Nicht ohne Grund

Einblicke Das Gefühl, dass sich eine kleine Gruppe von Macht- und Entscheidungsträgern immer weiter vom Rest der Gesellschaft entfernt, rumort schon länger in den Menschen. Versuch einer Sammlung
Nicht ohne Grund
Foto: Thomas Lohnes/Getty Images

Entstehung und Kontext

"'Unsere Gesellschaft braucht Eliten', hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder zu Beginn seiner Amtszeit erklärt und im Januar 2004 durch den Ruf nach Elite-Universitäten bekräftigt. Die Debatte darüber ist in vollem Gange. 'Eliten' – oder 'gehobene soziale Schichten' – werden in den Sozialwissenschaften als mehr oder weniger geschlossene soziale und politische Einflussgruppen bezeichnet, die sich aus der Gesellschaft herausheben und im politischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen System bestimmte Funktionen übernehmen. Doch wie kommt eine Gesellschaft zu jenen fähigen und legitimierten Führungsgruppen, welche die anstehenden Aufgaben in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bewältigen?" Bundeszentrale für politische Bildung

Definitionsfragen

"Ich verstehe Eliten als die Gruppen, die über besondere gesellschaftliche Gestaltungsmöglichkeiten verfügen. Dazu gehören neben Verwaltungseliten auch Gestalterinnen und Gestalter in den jeweiligen gesellschaftlichen Teilsystemen: zum Beispiel Politiker, Intellektuelle, Journalisten und Schriftsteller; auch Professoren. Sie geben im öffentlichen Leben den Ton an und werden von den Rechtspopulisten spöttisch als 'padägogisches Establishment' bezeichnet." Forschung & Lehre

Frontenbildung

"Herr Hartmann, Donald Trump und Martin Schulz, AfD, Linke und Wutbürger, Brexit-Rentner und die jugendliche Podemos in Spanien und auch der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders – sie alle eint die Kritik an der Elite, am Establishment. Wer, bitte, sind denn Elite und Establishment?" Kölner Stadt-Anzeiger

Befeuerte Verunsicherung

"Die Unfähigkeit der politischen Eliten, den durch die fortgesetzte Einwanderung verunsicherten Bürgern mehr als moralische Imperative anzubieten, macht wenig Hoffnung darauf, dass sich die Radikalisierung der Gegensätze in absehbarer Zeit entschärfen könnte. Der Unwille, die entscheidenden Fragen der Gegenwart – nicht zuletzt auch die nach den Grenzen des Wirtschaftswachstums – auch nur offen zu stellen, geschweige denn zukunftsorientierte Lösungen zu suchen, befeuert die Verunsicherung noch." WirtschaftsWoche

Verschlossene Türen

"Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos trifft sich alljährlich die globale Elite. Entscheidend ist die Beziehungspflege. Gespräche und Verabredungen, mit denen Superreiche global Einfluss nehmen, finden meist hinter verschlossenen Türen statt – jenseits demokratischer Kontrolle. In vielen Entwicklungsländern haben sich die Eliten dem globalen Kapitalismus verschrieben und kümmern sich wenig um die Interessen ihrer Bevölkerung." Welt-Sichten

15:11 23.08.2018

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