Konsumboykott, virtuell organisiert, als Chance für die Demokratie?

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Die direkte Einflußnahme auf politische Entscheidungen auf so höchst sensiblen und überlebenswichtigen Themenfeldern der Nahrungs-, Energie-, Pharma-, und Textilindustrie ist möglich:

Durch im Internet gezielt organisierten Produkt- und Herstellerboykott!

Mir schwebt seit Jahren eine gewisse Art von Produkt - und Herstellerboykott vor, der virtuell organisiert, zeitlich festgelegt und thematisch passend zu den modischen Flashmobs aufschließt, deren Aktionismus sich jedoch vom puren Spaß an der Sache (z.B. Yeah-Rufe bei Merkel-Reden )selbstredend unterscheidet, da man durch gezielten Boykott von bestimmten Herstellern ein relevante Löcher in deren Image und Selbstbewußtsein reißen könnte, abgesehen von den Umsatzeinbrüchen.

Die Aufrufe müssten sich unverbrämt an die Zielgruppe richten, rethorisch angemessen bzw. angemessen polemisch sein, um den gewünschten Wirkungsgrad auch zu erreichen. Denn: Ob gebildet oder nicht, Menschen, die bestimmte Waren als Ausdruck ihres Lebensgefühls konsumieren, weil es "stylisch", "hochwertig", "must-have" ist, sind in der Regel nicht empfänglich für sachliche Kritik. Damit kommen wir nirgendwohin.

Maximale Polemik um pure Emotionen zu wecken, auf die Tränendrüse, das Schamgefühl, das Gewissen fertig, los: Schönes Thema fürs erste Brainstorm: Kinderarbeit.

z.B. gedachter Aufruf 1.01:

"Wir kaufen jetzt alle mal bis Ende 2010 keinen Fetzen Textil, keinen Schuh, keine Cap, keine einzige Socke, keinen Schnürsenkel von NIKE und ADIDAS!

Und ab Januar 2011 erwarten wir stichhaltige Beweise, nicht nur Absichtserklärungen, dafür, dass es die Hersteller nunmehr bevorzugen, ihre Produkte AUSSCHLIEßLICH von Erwachsenen fertigen zu lassen, da sie von den 900 Millionen Dollar, die beide Hersteller jährlich für ihre Werbeanzeigen und angeschlossenen Unsinn ausgeben, eine Kleinigkeit eingespart wurde."

Ich vermute, dass das auch unseren marken-geilen liquiden Mitbürgern durchaus munden würde: Dass sie direkte Einflußnahme durch Konsumboykott üben könnten. " Spiel, Spaß, Spannung!" Das wäre ein guter Anfang.

Um das alles noch anzufeuern, nimmt man unliebsame sogenannte Prominente, um sie mit dem Produkt am Leib eiskalt zu erwischen, zu filmen und zu diffamieren.

Naja, also...sehr ungelenk, ich weiss, Alle werden jetzt schreien, ha!, viel zu undifferenziert und Quark mit Soße, die Kinder müssen dort doch arbeiten usw..., aber darum geht es nicht... ich bin was Blogs betrifft, ein absoluter Frischling..Also bitte ich herzlich um Tips für (Blog)Leben! :)

19:38 25.07.2010
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