zeschnig

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RE: So war das Hollywood-Jahr | 07.01.2017 | 08:27

OK, es ist eine europäische Koproduktion aus dem Jahr 2015. Die Expertin auf dem griechischen Filmfestival in unserem Progammkino zählte den Film übrigens zum sogenannten neuen griechischen Film, der sich vor allem durch seine surreale Versponnenheit und die Abwesenheit von Realismus auszeichnete (so in etwa hab ich es in Erinnerung). Einen weiteren Film dieses Genres, den sie in diesem Zusammenhang erwähnte, Chevalier, haben wir uns später im Kino angesehen. War aber nicht so doll. Damals, Anfang des Jahres, gab es The Lobster ,glaub ich, schon auf DVD (unsere hätte die Stadtbibliothek vorrätig ;-)). Ein Erscheinen im Kino war nicht vorauszusehen.

RE: So war das Hollywood-Jahr | 07.01.2017 | 04:15

Hilfe, Lobster gehört sofort aus der Liste gestrichen!

Das ist ein GRIECHISCHER Film und kein amerikanischer!!! Es gibt keinerlei Begründung, den unter der Rubrik Hollywood zu führen.

Den armen Griechen auch noch das letzte rauben!. Abgesehen davon ist der von 2015 .

RE: Ein Fall für die Kleinbürgerin | 26.04.2013 | 13:33

Hier noch der Artikel, auf dem die Powerpointpräsentaion beruht. Interessanter Vergleich der Entwicklung der Wohlfahrtssysteme in den exsozialistischen Ländern nach der Wende samt ziemlich trüben Ausblick.

http://cccg.umontreal.ca/RC19/PDF/Lendvai-N_Rc192009.pdf

RE: Ein Fall für die Kleinbürgerin | 25.04.2013 | 16:48

Im Prinzip bin ich doch bei Dir. Was man an Zahlen festmachen kann, lässt sich leicht finden, z.B. bei Eurostat.
Und die belegen halt, dass Slowenien bisher von einer relativ hohen Gleicheit bei den Einkommen geprägt war und
dass diese Einkommen eigentlich ziemlich hoch waren.
Etwas anderes ist, was man so als Gast erlebt. Ich habe mich in diesem kleinen, eher ländlich und kleinstädtisch
geprägte Land immer sehr wohl gefühlt. Auffallend war bis zum EU Beitritt, dass die sonst im Osten (und auch in
Ostdeutschland) verbreiteten Discounter der internationalen Marken (vor allem deutsche) kaum zu finden waren.
Stattdessen kaufte man in ebenso gut bestückten, aber vielleicht etwas teureren einheimischen Supermärkten.
Überhaupt schien Slowenien keine verlängerte Werkbank des Westens und auch kein Absatzmarkt für fremden Ramsch zu
sein. Dieser subjektive Eindruck wird ja auch im Text beschrieben. Nach dem EU Beitritt hat sich das Bild (was
man so im Lande sieht) geändert. Die Discounter sind angekommen und mit ihnen wohl der Druck auf Preise und Löhne
der einheimischen Beschäftigten. Es ist klar, dass Aldi (Hofer) so ein Ländchen wie Slowenien locker von
Deutschland oder Österreich aus versorgen kann.
Ich habe hier eine Powerpointpräsentation unbekannten Ursprungs ;-),die im tschechischen Internetmagazin Britske
Listy veröffentlicht wurde (mal nach "The World of Work and Social Welfare in the New Europe" googlen) in der die
exsozialistischen Beitrittsländer in Bezug auf ihre Gesellschaftsmodelle verglichen werden. Die Autoren teilen
diese Länder in drei Gruppen, die Neoliberal welfare states, „Social corporativist regimes“ (nur Tschechien und
Slowenien) und einer Mischgruppe. Aus eigener Anschauung kann ich sagen, dass diese zwei Länder mit ihrer
Orientierung am skandinavischen Wohlfahrtsmodell (grob gesagt) den Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft
wahrlich am besten hinbekommen haben. In den meisten anderen Ländern nahm die Ungleicheit und die Armut drastisch
zu, was auch immer mit einem anwachsen rechtsextremistischer und fremdenfeinflicher Strömungen einherging. Auch
davon sind Tschechien und Slowenien bis heute verschont geblieben.
Kurz gesagt, es wäre ein Jammer wenn sich dies nun durch Panikprivatisierung oder aufgezwungene Austerität ändern
würde.

