Prägender Einfluss

Einblicke In ihrem Elternhaus war die Musikerin nicht nur von klassischer, sondern stets auch von Jazzmusik umgeben. Schon früh wurde also somit das Fundament ihrer späteren Karriere gelegt
Prägender Einfluss
Foto: Universal Music

Als vor kurzem durchsickerte, dass Diana Krall nach längerer Pause wieder mit Tommy LiPuma, Produzent ihrer größten Erfolgsalben wie The Look Of Love und Love Scenes, im Studio arbeitete, waren Neugierde und Vorfreude groß. Turn Up The Quiet führt sie und LiPuma zu den Wurzeln zurück, mit denen Krall die Basis ihrer Weltkarriere legte: Jazz-Klassiker und die unsterblichen Songs aus dem American Songbook. Selbstverständlich interpretiert in der speziellen Art, die so nur Diana Krall gelingt. 

Schon nach ein paar Takten von Turn Up The Quiet spürt man die Freude, mit der die Künstlerin bei diesen Aufnahmen zu Werke gegangen ist. Die ersten Worte, die Diana singt, sind "Lately, I find myself out gazing at stars". Minuten später fragt dieselbe Stimme mit einer Zärtlichkeit, der man kaum widersprechen mag, "Isn't it romantic?"

"Ich habe lange über diese Lieder nachgedacht", meint Krall. "Mich in der Gesellschaft von einigen meiner besten Freunde in der Musikszene zu befinden, erlaubte es mir, diese Geschichten genauso zu erzählen, wie ich es im Sinn hatte. Manchmal muss man einfach die Stille aufdrehen, um ein bisschen besser gehört zu werden." 

Diana Krall ist natürlich zu allererst und immer eine Jazzpianistin. Diesmal profiliert sie sich aber auch entschieden als Bandleader. Sie wählte das Repertoire aus, entwarf die Ensemblearrangements und stellte drei unterschiedliche Bands für diese Sessions zusammen. Sie beginnt das Album im Trio mit Bassist Christian McBride und Gitarrist Russell Malone, die sie schon 1997 auf Love Scenes begleitet hatten. Dann gibt es ein Quintett mit Gitarrist Marc Ribot, Bassist Tony Garnier, Schlagzeuger Karriem Riggins und dem Fiddlespieler Stuart Duncan, den Diana 2013 auf ihre Glad Rag Doll-Tournee mitgenommen hatte. Und schließlich ist da noch ein Quartett mit Gitarrist Anthony Wilson, Bassist John Clayton Jr. und Schlagzeuger Jeff Hamilton, zu dem sich ein von Alan Broadbent arrangiertes Streichorchester und – in Isn’t It Romantic? – als Gast Vibraphonist Stefon Harris gesellen.

Diana Krall hat immer wieder auf den Reichtum der Vergangenheit zurückgegriffen, um deren Lieder in der Gegenwart mit neuem Leben zu füllen. Für Turn Up The Quiet entstaubte sie nun einige der schönsten Seiten aus dem größten aller Songbooks. In den von ihr ausgewählten Stücken geht es zwar um Liebe und Hoffnung, aber das ist kein bloßer Eskapismus. Denn Turn Up The Quiet ist das Werk einer Frau, die sich quasi in den besten Tagen und Nächten ihres Lebens befindet.

18:41 04.05.2017

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