Mission und Abenteuer "Geordneter Rückzug" - Teil 3 (Endnoten 12-54)

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12 Vgl. Makdissi, Paul, „La Décroissance Démographique: Pourquoi pas?“, in: Revue d'économie politique 2003/3 Vo. 113, p. 403-414 (www.cairn.info/load_pdf.php?ID_ARTICLE=REDP_133_0403); Schulz Meinen, Haimo, „Slim nation: Bildet Banden! Gegen zwanghafte Versuche, die Bevölkerungszahl zu stabilisieren oder: Leere Räume schaffen Platz für neuen Ideen“, in: telepolis, 05.03.2005, www.heise.de/tp/artikel/19/19568/1.html.

13 Vgl. „Zu lange gewartet“, Komm. Hartmut Kaczmareks, stv. Chefredateur der Thüringer Landes-zeitung, 07.10. 2011, über den demografischen Wandel,www.tlz.de/startseite/detail/-/specific/Zu-lange-gewartet-168880136.

14 Vgl. Hartmut Kaczmarek, „Pößneck kommt zurück: Thüringen bis 2020 auf Westniveau“ / 07.10.11 / TLZ, http:// www.t­lz.de/startseite/detail/-/specific/Poessneck-kommt-zurueck-Thueringen-bis-2020-auf-Westniveau-1680902215.

15 Vgl. Christian Schwägerl, Menschenzeit. Zerstören oder Gestalten? Die entscheidende Epoche unseres Planeten, Mün­chen: Riemann 2010, S. 188f.

16 Vgl. Christian Schwägerl, Menschenzeit. Zerstören oder Gestalten? Die entscheidende Epoche unseres Planeten, Mün­chen: Riemann 2010, S. 182

17 Vgl. Joseph Stiglitz, zit. n. Thomas Assheuer, „Frühling in Amerika. Die Anti-Wall-Street-Proteste greifen den Finanzka­pitalismus an“, Die Zeit, 41/2011, 6. Oktober 2011, S. 51.

18 Vgl. „Zahl der Woche“, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.10.2011, S. C 1, mit Angaben des Etat-Büros des (US-) Kongresses.

19 Vgl. David McKay, Sustainable Energy – Without the Hot Air, 2009, zit. n. Herbert Girardet/ Miguel Mendoca, Neue Energien freisetzen. Für eine ökologische und gerechte Welt, Zürich: Rotpunktverlag 2010, S. 32.

20 Vgl. Herbert Girardet/ Miguel Mendoca, Neue Energien freisetzen. Für eine ökologische und gerechte Welt, Zürich: Rot­punktverlag 2010, S. 20.

21 Vgl. Herbert Girardet/ Miguel Mendoca, Neue Energien freisetzen. Für eine ökologische und gerechte Welt, Zürich: Rot­punktverlag 2010, S. 42.

22 Vgl. Federico Demaria, Francois Schneider, Andrea Calsamiglia, Laura Blanco, Dalma Domeneghini: „Degrowth in South Europe: complementarity in diversity“, (2011), www.esee2011.org/registration/fullpapers/esee2011_fca078_1_1311324846_8820_2134.pdf

23 Vgl. Ralf Ericsson, Jan Otto Anderson, „Elements of Ecological Economics“, London: Routledge 2010, S. 131f., m. Ü.

24 Vgl. Christopher Caldwell, „Décroissance: how the French like to counter capitalism“, Financial Times, October 18/ Oc­tober 19, 2011, p. 9.

25 Vgl. Serge Latouche, Le pari de la décroissance, Paris: Fayard 2006; engl.: Farewell to growth, Cambridge: Politiy Press 2009;www.newint.org/features/2010/07/01/decroissance-french-degrowth-movement/; dt.: Minuswachs-tum: Die falsche Kritik der Alternativökonomen, Le monde diplomatique 12.11.2004, (www.monde-diplomati­;;;;que.de/pm/2004/11/12.mondeText.artikel,a0055.idx,15).

26 Vgl. www.ifa.de/pub/kulturaustausch/archiv/ausgaben-2011/weniger-ist-mehr/

27 Vgl. Paech, Niko, „Die Legende vom nachhaltigen Wachstum“, in: Le monde diplomatique, S. 12-13, 10.09.2010.

28 Vgl. das Sonderheft JClePro 18 (2010) mit vielen Konferenzbeiträgen der ersten Décroissance-Konferenz in Paris im April 2008, darin u.a. Schneider, François/ Kallis, Giorgos/ Martinez-Alier, „Crisis or opportunity? Economic degrowth for social equity and ecological sustainability. Introduction to this special issue“, p. 511-518.

