Mit wem man es zu tun hat

Netzschau Rezensionen aus dem Netz: "Immerhin wissen wir dank Roth nun genauer, mit wem wir es zu tun haben. Seine beklemmende Dokumentation ist Pflichtlektüre für nachdenkliche Demokraten."
Mit wem man es zu tun hat
Foto: Alexander Nemenov/AFP/Getty Images

Pflichtlektüre

"Putin und Schröder sind für Roth die Statthalter eines 'unheimlichen Imperiums', zu dem gar ein eigener, bewaffneter Geheimdienst gehöre. Von den Gazprom-Magnaten und ihren Freunden ist, gerade nach der Eröffnung der neuen Erdgas-Ostsee-Pipeline, auch Deutschland in hohem Maße abhängig. Immerhin wissen wir dank Roth genauer, mit wem wir es zu tun haben. Seine beklemmende Dokumentation ist Pflichtlektüre für nachdenkliche Demokraten und mündige Energie-Verbraucher." >> hr Online

Zu viele Fragen

"Manche Passagen in Roths Buch lesen sich wie Szenen aus einem Agententhriller. Zum Beispiel die Geschichte von William Felix Browder, einem angelsächsischen Großkapitalisten, der in Russland Geschäfte machen wollte und es bis in den Aufsichtsrat von Gazprom schaffte. Dort stellte er zu viele Fragen. Warum zahlte die Firma Stroitransgas für einen fast fünfprozentigen Anteil an Gazprom nur 2,5 Millionen Dollar, obwohl der Marktwert damals weit höher geschätzt wurde? Warum zahlte Gazprom für diese Anteile später 144 Millionen Dollar?" >> Spiegel Online

Der kleine Unterschied

"Allerdings gelingt es Roth überzeugend, das Unheimliche an Gazprom herauszuarbeiten, was das Unternehmen von 'normalen' Konzernen unterscheidet. Etwa dass der Konzern quasi eine eigene Armee und einen Nachrichtendienst unterhält, dass er in entscheidenden Positionen mit Verbündeten und Günstlingen des Kremls – also Putins – aus Geheimdienst und Politik durchsetzt ist, dass seine Entscheidungsträger innerhalb kürzester Zeit zu sagenhaftem Reichtum gelangen, dass einige der Zwischenfirmen des Konzerns Verbindungen ins Milieu der Organisierten Kriminalität in Russland unterhielten." >>Berliner Zeitung

Politik und Freundschaft

"Roth zeigt wie Altbundeskanzler Gerhard Schröder mit einigen Parteifreunden weltweit Politik macht im Sinne seines Freundes Putin, den er immer wieder als 'lupenreinen Demokraten' bezeichnet. Er fragt was die wirklichen Gründe dafür sind. Und er hat Insider getroffen, die erstmals bereit waren, über Machenschaften des Imperiums auszupacken. Welche politischen und wirtschaftlichen Netzwerke in Deutschland und Europa beherrscht Gazprom, und warum kuschen die europäischen Regierungen? In 'Gazprom – Das unheimliche Imperium' finden sich Antworten!" >> Die Wanderbühne

Alternative Optionen

 "Auch wenn es oft den Anschein macht, dass der Kampf vergeblich ist, kann man nicht genug an die Einhaltung der Menschenrechte appellieren, die inzwischen auch in Europa teilweise nicht respektiert werden, und zur Achtung der Ökologie und der Schonung der Umwelt aufrufen. Aber dies ist heutzutage nicht mehr alles. In einem separaten Kapitel eines Buches, wie es von Jürgen Roth verdienstvoll geschrieben wurde, wären gerade in einer Zeit stattfindender Atomausstiegsdebatten alternative Optionen zu erörtern, wie Europa sich von Gas aus Russland und der GUS und so vom Risiko, sich von Energie liefernden Staaten mit kriminellem Hintergrund erpressen zu lassen, befreien könnte." >> Osteuropa.ch

09:55 01.06.2012

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