Südschwarzenerdteilland

2th robot turn rite Afrika
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Wenigstens brauch ich kein visum für Südafrika, wie auch keins für die restlichen lander im südlichen Afrika, somit is die visa-odyssee vorläufig beendet. AB-Am flughafen van Johannesburg probir ich meine CFA-francs zu wexeln, leider akzeptiert sie keine wexelstube. Ich probir es mal wider mit meiner Mastercard, und sihe da, es get! Ich kann es kaum glauben! Ich neme die u-ban, leider färt sie nich ins zentrum van Johannesburg sondern in den relativ weissen und absolut wolhabenden vorort Sandton. Hir könnt es auch Canada sein. Die hotels sind luxuriös und entsprechend sind die preise. Ein taxifarer bringt mich zu einer kleinen aber feinen pension, alle kammer sind besetzt. Ich erklär dem farer, dass es etwas mer leben in der hotelumgebung geben sollte, also bars, läden, und er bringt mich zu einem Formula 1 hotel an der autoban. Hey, wo soll es hir supermarkte und bars geben? Er meint, ich kann ihn anrufen, dann bringt er mich zu einer bar. Wievil kostet denn so ein pläsier, hin und zurück? Um die 30 euro. Ja, dann noch das bir, villeicht 2 euro, da sind wir bei 32 euro – ich frag ihn, “Würdest du 32 euro für ein bir zalen?” Trotzdem bleib ich da, der preis für die fart bis dahin war schon saftig genug und zuvil möcht ich in diser stadt nachts nich rumgurken. Essen gibt es bei Formula 1 nich, dafür kann ich ja ein pizza-service anrufen. Der rezeptionist gibt mir eine nummer, die get nich, er verspricht dann dass er sich drum kümmert, ich warte 2 stunden und schlaaf ein.

Es get am näxten morgen ins zentrum, wo ich bald ein hotel find. Die groszen busse sind fast alle der marke Marcopolo – eine brasilianishe marke, überall in der weld vertreten, da shwillt mal wider mein patriotismus. Johannesburg erinnert mich in vilen aspekten an Sao Paulo: auf einem änlichen breitengrad, hoch gelegen, wobei Johannesburg deutlich höher liegt, und beide städte sind das ekonomishe zentrum nich nur irer jeweiligen lander sondern auch irer jeweiligen kontinente. Beide haben als gegenpol eine coolere, entspanntere küstenstadt, in Brasilien is es Rio und in Südafrika is es Kaapstadt. In Sao Paulo und Johannesburg war die bevölkerung vor 50 jaren zu über 90% weiss, der rest war shwarz – in Johannesburg natürlich nur, wenn man shwarze vorstädte wie Soweto nich mitzält. Shwarze hatten zur apartheidszeit einen ser begrenzten zugang zum weissen Johannesburg, sie durften nur rein wenn sie da einen job had, und da wonen durften sie überhaupt nich. In Sao Paulo wux der zustrom aus dem armen nordosten, 300 000 nordöstler migrierten jaarlich nach Sao Paulo, das entspricht der bevölkerung van Bonn, und so wurde die bevölkerung immer brauner. Manche nordestinos mögen weiss oder ganz shwarz sein, aber die meisten sind eben mischlinge aus weiss und shwarz, weiss und indianer oder alles zusammen. Brasilien wux in den 70er jaren zur achtgröszten nationalen ekonomie, dank vor allem seiner gröszeren bevölkerung, im pro-kopf-einkommen bliben beide lander änlich stark – gude zweide weld, mit einer relativ starken industrie und teilen davan in der ersten weld, wärend andre teile weiterhin in der dridden weld krebsten. In den 80er jaren kam die grosze krise für Brasilien, die quasi-insolvenz und die astronomishe inflation. Brasilien fil auf den 13. platz zurück, die missedaden wuxen rasant – welche stadt schafft schon jaarlich 300 000 neue jobs? - wärend Südafrika wenig zu beklagen had, van der politishen gewalt abgesehen. Mid der 90er jare is die wende für Brasilien gekommen, die inflation wurde wärend der regirung van Fernando Henrique Cardoso (oder einfach FHC) besiegt, waxtum setzte wider ein, die nachfolgende lula-regirung übernam die erfolgreichen rezepte, fügte noch einige hinzu, so dass nu Brasilien die sextgrösste nationale ekonomie der weld is und das geld etwas gerechter verteilt wird. In Südafrika is auch die wende gekommen, eine politishe: das ende der apartheid. Dise positive entwicklung hatte aber auch ire schattenseiten: plötzlich strömten millionen menshen aus den homelands in die groszstädte, dazu noch millionen gastwerker aus den nachbarlandern und Nigeria. Die mordziffer stig zu astronomishen höhen, 150 morde pro 100 000 einwoner im jaar. Zum vergleich: in den 90er jaren had Washington D.C. 70, Rio 65, Sao Paulo 40, New York 30, Berlin 15 und München 2 morde pro 100 000 einwoner im jar. Sowol in Sao Paulo wie in Johannesburg vermerten sich die gated communities, die geshlossenen stadtvirtel.In Sao Paulo versiegte dank der massiven investitionen in den nordosten der zustrom nach Rio und Sao Paulo, und so ging die mordziffer in der laatzten dekade auf 10 zurück, in Rio auf ca. 25. Ausserdem wurde vil in die polizei investiert, und villeicht is die grösste hilfe von den drogenbossen gekommen, die keine kleinkriminalität in iren reviren dulden, weil sie zu den “blitzen” füren, wie die razzien der polizei in Brasilien genannt werden. Und ire justiz is eben schneller und efektiver als die justiz der regirung – man kann sich als räuber glüklich schätzen, wenn man nur hospitaal-reif geschlagen wird.