29 Ralf Ericsson, Jan Otto Anderson, „Elements of Ecological Economics“, London: Routledge 2010, S. 131.

30 Vgl. den Aufruf der Linken zur Demonstration in Berlin am 29.10.2011,www.jungewelt.de, „Konferenz: EU am Ende? - Alternativen zum kapitalistischen System, Samstag, 29. Oktober 2011, 10-18 Uhr, Karl-Liebknecht-Haus, Klei­ne Alexanderstraße 28, Berlin, MdEP Sabine Wils (GUE/NGL). 60 Jahre nach der Unterzeichnung der ersten europäi­schen Verträge scheint der europäische Integrationsprozess durchgesetzt zu sein. [...] Das Modell einer europäischen Wettbewerbswirtschaft ohne sozialen Ausgleich ist gescheitert. […] Ohne Perspektive und Hoffnung gehen Hunderttau­sende in Griechenland, Portugal, Spanien und Italien gegen diese Politik von IWF, EU-Kommission und EZB auf die Straße. Das Ende des Euro scheint nahe zu sein. [...] In dieser Situation reicht [...] kein Nein zum heutigen Kapitalis­mus. Für eine positive Orientierung müssen wir die Debatten über Alternativen intensivieren und in die Gesellschaft tra­gen. Was kann und muss kommen, um den neoliberalen Kapitalismus mit seinen sich rasant verschärfenden Widersprü­chen im Sinne der Menschen abzulösen? Welche Alternativen bietet die Linke den Menschen an? Kurz: Was sind die Alternativen zum kapitalistischen System in Europa?“

31 Vgl. folgende zehn Schritte: „A 1. ERKENNEN, dass wir uns in unserer Kultur auf einem selbstgewählten bzw. durch eine kleine Gruppe forcierten Weg zu etwas hin und von etwas weg befinden. A 2. ZUGESTEHEN, daß dieser Weg der westlichen Zivilisation nur eine von abertausend Möglichkeiten ist, die prinzipiell überall und jeder kulturellen Gruppe offen stehen. A 3. BEWERTEN, daß unsere Kultur in den Aspekten Gerechtigkeit, Dauerhaftigkeit, Vernichtung, Ver­sklavung anderer und Einfachheit zu den schlechtesten unter allen Möglichkeiten gehört. Ihre Pluspunkte fallen deshalb kaum ins Gewicht. A 4. Resigniert AKZEPTIEREN, daß die großen Mehrheiten bereits süchtig, über Herrschaftsteilha­be eingebunden worden sind und diese Kritik so nicht unterstützen. Andere haben z.B. wegen fehlender Schulbildung nicht einmal ansatzweise die Möglichkeit, die sie zerstörenden Strukturen zu überblicken. Außer uns selbst wird nie­mand handeln. A 5. BESCHLIESSEN, daß eine 180°-Grad-Wendung erforderlich ist: Herrschaft abgeben, Eroberungs­sucht stoppen, Technik reduzieren, Menschenzahl verringern, weniger dauerhafte Materialien, Verbindungen und Arte­fakte, dafür dauerhafte Existenz von kleinen Gruppen. A 6. VORGEBEN, wie die neue Zielsetzung in einzelnen Schrit­ten nach und nach erreicht werden kann und soll. B 1. FESTSTELLEN, in welchen Zonen die Zerstörung am weitesten fortgeschritten ist. Die Hemerobiegrade - Meßwerte für Wirkungen menschlichen Einflusses - müssen weltweit kartiert werden. Hinreichend differenziert und kombiniert mit dem globalen biogeographischen Kartierungssystem des UNES­CO-Programmes 'Der Mensch und die Biosphäre', ergibt sich so für jede Bioregion ein System von Hemerobiograden, an denen die Richtungen für Abzug, Rückbau und Abtransport in einer Region abgelesen werden können. B 2. AUF­STELLEN, wie für eine konkrete Region ein Rückzugszeitplan aussehen soll. Als Beispiel dient hier die Lüneburger Heide. Rückzugpläne sind verwaltungstechnisch auf der Ebene der Regionalen Raumordnungspläne anzusiedeln. Erfor­derlich sind dafür ein komplett neues Bundesraumordnungsgesetz nebst anzupassender Ländergesetze. B 3. ZUWEI­SEN, welche Verwaltungseinheit in welchen Zeiträumen welche Abzugsleistungen erbringen soll. Beispiel: der Ge­meinde Amelinghausen/Lüneburger Heide obliegt es, binnen fünf Jahren militärische Hinterlassenschaften zu beiseiti­gen, binnen 15 Jahren die örtliche Industrieproduktion stillzulegen und auf hochpreisigen Erlebnistourismus umzustei­gen, binnen 30 Jahren die Einwohnerzahl auf ein Zehntel zu verringern, Wohngebäude und Straßen im gleichen Anteil abzureißen, in Bestandteilen abzutransportieren und die Gelände zu renaturieren. B 4. DURCHSETZEN von ersten Rückzugsbewegungen, notfalls auch gegen massive Widerstände.“ – Schulz Meinen, Haimo, „Nichts ist unmöglich – so schafft man Zivilisation ab“, 1995, unveröffentlicht.

