Sehnsuchtsorte

Biographie Christoph Ransmayr bereiste die Welt, lebte viele Jahre in Irland und kehrte schließlich in seine Heimat Österreich zurück. Bereits als Kind war er von den Bergen fasziniert
Sehnsuchtsorte
Foto: Verlag/ Jörg Steinmetz

Christoph Ransmayr wurde 1954 in Wels/Oberösterreich geboren und studierte Philosophie in Wien, wo er nach Jahren in Irland und auf Reisen wieder lebt. Neben seinen Romanen "Die Schrecken des Eises und der Finsternis", "Die letzte Welt", "Morbus Kitahara" und "Der fliegende Berg" erschienen bisher zehn Spielformen des Erzählens, darunter "Der Weg nach Surabaya", "Geständnisse eines Touristen" und zuletzt "Der Wolfsjäger". Für seine Bücher, die bisher in mehr als dreißig Sprachen übersetzt wurden, erhielt er zahlreiche literarische Auszeichnungen, unter anderem die nach Friedrich Hölderlin, Franz Kafka und Bert Brecht benannten Literaturpreise, den Premio Mondello und, gemeinsam mit Salman Rushdie, den Prix-Aristeion der Europäischen Union.

 

Kindheit und die Berge

In einem Interview gibt der langjährige Freund Reinhold Messners Einblicke in seine Kindheit, das Verhältnis zu den Bergen und Gefühle des Fernwehs:

"Aus dem Fenster meines Kinderzimmers in Roitham bei Gmunden – mein jüngerer Bruder Stefan und ich mußten uns dieses Zimmer teilen – stellten die Berge eine Art Mauer dar, sie begrenzten die Aussicht und waren zugleich Sehnsuchtspunkt: auf diese Berge haben nicht nur unsere sonntäglichen Familien-Ausflüge geführt, sondern auch meine persönlichen Phantasie-Ausflüge. Und bis heute fasziniert mich, daß, wer einen Berg besteigt, in gewisser Weise auch eine Zeitreise in die Vergangenheit unternimmt. Je höher er kommt, umso weiter zurück gerät er in die Menschheitsgeschichte: aus den zivilisierten Tälern hinauf in Regionen, die sich dem Wanderer heute nicht anders präsentieren als einem neolithischen Jäger vor Tausenden Jahren."

Christoph Ransmayr in einem Interview mit Günter Kaindlstorfer, erschienen in"Falter" am 27. September 2006.

 

Literaturpreise und Auszeichnungen (u.a.)

  • Anton-Wildgans Preis der österreichischen Industrie (1989)
  • Großer Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (1992) 
  • Franz-Kafka-Preis (1995)
  • Franz-Nabl-Preis der Stadt Graz (1996)
  • Aristeion-Preis der Europäischen Union (1996, gemeinsam mit Salman Rushdie)
  • Solothurner Literaturpreis (1997)
  • Premio Letterario Internazionale Mondello (1997)
  • Landeskulturpreis für Literatur des Bundeslandes Oberösterreich (1997)
  • Friedrich Hölderlin Preis der Stadt Bad Homburg (1998)
  • Nestroy-Preis (Bestes Stück - Autorenpreis) für "Die Unsichtbare" 2001
  • Bertolt-Brecht-Literaturpreis der Stadt Augsburg 2004
  • Heinrich-Böll-Preis 2007
  • Premio Itas 2009 Premio La voce dei lettori 2009
  • Premio Gambrinus 2010

 

09:20 08.11.2012

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