@Janko1: auch interessant, die Spaltung der Gesellschaft in Titoanhänger und Partisangegner ist mir als einfacher

Tourist nie aufgefallen. Auf unseren Reisen sind uns jedoch öfter junge oder mittelalte Leute mit Tito T-Shirts aufgefallen.

RE: Ein Fall für die Kleinbürgerin | 22.04.2013 | 09:56

Wie heißt es so schön: Wenn man keine Ahnung hat...

Sie fordern hier groß Fakten und gleich ihr erster ist eine glatte Irreführung. Slowenien ist keineswegs "extrem arm". Das Gegenteil ist zwar auch nicht wahr, kommt aber der Wahrheit am Ende näher als ihr Blindschuss.

Slowenien ist unter den exsozialistischen Beitrittsländern mit Abstand das wohlhabendste und Einkommensverteilung ist von relativer Gleichheit geprägt (zumindest bisher). Zusammen mit der Tschechischen Republik galt Slowenien in der Vergangenheit eher als wohlfahrtsorientierte und sozialstaatsorientierte Ausnahmen.

Wie gesagt bisher.

RE: Offener Brief an Albrecht Müller | 02.07.2012 | 15:11

Könnte ja durchaus möglich sein, dass es zu dieser Entwicklung kommt, also, dass Staaten unter dem Druck der Wähler gezwungen werden, dass Geld dort abzuholen, wo es reichlich vorhanden ist.

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass es einerseits solche Staaten geben wird und andererseits solche, bei denen es weiterhin auf die Ausquetschung und Ausdünnung des öffentlichen Sektors hinauslaufen wird. So wie bei uns in Sachsen. Wir sind zwar beim Schuldenstand top, andererseits aber kaum noch in der Lage sind, z.B. unsere Schüler anständig zu unterrichten.

Für Deutschland jedenfalls sehe ich da keine großen Hoffnungen, hier ist der sächsische Weg sicher vorgezeichnet.

RE: Griechenland und die deutsche Meinungsmache | 21.06.2012 | 20:10

Oben erwähnter taz Kommentar hat mich auch ewig aufgeregt. Letzlich ist es jedoch nur die persönliche Meinung eines einzelnen, älteren Redakteurs, der wohl, so kurz vor der Rente stehend, den Absprung zur "Welt" nicht mehr geschafft hat und nun den Kündigungsschutz seines Arbeitgebers etwas auf die Probe stellt. Fühle mich sonst von der taz in Bezug auf Krise und Griechenland recht gut informiert. Das links bei der taz sehe ich nicht in Anführungszeichen.

RE: Ist Viktor F. alles egal? | 09.06.2012 | 12:38

Ich möchte mich miauxx anschließen, ein wirklich sehr gelungener Beitrag, der sich wohltuend vom gängigen Ukrainebild in den Medien abhebt. Gerade weil er so offensichtlich auf gründlicher Kenntnis und, warum auch nicht, Zuneigung (zu Land und Leuten) beruht. Ich habe im alten Freitag schon immer gern die Reportagen von Martin Leidenfrost gelesen , in denen er durch Beobachtungen des Alltags so anschaulich die Wirkungen der großen Politik veranschaulichen konnte. Ich denke da nur an die Reportage über seinem Nachbardorf Marchegg und die Schwierigkeiten seiner Bewohner sich auf die veränderte Situation mit einer offenen Grenze einzustellen.
Leider wird die Wiederlesensfreude getrübt durch die unsäglich dämlichen und ärgerlichen Kommentare weiter oben.