32 So die auf die Mitochondrien- und Zellkern-DNA gestützten Rekonstruktionen laut Robin I.M. Dunbar, „The Human Story. A new history of mankind's evolution“, London: Faber & Faber 2004, S. 33.

33 Nach den Berechnungen der Vereinten Nationen wurde der 7.000.000.000ste Mensch am 31. Oktober 2011 geboren. Vgl. Ehrenstein, Claudia, „7.000.000.000 Menschen und die Folgen“, Die Welt, 27.10.2011, S. 8.

34 (1967-2011): Der Autor ist jetzt 44 Jahre alt, 44 Jahre, in denen sich die Menschenanzahl von 3.500.000.000 auf 7.000.000.000 verdoppelt hat. Also ist er quasi das Zeitmaß für eine halbe Weltbevölkerung, vgl. „Herzlich willkom­men!“, Zeit-Grafik Nr. 124, Thema: Bevölkerung, Die Zeit, 27.10.2011, S. 53.

35 Vine Deloria jr., Nur Stämme werden überleben. Indianische Vorschläge für eine Radikalkur des wildgewordenen Westens, München: Trikont ²1977, S. 106.

36 Robin I.M. Dunbar, „The Human Story. A new history of mankind's evolution“, London: Faber & Faber 2004, S. 40.

(Fußnoten 37-38 für Blogausgabe gestrichen)



40 Vgl. Müller, Norbert: „In the long run we have to construct a unified anthro-ecological theory […]“; „the approach presented here is characterized best as a contribution to materialistic anthropology of civilizations, see [Gerhard, Jean] Lenski, [Marvin] Harris, [K.E.]Boulding and [G.C.] Homans […].“ Norbert Müller, Civilization Dynamics, Vol. I, Al­dershot: Avebury 1989, S. xiv u. 6; kursiv (und englisch) im Original.

41 Vgl. Oesterdijkhoff zu Jared Diamond: „Diamond erklärt soziale Evolution geostrategisch und interkontinental, er erklärt Voraussetzungen, von denen die Klassiker der Soziologie und heutige Soziologen abstrahieren. Spencer, Durk­heim, Weber und Marx hätten die Frage nicht beantworten können, weshalb sich Hochkulturen und Industriegesell­schaften nicht zuerst und dominierend in Australien oder Altamerika entwickelt haben, auch dann nicht, wenn sie sich überhaupt ernsthaft diese Frage gestellt hätten. Nichtsoziale Vorbe­dingungen sozialer Entwicklungen zu thematisieren, das liegt außerhalb des Horizonts der interna­tionalen Soziologie. Nicht nur in diesem Punkt hat sie von der amerikani­schen Kulturanthropologie und anderen Disziplinen zu lernen, will sie nicht den Anschluss an wissenschaftliche Revo­lutionen und neue Erkenntnisse verpassen.“ (Oesterdiekhoff, Georg W., in: ders./ Papcke, Sven (Hrsg.) Schlüsselwerke der Soziologie, Westdeutscher Verlag: Wiesbaden 2001, Eintrag „Jared Diamond: Arm und Reich“, S. 107.)

42 Vgl. die Erläuterungen zur „Religionswissenschaft ohne Verständnis“ in Schulz Meinen: „Die Staatsreligion. Men­schenrechte kontra Naturschutz“ (Marburg: Diagonal 2000), S. 27 u. 138 ff.

