Alt und neu

Einblicke Dass die Menschen in Zeiten gesellschaftlicher Unsicherheit zu extremen Haltungen neigen, ist nichts neues. Doch auch hier ist die Gesamtlage etwas komplexer, als es zunächst scheint
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Foto: Odd Andersen/AFP/Getty Images

Wesentliches Moment

"Die Autoren schreiben: 'Wir konnten drei Gruppen mit ausgeprägter Islamophobie identifizieren. Für alle drei Gruppen ist die Identifizierung mit ihrer deutschen Herkunft ein wesentliches Moment ihres Stolzes auf sich selbst. Gleichzeitig misstrauen sie in hohem Maße dem ‹Staat› und seinen Institutionen. Damit hören die Gemeinsamkeiten zwischen den drei islamophoben Gruppen aber bereits auf.' Vielleicht kann man noch ergänzen: In allen drei Gruppen bilden die über 50jährigen die Mehrheit." Sozonline.de

Status und Sorge

"Den Hintergrund für die islamophoben Tendenzen dieser Menschen ist ein ausgeprägtes Gefühl von sozialer Statuskonsistenz, verbunden mit der Sorge, dass es ihnen in Zukunft schlechter gehen könnte. Man schaut zufrieden auf sein eigenes Leben und blickt selbstgerecht auf das Leben der anderen. Deshalb nennen wir diese Gruppe die verhärtet Selbstgerechten. Sie machen neun Prozent der Befragten aus." Indymedia.org

Im Vergleich

"Wenn Menschen den Anschluss an den durchschnittlichen Lebensstandard einer Gesellschaft verlieren, kann ihre Bindung an den allgemeinen Wertekonsens loser werden, der Abstand zur allgemein gültigen Gesellschaftsordnung größer. Teilhabechancen erscheinen dadurch möglicherweise eingeschränkt. Kann man sich bestimmte Dinge nicht mehr leisten, führt der Vergleich mit Freunden oder Arbeitskollegen dazu, dass der eigene Lebensstandard als defizitär wahrgenommen wird. Dies kann Rückzug, Scham und Resignation zur Folge haben, sodass sich diejenigen mit einem unterdurchschnittlichen Lebensstandard der Gesellschaft nicht voll und ganz zugehörig fühlen." Bundeszentrale für politische Bildung

16:49 13.10.2016

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