Nordscharfweisskrautland

Laute lautsprecher Asien - Nordkorea
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Es war bis vor kurzem verboten, mit der lokalen bevölkeru zu komuniziren. Jetz is es angeblich nich mer verboten, leider scheint das nur das dienstpersonal von hotels und restaurants zu wissen. Auf dem weg zu eim "original korianischen dorf" kommen wir an eim pavillon voller koris vorbei, es regnet, die warten das der regen sich verzit. Ich steig auf das pavillon und sag "halo" auf korian, da kommt keine antwort. Wir schaun uns ein par minuten das dorf an, und als wir zurück zum pavillon kommen, is keini mer da, obwol es nich aufgehört hat zu regnen. Trotzdeem, immer wider winken die leuti von der strasze, vor allem ältere leut, wenn ma mit dem bus vorbei färt, und kindis tun das sowieso. Is ja auch eine biologische reaktion, andersartige menschis und wesen kennenlernen zu wollen, wobei vili dem friden nich traun.

Wir faren nach Panmunjom, der grenze zu Südkorea. Eine demilitarisierte zone voller soldatis, mauern und für jeden europano turi sind 3 oder 4 chinano turis. Um die grenze sten einige gröszere gebäude, direkt an der grenze sten 3 kleine häuser, zwischen inen die sichtbare grenze, eine ca. 10 cm hohe mini-mauer. In eim der häuser stet ein tisch in der mitte, ein kabel mit uralten mikrofonen, mit denen die verhandlus damals aufgenommen wurden, verläuft über die mitte des tisches. Das is die grenze. Also war ich für ein par minuten in Südekorea. Auf der südkoriano seite is angeblich alles vil schwiriger, ma muss anträge stellen, ma darf nich winken und weiss der gei was. Zum mittagessen faren wir zu eim restaurant innerhalb der zone, die bedinas bitten, mich mit einer von inen fotografiren zu lassen. Kein probleem. Normal würd ich mein arm um ire schulter legen, schaut besser aus, aber ich weiss nich ob sie dann nich 50 jare ins arbeitslager muss. Jemand in der gruppe meint, sie machte eigentlich den eindruck als hätte sie das erwartet, dann ste ich wider auf, umarme sie und gleich noch eine, lasse mich fotografiren, dann machen das die andris auch und am ende gibt es ein foto wo sich alli kreuz und quer umarmen. Völkerverständig is doch noch möglich.

Wir bleiben in einer “kolonie” von netten häuschen wie ma sie aus Japan kennt. Da is es recht freundlich, ungut sind die lautsprechors in der ganzen stadt, die mit revolutionären reden, vermutlich von Kim Il Sung, und revolutionärer musik zur revolutionären arbeit aufmuntern. Zimlich frü get es los, man is ja nich hir zum spass, am abend hört es auf. Ausser in Pyongyang soll es so im ganzen land zugeen. Da freut sich der kori sicher.

Zurück in Pyongyang besichtigen wir ein americanisches spionagebot, das als fischkutter getarnt war und von den nordekoris erwischt wurde, dann ein geschenkemuseum mit vilen geschenken, die Kim Il Sung bekommen hat und das man auch das Kitschmuseum nennen könnte. Dazu noch das Kindipalast, wo die beste nummer ein kindorchester war, in dem ein kleines mädchen wie ein teufelchen sich über schlagzeug, trommel und xylofon hin und her virtuos durchschlägt. Da treff ich zufällig die leuti von der brasiliano botschaft. Der botschafto fragt mich ob ich nich schon in Wolfsburg mein film gezeigt und eine show hatte. Ja, das hatte ich. Ja, er war dabei. So trifft ma sich, einmal in Wolfsburg und einmal in Pyongyang. Sie sollen mich am näxten abend abholen, und wir sollen dann auf ein bir gen.

Ma sit auch jede menge imposante gräber und denkmäler, unter andrem eines für den friden zwischen Nord- und Südekorea, aber da wird man etwas misstrauisch, wenn ma sit wievile soldatis unterwegs sind und wievile bauern, darunter auch vile fraun, selbstverständlich ire gewere rumtragen. Steffen, ein leipzigo, fragt Kim: "Eine reguläre armee von über einer milion soldatis, und eine miliz mit 10 milionen, könnte ma das geld nich für was andres nutzen, zum beispil für... " - und ich denke mir, o je, jetz wird es etwas brenzlig hir, aber dann vervollständigt er den satz: "...mer denkmäler?" Ich muss mich voll konzentriren um nich in ein gelächter auszubrechen.

17:00 27.01.2013
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Geschrieben von

Zé do Rock

ich bin brasilianer, trampte um die welt, hatte vil ärger mit räubern, polizei und fraun, schrib bücher, drete filme, nu ge ich wider auf tur.
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Zé do Rock

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