In Sao Paulo wurde augenscheinlich die weisse “urbevölkerung” (in anfürungszeichen weil die echte urbevölkerung natürlich nich grade weiss war) durch eine braune ersetzt, in Joburg downtown durch eine shwarze. In Sao Paulo is sie noch da, man bekommt sie aber selten zu seen: sie sitzt in iren büros, in iren karren, in den shopping centers oder in iren häusern. Als fremdling siet man sie kaum, weil fuszgängis und bedinungspersonal braun sind. Etwas änliches passiert in Joburg, met dem unterschied, dass die weisse bevölkerung zwar in der stadt werkt, aber nie meer da wont nie, sondern in iren merheitlich weissen vorstedten.

In Johannesburg is der unterschied zwischen weiss und swarz ganz deutlich, die weissen stammen überwigend aus nordeuropese, sind gud hellhäutig, und die swarzen zimlich dunkelhäutig. In Brasilië wär man oft unsicher, wenn man raten müsste ob der mens ein gebräunter weisser is, der van portugese oder sicilis abstammt, oder doch ein heller mishling. Da is Sao Paulo eer mit Kaapstadt vergleichbar, wo vile bunte menshen (coloureds) leben und so die ganze couleur-skala vorhanden is. Andererseits machen die weissen in Brasilie 50% der bevölkerung aus, in Südafrika ca. 10%.

Jedenfalls het sich Joburg van nem Toronto zu ner Bronx verandert, met dem unterschied, dass inzwischen die Bronx viel sicherer is. Was die religion betrifft, sind hier nie nur die ganzen etablierten protestantiesen richtungen wie baptiste und presbiteris vertreten nie, sondern auch die brasilianiese Universele Kerch vom Reich Goddes. Sogar evangelikaliese TV-programme aus Brasilië haben sie hier, die gibt es in ganz Afrika wie auch in der ganzen welt – ‘n brasilianiese multi auf die ich nie besonders stolz bin nie.

17:38 09.11.2012
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Geschrieben von

Zé do Rock

ich bin brasilianer, trampte um die welt, hatte vil ärger mit räubern, polizei und fraun, schrib bücher, drete filme, nu ge ich wider auf tur.
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Zé do Rock

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