Mittel und Methodik

Einblicke Bruno Blau gehörte im Berlin vor und zwischen den Kriegen zu den Pionieren einer statistischen Wissenschaft des Judentums und war lange Jahre Herausgeber der 'Zeitschrift für Demographie und Statistik des Judentums'. Versuch einer Sammlung
Mittel und Methodik

Foto: Sean Gallup/Getty Images

Ständiges Bureau

"Der im Jahre 1902 nach langjährigen Vorarbeiten in Berlin gegründete Verband für Statistik der Juden (Vorsitzender Dr. Alfred Nossig, Berlin-Halensee) hatte zum Ziel, die Erforschung der sozialen Verhältnisse der Juden aller Länder mit den Mitteln und der Methode der wissenschaftlichen Statistik zu befördern. Der Verband gab zunächst ein Sammelwerk 'Jüdische Statistik' (Berlin 1903) heraus, in dem Einzelbeiträge verschiedener Schriftsteller vereinigt sind. Nach dem die großen jüdischen Organisationen und Gemeinden für die Zwecke des Vereins gewonnen waren und finanzielle Unterstützung zugesagt hatten, wurde vom Verbande am 1. Oktober 1904 ein ständiges Bureau unter dem Namen 'Bureau für Statistik der Juden' errichtet." Lexikus.de

Umfassend

"Mit der Gründung des Berliner 'Bureaus für Statistik der Jude' (1904), dem der Soziologe Arthur Ruppin und der Statistiker und Arzt Jacob Segall vorstanden, ist ein Höhepunkt dieser wissenschaftlichen Disziplin erreicht. In der 'Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden' erschienen Beiträge zu allen Bereichen und Problemen der Bevölkerungsentwicklung im Judentum." Compact Memory

Vorreiter

"Pionierarbeit auf dem Gebiet der statistischen Erfassung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland wurde von Bruno Blau geleistet, der eine Reihe von Monatsstatistiken der Reichsvereinigung für seine Darstellungen verwenden konnte." Statistik des Holocaust

Im Exil

"Blau gehörte im Berlin der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und der Zwischenkriegszeit zu den Pionieren einer statistischen Wissenschaft des Judentums und war lange Jahre Herausgeber der 'Zeitschrift für Demographie und Statistik des Judentums'. Von den Nationalsozialisten verfolgt, floh Blau 1936 zunächst über Warschau nach Karlsbad und erreichte im Herbst 1937 Prag. Dort versuchte er, das ehemalige Berliner 'Bureau für Statistik des Judentums' neu zu etablieren und verfaßte in wenigen Monaten eine fundamentale statistische Studie über die 'Juden in der Tschecho-Slovakei'." Karls-Universität Prag

12:28 20.12.2018

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Gegen das Vergessen

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Leseprobe "Die löchrige Quellenüberlieferung darf den Versuch nicht scheitern lassen, an Bruno Blau zu erinnern, wie auch ähnliche Quellenlagen kein Hindernis sein sollten, dies für andere deutsch-jüdische Intellektuelle 'der zweiten Reihe' zu unternehmen."
Im Fokus

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Biographien Der Historiker Christoph Bothe war Mitarbeiter im Forschungsprojekt 'Bruno Blau und die Statistik des Judentums'. Thomas Brechenmacher ist Professor für Neuere Geschichte und Deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Potsdam
Dunkle Zahlen

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Netzschau Links zum Thema aus dem Netz: "Bruno Blau registrierte am 1. Oktober 1941 nur noch 163 696 Juden in Deutschland. Innerhalb von drei Wochen gelangten etwa 10 000 deutsche Juden in die ihnen fremde Umgebung eines überfüllten polnischen Ghettos."