Varianten des Ruhms

Einblicke Nach einem bewegten Leben u.a. als Widerstandskämpfer, Diplomat und Lyriker wird Stéphane Hessel im hohen Alter von 93 Jahren zu einer Ikone der Occupy-Bewegung. Versuch einer Sammlung
Varianten des Ruhms
Foto: Uriel Sinai/Getty Images

Eine loszischende Rakete

"Aus der Rede wurde die Broschüre, die loszischende Rakete, wie Hessel im Rückblick schreibt. Hunderttausende von Exemplaren waren in Frankreich rasch verkauft, später sollten es noch mehr als zwei Millionen werden. Aber überraschender war, dass die Broschüre auch in anderen europäischen Staaten, Deutschland allen voran, zu einem großen Erfolg wurde. Obwohl vieles sich daran zuerst als sehr französische Angelegenheit ausgenommen hatte: zumal der Rekurs auf die geeinte Résistance, der nicht zuletzt eine deutliche Verwahrung gegen deren forcierte Inanspruchnahme durch Nicolas Sarkozy war." FAZ.net

Verblüffende Präsenz

"Doch der Mann mit dem Habitus eines bescheidenen Professors, der im Kreis von Gewerkschaftern, basisbewegten Ökos und Karriere-Grünen als geachteter 'Mitverfasser der Uno-Menschenrechtskonvention' vorgestellt wurde, verbreitete dabei verblüffend jugendliche Präsenz. Fast verlegen ob seines Alters - er war damals 92 - formulierte er Thesen zur Umwelt, echauffierte sich und führte dabei alle Vorstellungen von Generationsunterschieden ad absurdum." Spiegel Online

Die Tiefen der Geschichte

"Stéphane Hessel verbringt den Großteil des Sommers in Trouville; wenn er nicht in Paris oder auf Reisen ist, lebt er hier. Seine Wohnung, eher ein Appartement, im Erdgeschoss ist klein, aber hell; Weiß und Blau sind die bestimmenden Farben. Durch die geöffnete Tür zu einem kleinen geschlossenen Innenhof dringt Möwengeschrei, ab und zu ist das Signal eines Polizeiautos zu hören. Wer Stéphane Hessels Lebensgeschichte lauscht, taucht in die Geschichte des 20. Jahrhunderts, mit allen seinen Höhen und Tiefen. Er erzählt sie, auch wenn sie in ihrer Gesamtheit den Rahmen jedes Gesprächs sprengen würde. Er erzählt sie, obwohl er sie wohl schon tausendmal erzählt hat, denn er ist viel zu höflich, diese Geschichte, die über weite Strecken die Geschichte anderer ist, zu verwehren. Und so erzählt er sie in einem gewählten Deutsch aus vergangener Zeit. Nur ganz selten fehlt ihm ein Wort, das er durch ein französisches ersetzt." Jüdische Zeitung

Utopie und Politik

"Die private Utopie der Liebe lässt uns unpolitisch werden. Die Demokratien brauchen aber Bürger, die handeln wollen. Zwei Rebellen, zwei Bestseller-Autoren im Gespräch: Stéphane Hessel, 93, ehemaliger Widerstandskämpfer aus Paris, und Richard David Precht, 46, Philosoph und Publizist." Zeit Online

Leider ganz natürlich

"Der Autor Stéphane Hessel findet, dass sich Deutschland nicht genügend für die Rettung Griechenlands einsetzt. Die Empörung der Griechen über das deutsche 'Spardiktat' sei 'leider ganz natürlich'." Welt Online

11:13 26.07.2012

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