Falsche Richtung

Einblicke Obwohl es für Brasilien wirtschaftlich aufwärts geht, spaltet sich die Gesellschaft immer stärker in Arm und Reich. Was dies in Sachen Kriminalität bedeutet, kann man sich denken
Falsche Richtung
Foto: Mario Tama/Getty Images

Besser als Fiktion

"Lopes' Festnahme glich einem Krimi: Im Kofferraum eines Autos versuchte der Verbrecher, die Favela zu verlassen, doch geriet der Wagen in eine Polizeikontrolle. Die Insassen – zwei Anwälte und ein Fahrer – gaben sich der Polizei gegenüber als Diplomaten der Demokratischen Republik Kongo aus und beriefen sich auf ihre Immunität. Als der Wagen schliesslich in Richtung Polizeiquartier eskortiert wurde, soll es zu einem Bestechungsversuch in Millionenhöhe gekommen sein. Eine offizielle Stellungnahme der kongolesischen Botschaft steht noch aus." NZZ.ch

Radikale Mittel

"Damit Problemviertel sicherer werden, besetzt die Polizei in Rio de Janeiro ein Armenviertel nach dem anderen. Die Aktionen werden inzwischen angekündigt – um Todesopfer zu vermeiden. Und die Strategie scheint aufzugehen." FAZ.net

Doppelter Boden

"Die Bewohner der Favelas sehen das Vorgehen zwiespältig. 'Was für eine Idiotie ist das denn, die Besetzung anzukündigen? Ist doch klar, dass dann alle Gangster abhauen', kritisierte einer. Tatsächlich aber beginnt die Polizei Tage vor einer Rückeroberung die Umgebung der Favela zu kontrollieren. So ging den Beamten im November 2011 der Drogenboss der Rocinha, Antônio Francisco Bonfim Lopes ins Netz. Seine Fluchthelfer versuchten, ihn mit einer Million Reais, umgerechnet rund 400 000 Euro, freizukaufen. Doch die Beamten ließen sich nicht bestechen." Welt Online

Zerrissen und korrupt?

"Brasilien wollte sich zur Fußballweltmeisterschaft modern, selbstbewusst und erfolgreich präsentieren. Doch stattdessen stagniert die Wirtschaft. Brasiliens Gesellschaft ist zerrissen, gewalttätig und korrupt." Handelsblatt.com

Schieflage

"Es scheint das Land des neuen Wirtschaftswunders zu sein: Brasilien stürmt in die Spitzengruppe der weltweit stärksten Wirtschaftsmächte. Doch im Land selbst kommt der Reichtum kaum an. Brasiliens Gesellschaft spaltet sich immer dramatischer in Arm und Reich. Jetzt tritt Ernüchterung ein." Manager Magazin

12:53 21.01.2016

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