Gute Mischung

Biographien Der Schwede Lars Danielsson ist ein Meister an Bass und Cello, mit feinem Gespür für so einfache wie eindringliche Melodien, während der Italiener Paolo Fresu als einer der lyrischsten Trompeter Europas gilt
Gute Mischung
Foto: ACT/Steven Haberland

Der schwedische Bassist, Cellist, Komponist und Arrangeur Lars Danielsson (geboren 1958) ist in den vergangenen Jahren zu einer der wichtigsten Stimmen im europäischen Jazz gereift.

An der Seite von internationalen Stars wie Michael Brecker und Randy Brecker, John Scofield oder Charles Lloyd, mit seinem eigenen Quartett, als Produzent von Cæcilie Norby, Viktoria Tolstoy oder dem Dänischen Rundfunkorchester, insbesondere aber mit seinen mittlerweile fünf ACT CDs unter eigenem Namen.

Sie zeigen zugleich die unverwechselbare eigene Handschrift, die Danielsson gefunden hat, wie die erstaunliche Offenheit und Bandbreite seines Schaffens. Auf seinem ACT-Debüt „Libera Me“ erweist sich Danielsson als Meister eines orchestralen Jazz, auf „Mélange Bleu“ überrascht er mit einem modernen, behutsam eingesetzten elektronischen Rahmen für seine raumgreifenden, an Klangfarben so reichen Kompositionen.

Bei „Pasodoble“ schuf er im gleichberechtigten Duett mit dem polnischen Pianisten Leszek Możdżer ein atemberaubendes, zwischen Klassik und Jazz vermittelndes Manifest des Wohlklangs. „Tarantella“ von 2009 führt die äußerst fruchtbare Zusammenarbeit mit Możdżer fort, überträgt den musikalischen Grundgedanken aber auf einen kammerjazzigen Ensemblerahmen. Danielssons lyrischer und warmer Basston ist unerreicht.

Als Komponist ist er ein Meister der Atmosphäre, der subtilen Spannung und der perfekten Balance zwischen einfachen Melodien und dem höchstmöglichen Grad an Improvisation. Davon zeugt auch „Liberetto“, sein aktuelles Album. Zusammen mit dem armenischen Pianisten Tigran, dem Schlagzeuger Magnus Öström, Gitarrist John Parricelli sowie Trompeter Arve Henriksen als Gast, spürt Danielsson neue musikalische Räume auf und betont einmal mehr die Freiheit der Musik zwischen Kammerjazz, Klassik und europäischer Volksmusik.

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Paolo Fresu (geboren 1961) ist ein italienischer Jazztrompeter, Flügelhorn-Spieler und Komponist.  begann seine Karriere in einer lokalen Band seiner Heimatstadt, wo der Jazzbassist Bruno Tommaso auf ihn aufmerksam wurde und ihn 1982 in seine Band holte.

Er studierte bis 1984 am Konservatorium von Sassari und besuchte danach die Universität für Musik und Bildende Künste in Bologna als Schüler des Trompeters Enrico Rava.

Bereits 1985 veröffentlichte Fresu sein erstes Album.

Sein Stil wird oft mit dem des Miles Davis der 1950er Jahre verglichen. In seinen späteren Werken, wie "Ensalada Mistica" 1994 mit Gianluigi Trovesi aufgenommen oder dem im Jahr 2000 bei RCA Victor eingespielten Album "Melos" emanzipierte er sich von seinem Frühstil.

13:18 28.09.2018

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