RE: Lodestar-Musikerin Sarah Harmer, O Canada III | 29.05.2011 | 22:05

Lieber Columbus,

vielen Dank für die Mühe. Ich hätte wiederum für die Frau Reygers (nicht nur) mal eine Empfehlung. Zwanghaft muß nämlich ich Sharon van Etten weiterempfehlen. Nicht weil ich dafür etwas bekommen würde, sondern weil ich nachhaltig von der Qualität und der einzigartigen Bühnenpräsenz dieser Sängerin begeistert bin. Vor 2 Jahren trat sie bei uns Solo mit Klampfe im Vorprogramm (wovon eigentlich?) auf. Der Klub heißt "beatpol" und ist, wie der Name ahnen lässt, ein richtiger Rockschuppen (wenn auch mit stets erlesenem Programm). In der Regel haben die Mädels (oder auch Jungs) mit Klampfe in dieser Position keine Chance. Da mußten auch Größen wie Mary Gauthier durch. Es wird durchgequatscht und Bier getrunken. Die Musik stört in der Regel (nur wenig). Bei Sharon van Etten war das anders. Sie bewirkte eine unglaublich konzentrierte Aufmerksamkeit beim (überwiegend jungen) Publikum, wie ich es in dieser Konstellation noch nie erlebt habe. Ich könnte jetzt mit Attributen wie zerbrechlich oder das innerste berührend um mich werfen. Aber ich bin kein Experte im beschreiben von Gefühlen.
In den zwei Jahren seit ihrem Auftritt in der europäischen Pampas hat sie jedenfalls ganz schön Wellen gemacht, war bei Bob Boilen bei NPR, beim SXSW Festival, wurde von weitaus berühmteren Kollegen gecovert usw.
Dies hier ist mal nicht akustisch und auch mit Begleitung. Trotzdem gut, wie ich finde:

www.kcrw.com/media-player/mediaPlayer2.html?type=video=mb110325sharon_van_etten

Die Garrigle Schwestern haben mir übrigens ganz hervorragend gefallen. Allerdings verstehe ich kein bisschen Französisch. Und ich werde den Verdacht nicht los, daß sie mir irgendwo schon mal über den Weg gelaufen sind (eventuell in Rudolstadt?).

Einen schönen Sonntag Abend wünscht

zeschnig

RE: Lodestar-Musikerin Sarah Harmer, O Canada III | 27.05.2011 | 23:45

Den Lobpreisungen für kanadische Musik kann ich mich nur von ganzem Herzen anschließen. Auch ich habe ein Faible für Alternative Country und Folk. Und da kommt einfach sehr viel vom besten des Genres aus Kanada. Zu meiner Verwunderung waren mir die vorgestellten Musiker bislang aber allesamt unbekannt. Aber so soll es ja sein, man ist ja dankbar für ehrliche und von Herzen kommende Empfehlungen.
Meine Lieblingskanadier sind Bands wie "Woodpigeon", die "Sadies" oder, vor zwei Jahren live bei uns in der Stadt erlebt, die "Great Lake Swimmers".
In diesem Zusammenhang fällt mir noch (aber eigentlich vor allem) die wunderbare Neko Case ein. Aber die ist ja nur Kanadierin ehrenhalber. Als Rocksängerin ist sie auch als Mitglied der Vancouverer Band "New Pornographers" zu hören (die ich über alles mag). Nicht unerwähnt bleiben sollte auch Kathleen Edwards, eine junge Vertreterin des eher alternativen Countrys, deren CD "Failer" (schon etwas älter) ich sehr gern gehört habe. Bei uns eher unbekannt, sind die meisten der erwähnten Bands und Musiker in ihrer Heimat sehr populär. Da könnte man wieder mal einen schwermütigen Seufzer fahren lassen, angesichts des Elends das sich bei uns in den Hitparaden rumtreibt.
Für Videolinks habe ich jetzt leider weder Zeit noch Ahnung, aber wer sucht wird fündig.