Wilder Ritt

Biographien Die mittlerweile 33 Jahre andauernde Geschichte der Chili Peppers ist ein Auf und Ab, unter anderem auch geprägt von Drogenproblemen und Besetzungswechseln
Wilder Ritt
Foto: Warner Music/Steve Keros

Die Geschichte der Red Hot Chili Peppers begann am 13. Februar 1983, als die Schulfreunde Anthony Kiedis (Gesang), Michael „Flea“ Balzary (Bass), Hillel Slovak (Gitarre) und Jack Irons (Schlagzeug) im „Rhythm-Lounge“-Club in Los Angeles ihren ersten gemeinsamen Auftritt feierten. Die Truppe nannte sich vorerst „Tony Flow and the Miraculously Majestic Masters of Mayhem“. Obwohl diese nur zum Spaß für einen einmaligen Auftritt gegründet wurde (Flea, Hillel Slovak und Jack Irons spielten in einer weit erfolgreicheren Band namens „What Is This“), überraschten sie mit ihrem Song Out In L.A. die Zuschauer durch ihr Zusammenspiel von Rap, Rock, Funk und Punk. Der Clubbesitzer war so beeindruckt, dass die Band für die darauf folgende Woche gebucht wurde. Bei ihrem nächsten Auftritt war der Club bereits voll, da sich Gerüchte über die neue Band in L.A. herumgesprochen hatten. Bald darauf entstand der Name Red Hot Chili Peppers, laut Kiedis Autobiographie „Scar Tissue“ (2004) eine Ableitung eines klassischen amerikanischen Blues- oder Jazz-Bandnamens, in denen oft Elemente wie „Red Hot“ oder „Chili“ aufgetaucht seien (z. B. Jelly Roll Mortons Red Hot Peppers).

Die neue Band kam rasch weit herum und veröffentlichte im August 1984 ihr Debütalbum The Red Hot Chili Peppers, welches von Andy Gill (Gang of Four) produziert wurde. Slovak und Irons hatten die Band bereits vor Beginn der Aufnahmen verlassen. Ihre alte Band „What Is This?“ (mit der sie weiterhin geprobt hatten) hatte auch einen Plattenvertrag, und sie entschieden sich dafür, in dieser Band zu bleiben. Sie wurden durch Cliff Martinez (Schlagzeug) und Jack Sherman (Gitarre) ersetzt. Mit Sherman kam es immer wieder zu Konflikten, da er einen ganz anderen Lebensstil pflegte als die anderen Bandmitglieder. Außerdem funktionierte die Zusammenarbeit mit Andy Gill nicht besonders gut, da dieser es, im Gegensatz zu den Peppers, auf einen radiokompatiblen Sound anlegte.

Nachdem Sherman aus der Band geworfen wurde, entschied sich Slovak, bei den Chili Peppers erneut als Gitarrist einzusteigen. Am Schlagzeug blieb Cliff Martinez. Das nächste Album Freaky Styley wurde mit dem Funk-Musiker George Clinton produziert. Bei den Aufnahmen zu Freaky Styley wirkten auch Maceo Parker und Fred Wesley, Bläser der Band von James Brown, mit.

Ihr nächstes Album The Uplift Mofo Party Plan war um einiges erfolgreicher als Freaky Styley. Es handelt sich dabei um das einzige Studioalbum, das in der ursprünglichen Besetzung eingespielt wurde, da Jack Irons wieder Peppers-Schlagzeuger wurde. Es wurde mit dem Produzenten Michael Beinhorn aufgenommen.

Schon zu dieser Zeit waren sowohl Kiedis als auch Slovak heroinabhängig. Im Juni 1988, kurz nachdem die Band von einer Europatournee zurückgekehrt war, starb Hillel Slovak an einer Überdosis Heroin. Die restlichen drei Bandmitglieder waren schockiert. Jack Irons verließ die Red Hot Chili Peppers mit der Begründung, er wolle nicht an etwas teilnehmen, bei dem seine Freunde sterben. (Er spielte später bei der Band „Pearl Jam“, die mit den Peppers auch Gigs zusammen gespielt haben.) Anthony Kiedis war durch den Tod seines besten Freundes sehr betroffen – hatte er doch einen ähnlichen Lebensstil – und nahm sich eine kurze Auszeit. Er besuchte eine Entzugsklinik und lebte danach fünf Jahre lang drogenabstinent.

Kiedis und Flea kamen schließlich zu dem Entschluss, mit ihrer größten Leidenschaft – der Band – weiterzumachen. Als neue Bandmitglieder stießen zunächst der vorherige Funkadelic-Gitarrist DeWayne 'Blackbyrd' McKnight und Dead-Kennedys-Schlagzeuger D.H. Peligro dazu. Diese Zusammenstellung der Band harmonierte allerdings nicht, weshalb man sich bald erneut auf die Suche nach Musikern machte. John Frusciante, der zwar erst 18 Jahre alt war, aber als großer Fan der Red Hot Chili Peppers sehr viele ihrer Songs hervorragend spielen konnte, übernahm Slovaks Part in der Band. Obwohl die persönliche Chemie erst nicht zu stimmen schien, stieß noch Chad Smith dazu, weil sein Schlagzeugspiel perfekt in das Gefüge passte.

In der neuen Besetzung nahm die Band (erneut mit Michael Beinhorn) die Platte Mother’s Milk auf. Diese erreichte in den USA Goldstatus und machte die Peppers mit einem Schlag zu Superstars. Der endgültige Mainstream-Durchbruch gelang schließlich 1991 mit Blood Sugar Sex Magik, das sie mit Produzentenlegende Rick Rubin aufnahmen, mit dem die Gruppe 5 weitere Alben produzierte.

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Teile dieses Textes basieren auf dem Artikel Red Hot Chili Peppers aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung).

13:56 17.06.2016

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