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Einblicke Die Songs von "Spielman In Bad Company" handeln zwar von klassischen Bluesthemen, jedoch werden diese in unsere heutige Zeit übersetzt – und somit in gewisser Weise etwas Neues
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Foto: speks@audiolodge.de

Seit Jahrzehnten schätzen echte Kenner Ron Spielman für sein virtuoses Gitarrenspiel und exzellentes Songwriting. Mit seinen Handlangern Uwe Breunig, Joh Weisgerber (beide „The Ruffcats“) und Werner Goldbach hat er sich nun in schlechte Gesellschaft begeben.

In den düstersten Gassen der morbiden Musikindustrie kochen die vier Landeier ein würziges Süppchen Musik: Die Seele des Blues hat die Apokalypse offensichtlich überlebt und erstrahlt in voller Reife, gespickt mit krachigen Versatzstücken aus der Welt der Elektronik, des Hip-Hop und allem, was auf dem Weg dorthin aufgesammelt wurde.

Dabei entsteht ein gleichsam brachialer und brüchiger wie leiser und lauter Sound. Die markante Stimme von Ron Spielman vermag es diesen Klangfarben Kontext zu verleihen und sie in ein großes Ganzes einzubinden. Alle Musiker bedienen sich dabei ihres großen musikalischen Könnens und schaffen ein Werk mit hoher künstlerischer Dichte.

Die Songs von »Spielman In Bad Company« handeln von klassischen Bluesthemen, jedoch in unsere heutige Zeit übersetzt. Da wird dem Tod mit Humor seine Schwere genommen, oder er wird gleich als Neuanfang umgedeutet. Klar ist, es geht um das Ende, dass unser aller Leben endlich ist, und wir deswegen bedenken müssen was wir im Hier und Jetzt damit anfangen.

Skurril und voller Respekt vor den alten Meistern des Genres hat das Quartett eine Neudefinition dieser traditionsreichen Musik geschaffen. Denn mit ihrer ganzen, ledrig gegerbten Lebenserfahrung greifen sie sich den Blues und hämmern ihm in ungezählten Jam-Sessions gemeinsam einen völlig neuen, so noch nicht gehörten urbanen Pulsschlag ein. Unverstellt, zupackend – lasst es uns Neo-Blues nennen.

»Sweet Songs for the Dying« entstand als Arbeit im Kollektiv und im kreativen Prozess. Immer wieder trafen sich die Musiker zu Jam-Sessions, um miteinander Stimmungen zu spüren und einzufangen. „Es ging uns darum, diese Stimmungen gemeinsam zu Stücken auszubauen“, sagt Spielman. Das Material wurde gesammelt, angereichert, verworfen oder weiter ausgebaut.

Zum Schluss wurde »Sweet Songs for the Dying« dann live im Studio eingespielt. „Uns wurde erst mit der Zeit klar, dass dabei etwas Besonderes entsteht, eine völlig neue Interpretation eines alten Stils“.

13:06 12.05.2017

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