Ernste Notlage?

Biographie Er schrieb mit den Dire Straits Musikgeschichte und gilt als einer der besten E-Gitarristen der Welt. Dies stellt er nach Auflösung der Band auch weiterhin als Solokünstler unter Beweis
Ernste Notlage?
Universal/Fabio Lovino

Mark Knopfler wurde 1949 in Glasgow geboren, hat jedoch ungarisch-jüdische Wurzeln:  Sein Vater Erwin Knopfler war Architekt, seine Sympathien für die Kommunisten zwangen ihn zur Flucht aus dem faschistischen Ungarn. Knopflers Mutter Louisa Mary Knopfler war Engländerin.

In den 1950er Jahren zog Mark Knopfler mit den Eltern in das im Nordosten Englands gelegene Newcastle-upon-Tyne. Er lernte als Teenager das Gitarrespielen und begann nach der Schulzeit, für die Yorkshire Evening Post in Leeds zu schreiben. Zusammen mit gelegentlichen Auftritten in Clubs konnte er damit sein Journalistikstudium an der University of Leeds finanzieren, das er 1973 abschloss. Später war Knopfler auch Dozent am Loughton College in Leeds. In London gründete er 1977 mit seinem Bruder David Knopfler, dem Bassisten John Illsley und dem Schlagzeuger Pick Withers die Band Dire Straits. Der Name der Gruppe (deutsch: ernste Notlage) bezieht sich auf die damals schwierige finanzielle Situation der Band.

1978 erschien das Album Dire Straits, das mit "Sultans of Swing" auch gleich den ersten Hit enthielt. In den folgenden Jahren kristallisierte sich Mark Knopfler als Kopf der Band heraus. Bis auf Bassist Illsley wechselten die Bandmitglieder mehrfach. Wichtigster musikalischer Begleiter für Knopfler wurde Guy Fletcher, der 1985 Mitglied der Dire Straits geworden war und ihn bei seinem Nebenprojekt The Notting Hillbillies und allen Soloalben unterstützte.

Mit dem Soundtrack zu dem Film Local Hero veröffentlichte Knopfler 1983 sein erstes Soloalbum. Doch er blieb Mitglied der Dire Straits, die 1985 mit dem Album Brothers in Arms ihren größten Erfolg hatten. Ihr nächstes und zugleich letztes Studioalbum (On Every Street) erschien erst 1991. Nach der anschließenden Tour konzentrierte sich Knopfler auf seine Solokarriere, mit der er nahtlos an die Erfolge mit Dire Straits anknüpfte.

Musikalisch wurde Knopfler in seiner Jugend, wie er im Oktober 2004 in einem Interview mit dem österreichischen Radiosender Ö3 erzählte, stark von dem Gitarristen der Band The Shadows, Hank Marvin, beeinflusst. Da dieser eine rote Fender Stratocaster spielte, musste Knopflers erste Gitarre auch rot sein. Der Vergleich der Gitarre bei dem Song "Atlantis" von den Shadows mit den Stücken "Our Shangri-La" und "Everybody Pays" auf Knopflers Album Shangri-La zeigt, wie sehr ihn Marvins Sound inspiriert hat. Der US-amerikanische Musiker J.J. Cale zählt ebenfalls zu seinen Einflussquellen. Zu seinen Lieblingsmusikern gehören aber auch Bob Dylan, Eric Clapton, Jimi Hendrix, Gillian Welch und Van Morrison.

Charakteristisch, neben seiner rauchigen Stimme, ist seine Art Gitarrenspiel, bei dem die Saiten der E-Gitarre mit den Fingerkuppen angeschlagen werden. Damit und mit der Technik, beim Anschlag der Saite den Lautstärkeknopf aufzudrehen, entstand Knopflers typischer Klang. Für gewöhnlich spielt Knopfler eine Fender Stratocaster. Fender widmete ihm ein eigenes Signature-Modell in der typischen roten Farbe "Hot Rod Red". Er spielt aber auch andere Gitarren wie Gibson Les Paul, National Style O, Schecter, Gretsch oder Rickenbacker, auf der Shangri-La-Tournee 2005 auch Instrumente von Danelectro und Silvertone. Eine seiner bevorzugten Live-Gitarren ist die MK-II aus dem Hause Pensa.

Mark Knopfler zählt zu den wenigen E-Gitarristen, die ohne Plektrum spielen. Es ist der Stil eines klassischen Gitarristen, den zumeist die "ehemaligen Klassiker" oder diejenigen mit Konzert- oder Westerngitarrenerfahrung zeigen. Knopfler spielt fast immer mit den bloßen Fingern, obwohl er, wie er sagt, immer ein Plektrum in der Tasche hat – für "Notfälle". Ein charakteristisches Merkmal seiner Gitarrensoli ist das bewusste "Stolpern auf dem Griffbrett" - ein sehr schnelles und kontrolliertes, stark asynkopisches Versetzen einzelner Töne innerhalb der Melodie, ohne dabei aus dem Takt zu geraten. Der typische Knopfler-Sound setzt sich aus filigranem Fingerpicking (ohne Plektrum) und einem besonders reinen scharfen Ton zusammen; dafür verantwortlich zeichnet Knopflers rote Fender-Stratocaster-Gitarre, die mit drei Fender-Single-Coil-Tonabnehmern vom Typ Texas Special und einem Fünf-Weg-Tonabnehmerwahlschalter ausgestattet ist.

---

Teile dieses Textes basieren auf dem Artikel Mark Knopfler aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung).

09:42 28.11.2012

Album der Woche: Weitere Artikel


Auf Beutezug

Auf Beutezug

Hörprobe und Tournee Musik muss gehört werden. Daher stehen sämtliche Stücke von Mark Knopflers neuem Studioalbum zum Reinhören im Netz bereit. Außerdem geht der Musiker nebst Band 2013 auf Tournee
Freude am Spiel

Freude am Spiel

Einblicke Zwar ist "Privateering" kein Konzeptalbum, jedoch gibt es trotzdem eine Art thematische Klammer, die die durchaus verschiedenen Stücke zusammenhält. Vor allem aber merkt man ihm seine Entstehung an
Coole Gelassenheit

Coole Gelassenheit

Netzschau Rezensionen aus dem Netz: "So klingt einer, der sich und der Welt nicht mehr viel zu beweisen hat: Locker, zurückgelehnt und - wer hätte gedacht, dass man das mal über Mark Knopfler schreiben würde! - cool."