Zeit und Trauma

Einblicke Die Ereignisse im Jahr 1994 scheinen in gewisser Weise recht weit weg, doch naturgemäß sind ihre Folgen noch heute fundamental spürbar, und das nicht nur in Ruanda selbst. Versuch einer Sammlung
Zeit und Trauma

Foto: Mehdi Fedouach/AFP/Getty Images

Tief sitzendes Trauma

"In nur hundert Tagen töteten radikale Hutu 1994 in Ruanda rund 800.000 Tutsi und gemäßigte Hutu, die sich weigerten mitzumachen. Drei von vier Angehörige der Tutsi-Minderheit fielen dem Genozid zum Opfer. Bis heute sitzt das Trauma des Völkermordes tief und spaltet die ruandische Gesellschaft." Spiegel Online

Tempo und Brutalität

"Es war ein Völkermord in unvorstellbarem Tempo, von bestialischer Brutalität. 800 000 Tutsi und Hutu starben in nur drei Monaten. Das war 1994, und die Welt schaute weg. Als das ganze Ausmaß klar wurde, hieß es: So etwas darf sich nie wiederholen. Doch die Vergangenheit reicht bis in die Gegenwart." Tagesspiegel.de

Tatsachen und Gründe

"5500 Blauhelme hätten den Genozid in Ruanda vor 20 Jahren verhindern können, schätzen Experten. Doch die Weltgemeinschaft sah weg. Wieso? Diese Frage treibt die damals Verantwortlichen noch heute um." Süddeutsche.de

Vom Versagen

"Esther Mujawayo hat den Völkermord in Ruanda überlebt. Aber ihr Mann und viele Verwandte wurden ermordet. Wochenlang lebte sie in Angst, entdeckt zu werden. Im Interview mit tagesschau.de spricht sie über den Genozid, seine Folgen und das Versagen der UN." Tagesschau.de

Versöhnung?

"Cécile Mukagasana und Fréderic Kazigweno wohnen Haus an Haus. Während des Völkermords an den Tutsi vor 20 Jahren war er Täter, sie Opfer. Am Gartenzaun begegnen sich die beiden – zur staatlich verordneten Versöhnung." FAZ.net

Drastische Veränderung

"Seit dem Völkermord in Ruanda hat sich das Land drastisch verändert. Die einst verfolgten Tutsi stellen heute die Regierungsmehrheit. Es gibt wirtschaftliche Erfolge, doch nicht alle Wunden sind geheilt." Bayern 2

16:25 13.11.2014

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Wir und ihr

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Leseprobe "Der Mann war jünger, ein Tutsi natürlich. Im großen Saal stand der Boy mit der goldverzierten Uniform und bot mir Orangenlimonade an. Das Getränk schmeckte sonderbar."
Lebenslauf

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Biographie Die Auseinandersetzung der Autorin mit der jüngsten Geschichte Ruandas ist keine abstrakte, sondern vielmehr sehr konkret, denn ein Großteil ihrer Familie fiel dem Völkermord zum Opfer
Theorie und Praxis

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Netzschau Rezensionen aus dem Netz: "Das Buch gibt der ebenso grausamen wie abstrakten Vorstellung eines von mörderischem Hass getriebenen Konfliktes ein alltägliches und an Situationen festgemachtes Gesicht."

Völkermord in Ruanda

Video Bilder, die um die Welt gingen, Reporter, die den Alltag der Kämpfer teilten, Augenzeugen eines Zeitgeschehens, das sich von einem Augenblick zum nächsten dramatisch verändern kann

Verrat an der Menschlichkeit (1/4)

Video Am 6. April 1994 begann der Völkermord in Ruanda, er kostete fast eine Million Menschen das Leben. Bis Mitte Juli töteten Angehörige der Hutu-Mehrheit etwa 75 Prozent der Tutsi-Minderheit


Vergeben, Vergessen ... und danach?

Video Die Dokumentation "Vergeben, Vergessen ... und danach?" wurde in Ruanda 10 Jahre nach dem Genozid gedreht. Ein Projekt vom Zivilen Friedensdienst im Deutschen Entwicklungsdienst (DED)


20 Jahre nach dem Genozid

Video 20 Jahre nach dem Genozid von 1994 leben die einst verfeindeten Ethnien meist friedlich miteinander. Die Schatten der Vergangenheit aber sind in Ruanda allgegenwärtig


Die Kinder des Genozids

Video Während des Mordens dienten den Tätern auch systematische Vergewaltigungen als Mittel zur Verbreitung von Angst und Schrecken. Viele der überlebenden Opfer wurden schwanger