Ahnenforschung

Netzschau Rezensionen aus dem Netz: "Anhand dreier Generationen liefert Lethem die Genealogie New Yorks, die 'DNA' der Stadt, wie er es nennt, und die ist eben jüdisch, europäisch und revolutionär."
Ahnenforschung
Foto: Peter Keegan/Keystone/Getty Images

Gesamtkunstwerk

"Lethem begleitet drei Generationen dieser Familie. Es scheint zunächst, als kämpften sie gegen die gesellschaftlichen Zwänge ihrer Zeit. Doch es sind vielmehr auch persönliche Schlachten, die sie führen. Als Katalysator dient die pulsierende Kraft New Yorks – auch wenn Lethems Sprache selbst schon so ausdrucksstark ist, dass sie alle Dynamik ganz allein erzeugen könnte. Virtuos gelingt es Lethem, die einzelnen Erzählstränge zu verknüpfen. Er löst sich dabei von jeglicher Chronologie. Diese Geschichten, verknüpft mit Lethems ganz ureigenem Erzählstil, machen den 'Garten der Dissidenten' zu einem Gesamtkunstwerk." 3sat Kulturzeit

Unsichtbare Fesseln

"Jonathan Lethem hat einen Roman, Fiktion geschrieben und nicht die Geschichte seiner Familie. Manches von dem, was er im Roman schildert, hat er so erlebt, das meiste nicht. Lethem selbst ist in einer Hippie-Kommune aufgewachsen, sein Vater ist Maler, seine Mutter ist früh gestorben. Seine Eltern waren träumerische Utopisten. Sie wollten frei sein um jeden Preis und fühlten sich frei, sie waren aber gefangen in den Kämpfen ihrer Eltern. So hat Lethem sie erlebt. Das ist der Grundbass seines Buches. Die unsichtbaren Fesseln, die sich um die freiesten Menschen legten, die Fesseln, die Menschen von heute noch spüren, die Utopien folgen, politischen Utopien." FAZ.net

Begieriges Ausleuchten

"Denn es ist nicht der Plot, der den Rausch beim Lethem-Lesen erzeugt. Es sind seine fantastisch erfindungsreichen Sprachbilder und seine verwinkelte Choreografie, mit der jeder Winkel seines Personals so begierig ausgeleuchtet wird, dass man sich in diese Personen verliebt, obwohl die es eigentlich gar nicht zulassen, dass man sie überhaupt nur sympathisch findet." taz.de

Jede Seite

"Diese schriftstellerische Methode nennt Lethem 'Sentimental Fiction'. Sie sei ein 'tolles Gefäß, in das man autobiografische Gefühle hineinfüllen' könne. Sie ist auch ein tolles Gefäß, um diese Gefühle als Leser wieder herauszuholen. Lethem hat viel Humor – im Sinn von Gewitztheit –, und sogar ein paar Schenkelklopfer sind dabei. Ein packendes Buch, das lose Enden quer durch mehrere Generationen zu einem Lifestyle zusammenführt. Und ein Buch, das man nicht zuletzt aufgrund seiner Sprache gerne liest – jede Seite." ORF.at

Glück und Freiheit

"Wenn am Ende dieses anti-utopischen Buchs also doch wieder eine Utopie aufscheint, dann ist es diese: Dass es keine Befreiung der Menschen gibt ohne eine Befreiung der Körper, der Wünsche, eine Befreiung des Sex. Erst wenn die Menschen lieben dürfen, wen und auf welche Weise sie wollen, werden sie glücklich sein können; und eine Gesellschaft, die nicht aus glücklichen Menschen besteht, wird niemals eine befreite Gesellschaft sein." Frankfurter Rundschau

02:57 27.02.2014

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