Weites Feld

Einblicke Auch wenn es natürlich bereits vorher Völkermorde gab, wurde der Begriff des Genozids erst im 20. Jahrhundert geprägt. Dem liegen diverse Aspekte zugrunde. Versuch einer Sammlung zum Thema
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Foto: Chip Somodevilla/Getty Images

Definitionen

"Die vergleichende Genozidforschung hat seit den späten 1990er-Jahren einen erheblichen Aufschwung genommen, doch ist bisher kein einheitliches interdisziplinäres Forschungsfeld entstanden. Wenn man sich mit Genozid beschäftigt, ist es daher nicht möglich, eine Debatte um Definitionen zu vermeiden. Um das Thema zu umreißen, stellt Boris Barth zunächst die Problematik des Völkerrechts vor und geht in einem zweiten Schritt auf die UNO- bzw. UN-Genozid-Konvention ein. Schließlich zeigt er Perspektiven für die zeitgeschichtliche Forschung auf und plädiert dafür, die historische fachwissenschaftliche Diskussion stärker als zuvor aus den Begrifflichkeiten des Völkerrechtes und den dortigen politischen Kontexten zu lösen, um eigenständige, primär an der historischen Methodik orientierte Fragestellungen zu entwickeln." Docupedia

Radikalisierung

"Kriege senken die Hemmschwelle für Gewaltaktionen gegen missliebige oder als feindlich eingestufte Bevölkerungsgruppen und ebnen den Weg zu 'ethnischen Säuberungen'. Der Zweite Weltkrieg ist eine wichtige Voraussetzung für die Radikalisierung der NS-Führung, die sehr bald dazu entschlossen ist, alle europäischen Juden zu ermorden." Bundeszentrale für politische Bildung

Motivation

"Völkermorde werden in der Mitte der Gesellschaft geplant, sagte der Historiker und Genozidforscher Medardus Brehl im DLF. Ein wichtiger Aspekt sei dabei die Idee des homogenen Nationalstaats, der bestimmte Gruppen als nicht integrierbar ansieht und mit den Mitteln eines Völkermords aus der Gesellschaft entfernen will. 'Zentral sind ideologische Motive', betonte Brehl." Deutschlandfunk

Komplizierte Geschichte

"Das UN-Gericht in Den Haag hat das Massaker von Srebrenica in Bosnien 1995 offiziell als Genozid gewertet. Der Begriff hat eine komplizierte Vorgeschichte. Ein Überblick." Welt Online

Absicht und Beweis

"Was ist ein Völkermord? Entscheidend ist nicht die Zahl der Opfer, sondern die Absicht der Täter. Doch die ist schwer zu beweisen – nicht nur bei den Massakern an Armeniern während des Ersten Weltkriegs." Süddeutsche Zeitung

14:37 09.02.2018

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Biographie Olaf Glöckner ist Historiker und Israelwissenschaftler und forscht zu diversen Aspekten jüdischer Geschichte. Roy Knocke ist Philosoph und Kulturwissenschaftler und forscht u.a. zur Geschichte der Gewalt
Schwieriges Terrain

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Netzschau Stimmen aus dem Netz: "Was ein Völkermord ist und was nicht, entscheidet nicht allein die Zahl der Getöteten, sondern die Absicht der Mörder. Einen Völkermord zu beweisen, ist deshalb nicht immer einfach."