43 Joël de Rosnay hatte aus diesen Gründen ein Makroskop gefordert. De Rosnay war von 1967 bis 1971 am MIT (Bo­ston, USA) und leitete später die Abteilung für Entwicklung und Internationale Beziehungen des französischen Forum für Wissenschaft und Industrie. 1975 war de Rosnay einer Aufforderung des japanischen Zivilisationsforschers Masa­noa Toda gefolgt und hatte das „Makroskop“ beschrieben, mit dem man große Phänomene wie die Zivilisation beschrei­ben kann – eine bestimmte Form der Computeranwendung. Vgl. Toda 1972, S. 194: „Unfortunately no one has invented a makroskope.“ – „We can see the atoms of civilization, but it is hard to conceive what civilization looks like as a who­le.“

44 Gruhler, Karin/ Böhm, Ruth, Auswirkungen des demographischen Wandels auf das Stofflager und die Stoffflüsse des Wohngebäudebestandes – Deutschland 2050, Stuttgart: Fraunhofer IRB Verlag 2011.

45 Vgl. Paul Ehrlich im Interview, „Das führt zum Untergang der Menschheit“, in: Süddeutsche Zeitung, 30.10.2011, www.sueddeutsche.de/wissen/paul-r-ehrlich-im-interview-zehn-prozent-chance-zu-ueberleben-1.1176991.

46 Vgl. Deilmann, C./ Gruhler, „Stoff- und Energieflüsse von Gebäuden und Infrastrukturen als Grundlage für ein vor­ausschauendes szenariogeleitetes Stoffstrommanagement“ (Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung, 2005).

47 Nirgendwo hat die Prothesenentwicklung so viele Fortschritte gemacht als während und nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland, als der deutsche Kaiser die in den verlustreichen Gräbenschlachten Kriegsversehrten möglichst schnell, wenn auch eingeschränkt, für den Einsatz wiederverwenden wollte.

48 In einem persönlichen Gespräch mit dem Journalisten Christan Schwägerl beim UN-Klimagipfel in Kopenhagen, Dezember 2009, vgl. Christian Schwägerl, Menschenzeit. Zerstören oder Gestalten? Die entscheidende Epoche unseres Planeten, München: Riemann 2010, S. 192.

49 Hartmut Kaczmarek, „Pößneck kommt zurück: Thüringen bis 2020 auf Westniveau“ / 07.10.11 / TLZ, www.t­;;;;lz.de/startseite/detail/-/specific/Poessneck-kommt-zurueck-Thueringen-bis-2020-auf-Westniveau-1680902215.

50 Entnommen aus der Ökodorf-Homepage, vgl.www.peopleforfuture.de/inspiration/projects_details.php?id=33.

51 Selbstdarstellung; vgl. www.siebenlinden.de/htmcontent2090.html.

52 Vgl. Buß, Christian, „Das dreckige Dutzend. Steinzeit-Soap in der ARD“, in: Der Spiegel, 27. Mai 2007, 13:32 Uhr,www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,485055,00.html.

53 Vgl. Buß, Christian, „Das dreckige Dutzend. Steinzeit-Soap in der ARD“, in: Der Spiegel, 27. Mai 2007, 13:32 Uhr,www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,485055,00.html.

54 Vgl. Statment on Human Rights, American Anthropological Society, Executive Board, in: American Anthropologist, New Series 49, No. 4, Part 1, 1947, p. 539-543, p. 540.

55 „Denn selbst wenn eine/r nichts anderes will, als so weiterleben wie zuvor, ist das eine Handlung, die Partei ergreift, weil eben exakt diese unsere bestehende Lebensweise in ihrer materiellen Dominanz der zentrale Akt von Herrschaft ist, der die Möglichkeit zu jener[/jeder; zweifel] alternativen Lebensweise vernichtet.“ Godela Unseld, Maschinenintelli-genz oder Menschenphantasie? Ein Plädoyer zum Ausstieg aus unserer technisch-wissenschaftlichen Kultur, Frankfurt/Main: Suhrkamp 1991, S. 79.

17:30 21.01.2012
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Geschrieben von

Zweifel

für offene (Spezies-)Grenzen und Politik ohne Repräsentationsfaktor für die nächsten Jahrhunderte
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