst für a raucher zimlich rauchig. In der groszen halle hätte man es kaum gerochen, aufm klo extrem, und da müssen auch die antiraucher hin – dás haben sie davon. Und später krig ich hafturlaub, ich darf in der grossen bar ausserhalb der sicherheitszone bleiben, wo man auch rauchen kann. Später kommt sogar a typ von Ceiba vorbei und informa mich, dass ich da nach herzenslust essen und trinken kann, das zahlt alles Ceiba. Also ich nehm alle verdächtigungen zurück, die ich gegenüber diser firma geäussert hab. Das mit der veruntreuung is sowieso nur eine unbewisene vermutung, der journalist hat Google als seine quelle angegeben.

In Guinea Ecuatorial sind die leute oft braun, die ofizialen sprachen sind spanisch, französisch und portugiesisch, wobei die einzige geschribene sprache spanisch zu sein scheint, und die leute können es auch sprechen, wenn es sein muss. Normal sprechen sie liber ihre eigenen afrikanischen sprachen oder irgendein kreol. Was dás land wirklich andas macht, is die differenza zwischen prokopf-einkommen und HDI, dem Human Development Index, also dem versuch, soziale werte wie bildung und gesundheit mit einzubezihn. Die differenza zwischen rang im prokopf-einkommen und HDI könnte auch als indikator der sozialen ungerechtigkeit gesehn werden. Brasilien is 9 ränge oder punkte weiter unten im HDI als im prokopf-einkommen, also ein leicht ungerechtes land. Saudi–Arabien hat minus 15 punkte, Luxemburg minus 24 (weil sovil geld in den banken steckt, von dem die luxemburger nix haben), Katar minus 36. Nu, Guinea Ecuatorial hat 96 minuspunkte und is damit einsame spitze in der welt. Im prokopf-einkommen untere erste welt, im HDI mittlere dritte welt - dabei is noch die zweite welt dazwischen. Dás land is klein, hat für seine verhältnisse vil öl, und ölgeld kommt selten der ganzen bevölkerung zugute. Ob es echte armut gibt, weiss ich nich, jedenfalls sehn die leute am airport nich hungernd aus, sondern bestellen gern essen und whiskymikse. Man siht vile weisse gastarbeiter, fast nur männer die in den ölbohrinseln als ingenieure und techniker arbeiten, die “nideren” arbeiter wie putzhilfen und bedinungen kommen aus den nachbarländern. Die straszen in der kapitale Malabo sind zimlich ausnahmslos geteert, aba die häuser sind zimlich klein. Zumindest wenn man sie vom flugzeug siht – ich hab sie nur von oben gesehn, dafür 4 mal – 3 mal an einem einzigen tag.

Am näxten morgen soll es um 7 losgehn, und das flugzeug hat weniger als eine stunde verspätung – nich besser und nich schlechter als in Europa. Dass es noch ein unvorhergesehenen stopp in Bata im festland einlegt, das is in Europa eher selten. Nach einem 18-minütigen flug, sicher der kürzeste meiner carriera, landen wir in Libreville, Gabun. Und dann eine stunde über dás wasser und wir erreichen São Tomé.

01:17 29.10.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Zé do Rock

ich bin brasilianer, trampte um die welt, hatte vil ärger mit räubern, polizei und fraun, schrib bücher, drete filme, nu ge ich wider auf tur.
Schreiber 0 Leser 4
Zé do Rock

Kommentare