Große Spielräume

Netzschau Rezensionen aus dem Netz: "Sein neues Buch, 'Die Kindheit Jesu', enthält die großen Spielräume für Literatur und für ihren Ernst, die gerade J. M. Coetzee immer wieder neu abschreitet."
Große Spielräume
Foto: Patrick Lux/Getty Images

Große Spielräume

"Der Kontinent Coetzee bleibt hierzulande noch zu entdecken.
Der neue Roman, 'Die Kindheit Jesu', dessen englisches Original kürzlich herauskam und dessen deutsche Übersetzung durch Reinhild Böhnke am 23. Oktober erscheint, bietet jetzt eine sehr gute Möglichkeit dafür. Er ist in einem Stil geschrieben, der klar ist wie Wasser in einem schmucklosen, durchsichtigen Glas. Er enthält all die Schönheit, die hinter der Sprödigkeit dieses Autors immer wieder aufblitzt. Und vor allem enthält es die großen Spielräume für Literatur und für ihren Ernst, die gerade J. M. Coetzee immer wieder neu abschreitet." taz.de

Fundamentale Fragen

"Der Geniestreich, den Coetzee mit 'Die Kindheit Jesu' vollbringt, liegt darin, dass er seine Figuren nicht nur in seiner metafiktionalen Spielkiste zappeln und aufbegehren lässt. Ihre Fragen nach der Wirklichkeit sind Fragen nach der Wirklichkeit überhaupt: nach der besten aller möglichen Welten, die für sie zugleich die einzige ist, nach deren inneren Konsistenz und nach der sprachlichen Verfasstheit von Erkenntnismöglichkeiten." Tagesspiegel Online

Milde Dystopie

"Nur der Leser weiß, dass der Gott eines Romans sein Autor ist. Er kann machen, was er will. Er macht, was er will. Hier: Eine milde Dystopie, die vielleicht die beste aller möglichen Welten ist, und eine Parabel, deren Botschaft ist, dass es keine gibt." Frankfurter Rundschau

Konfrontationsraum

"J.M. Coetzee hat erneut einen fiktiven Konfrontations-Raum mit den Grundfragen der Existenz geschaffen. Das war schon bei 'Warten auf die Barbaren' oder 'Schande' so. Er erschafft Welten, in denen die Wirklichkeit wirklicher wird durch Überschreibung vorgefundener Geschichten. In 'Die Kindheit Jesu' sind das etwa die 'Verkündigung' oder der 'Wunderbare Fischfang' aus den Heiligen Schriften." rbb Online

Utopische Fortschreibung

"Anders als von Coetzee evtl. beabsichtigt habe ich das Buch nicht als religiöse Parabel gelesen, sondern als utopische Fortschreibung der aktuellen politischen Lage mit ihren Flüchtlingsströmen. J. M. Coetzee hat ein fiktives Land mit sozialistischen Ansätzen erdacht, das jedem seiner Bürger einen bescheidenen Lebensstandard gewährt und kaum Leistungsanforderungen stellt." Büchereule

12:19 24.10.2013

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