Der Stand der Dinge

Einblicke Sei es das Bröckeln der Mittelschicht, soziale Ungerechtigkeit, Korruption oder Vetternwirtschaft – irgendwo hakt es anscheinend gewaltig im System. Versuch einer Sammlung zum Thema
Der Stand der Dinge
Foto: Jan Pitman/Getty Images

Deutsche Verhältnisse

"Die vorliegende Schrift wurde verfasst für Leser, die sich einen Überblick über Gesellschaft, Wirtschaft und Politik der Bundesrepublik verschaffen und dabei auf den aktuellen Stand sozialwissenschaftlicher Forschung gebracht werden wollen. Jedes Kapitel ist von einem besonders gut ausgewiesenen Wissenschaftler verfasst. Alle Autoren wurden gebeten, die zentralen historischen Entwicklungen und die wichtigsten gegenwärtigen Strukturen auf ihrem Feld zu umreißen. Über Fakten hinaus informieren die Beiträge auch über aktuelle Probleme und zeigen, mit welchen künftigen Entwicklungen zu rechnen ist." Bundeszentrale für politische Bildung

Demokratie ohne Volk

"Ende der 80er Jahre tauchte in der bundesdeutschen Debatte erstmalig der Begriff der Politikverdrossenheit auf. Diese entpuppte sich alsbald weniger als Überdruss an der Demokratie im Allgemeinen denn als spezifische Parteienverdrossenheit der Wähler. Heute dagegen haben wir es, wie die Rücktritte von Roland Koch und Horst Köhler belegen, mit einem neuen Phänomen zu tun: nämlich der Politikverdrossenheit der Politiker. Mehr und mehr gerät die gesamte politische Klasse in die Krise – einerseits erlebt sie zunehmend die eigene Handlungsunfähigkeit durch den Angriff der Finanzmärkte, andererseits trägt sie durch die Rücktritte zur systematischen Schwächung ihrer selbst bei." Blätter für deutsche und internationale Politik

Im Sandkasten

"Nach den weltweiten Protesten der vergangenen zwei Jahre hat die Delegitimierung politischer Strukturen eingesetzt. Volksvertreter vertreten nicht mehr die Bürger, sondern die Interessen der Wirtschaft. Jene baute im Sandkasten der Demokratie die Burgen der Volksrepräsentanten. Aktivist und Philosoph Tomislav Medak beschäftigt sich im zweiten Teil seines Essays mit den Konsequenzen für Politik und Wirtschaft auf nationaler und internationaler Ebene." Berliner Gazette

Ungerechtigkeit und Umverteilung

"Angetrieben werden sie alle von einem Gefühl der Ungerechtigkeit, wonach die Finanzsysteme nur den Wohlhabenden nutzen. Die sogenannte Umverteilung von unten nach oben wird sichtbar: Studien belegen, dass sich die Spitzengehälter vom Durchschnitt der Einkommen abgesetzt haben, während die Mittelschicht bröckelt und die Niedrigverdiener abgehängt werden. Der flexibilisierte Arbeitsmarkt sorgt für weitere Verwerfungen. Erstmals seit Bestehen dieser Republik geht es den Kindern nicht mehr generell besser als ihren Eltern." Stuttgarter Zeitung

Die Vergrößerung der Abstände

"Anders als bei den umstrittenen Statistiken zu Einkommen oder Vermögen ist es bei den Aufstiegschancen völlig unstreitig, dass sich die Abstände zwischen den sozialen Schichten vergrößert haben. Nach Einschätzung des Sachverständigenrates für Wirtschaft, der die Einkommensmobilität in verschiedenen Zeiträumen analysiert hat, haben sich die Aufstiegschancen vor allem in den unteren Einkommensklassen verringert. In seinem Gutachten stellte das Gremium vor zwei Jahren fest, 'dass die Durchlässigkeit im Zeitverlauf abgenommen hat'. Das bedeutet: Wer einmal unten ist, kommt nicht mehr so schnell hoch. Spiegelbildlich dazu sind in der oberen Einkommensklasse die Abstiegsrisiken gestiegen, allerdings nicht im gleichen Ausmaß." FAZ.net

03:45 04.04.2013

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