Chronist des Wandels

Biographie Das Schlüsselthema des promovierten Politik- und Sozialwissenschaftlers Wolfgang Kraushaar ist der Protest und die Frage nach der Entwicklung seiner Formen und Ausprägungen über Regionen und Zeiten hinweg
Chronist des Wandels

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Wolfgang Kraushaar, Dr. phil., studierte Politikwissenschaft, Philosophie und Germanistik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main und promovierte 1982 bei Iring Fetscher zu dem Thema »Strukturwandel der deutschen Universität«. Nach seiner Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer absolvierte er 1969/70 seinen Zivildienst in einer Psychiatrischen Klinik. Im Jahr 1972 war er Mitbegründer der Sozialistischen Hochschulinitiative, 1974/75 Vorsitzender des AStA.

Seit 1987 arbeitet er am Hamburger Institut für Sozialforschung. Eine Gastprofessur führte ihn 2004 an die Normal University in Peking. Den Arbeitsschwerpunkt von Wolfgang Kraushaar am Hamburger Institut für Sozialforschung bilden die Protestbewegungen in der Zeit des Kalten Krieges.

Er gilt als Chronist der 68er-Bewegung. Bereits 1977 hat er eine erste Chronologie der Studentenbewegung veröffentlicht. Seit 1992 publiziert er in jeder Ausgabe der Zeitschrift »Mittelweg 36« eine weitere Folge »Aus der Protest-Chronik«. Mit der 1996 veröffentlichten »Protest-Chronik 1949–1959« korrigierte er nachhaltig das Bild von den angeblich unpolitischen Anfangsjahren der Bundesrepublik Deutschland.

Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen zählen unter anderen: »Die RAF und der linke Terrorismus« (Hg.), »Die Bombe im Jüdischen Gemeindehaus«, »1968 als Mythos, Chiffre und Zäsur«, »Achtundsechzig – Eine Bilanz«, »Die Protestchronik 1949-1959« und »Verena Becker und der Verfassungsschutz«.

01:38 20.06.2012

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