Grundsätzliche Problematik

Netzschau Texte zum Thema aus dem Netz: "Journalisten und Anwälte leben generell gefährlich in Russland, immer wieder gibt es neue Schreckensmeldungen über ermordete Journalisten, insbesondere wenn diese sich kritisch gegenüber dem Regime geäußert hatten."
Grundsätzliche Problematik
Natalia Kolesnikova/AFP/Getty Images

Kein Traumberuf


"Einen lesenswerten Bericht zum jüngsten Attentat auf Kaschin habe ich bei Süddeutsche.de gefunden – auch über die Reaktion von Medwedew & Co. Man mag die Aufforderung zur Aufklärung glauben oder nicht. Erschreckend ist die Zahl der Opfer, die etwa Wikipedia auflistet – mehr als 200 Journalisten seit 1993, wobei der Beitrag von Wikipedia nur bis 2009 geht. Der Beruf des Journalisten scheint mir nicht gerade ein Traumberuf in Russland zu sein – jedenfalls nicht dann, wenn man etwas kritischer hinterfragt." >> Digiversum


Solidarisches Sonderheft


"Ein dem Überfall auf den Journalisten Oleg Kaschin gewidmetes Sonderheft ist am Sonnabend in Moskau in einer Auflage von 10 000 Exemplaren erschienen. Das achtseitige Blatt wird gratis verteilt. An der Zeitung hatten Kollegen des Kommersant-Reporters aus Printmedien, News-Webseiten und Radio mitgearbeitet. Das Blatt informiert ausführlich über den Anschlag auf den Journalisten, legt diverse Versionen dar und veröffentlicht Kommentare und Meinungen." >> Rianovosti


Tätigkeitsverbunden


"Außerdem haben Aktivisten einiger Bewegungen und Mitarbeiter unterschiedlicher Medien vor dem Gebäude der Hauptverwaltung des Innenministeriums von Moskau eine Reihe der einzelnen Versammlungen mit der Forderung der möglichst schnellen Untersuchung des Angriffs auf Kaschin durchgeführt. Eine analoge Aktion sollte um 19:00 in Sankt-Petersburg vor dem Kaufhaus Gostiny Dwor anfangen. Die Motive des Attentats auf Oleg Kaschin wurden nicht festgestellt. Das Untersuchungsteam meint, dass der Angriff mit seiner professionellen Tätigkeit verbunden sein kann, dieselbe Version nennt auch die Verwaltung von 'Kommersant'." >> Medwedew Magazin


Weder noch?


"'In Russland gibt es weder Pressefreiheit noch Demokratie', sagt der Journalist Boris Reitschuster. Seit 1999 leitet er das Moskauer Büro des Nachrichtenmagazins 'Focus'. Reitschuster gilt als Kenner der russischen Innenpolitik und erfährt täglich am eigenen Leib, was es bedeutet, als kritischer Journalist aus Russland zu berichten." >> bpb


Image-Reklame


"Viele Journalisten berichten, dass sie in Zeiten finanzieller Not ihre Dienste an Politiker, Geschäftsleute oder kriminelle Strukturen verkaufen. Dmitri Poljanin vom Journalistenverband im Gebiet Swerdlowsk behauptet sogar: 'Das wichtigste Problem ist nicht der Mangel an Pressefreiheit, sondern die Korruption der Presse.' Image-Reklame bedeutet in Russland: Werbe-Artikel über Politiker oder Geschäftsleute zu Veröffentlichen, die der Leser aber nicht als PR-Material erkennt. Auch werden Journalisten dafür bezahlt, in ihren Artikeln einen politischen oder ökonomischen Gegner zu erniedrigen. Auch deshalb gelten Journalisten in der russischen Bevölkerung als käuflich. 'Journalisten sind unpopulär in der Bevölkerung', sagt Olga Tretjakowa von der Journalistikfakultät in Archangelsk." >> Technikjournal

18:02 25.07.2012

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