Zweierlei Maß

Einblicke Aufgrund der rechtlichen Sonderstellung der Kirchen gelten für deren Arbeitnehmer andere Regeln. Viele betrachten dies, da die Einrichtungen größtenteils vom Staat finanziert werden, als Schieflage
Zweierlei Maß
Foto: Guido Bergmann/AFP/Getty Images

Sonderrechte

"Wer bei den Kirchen arbeiten will, muss den rechten Glauben haben. Und wer sich dadurch diskriminiert fühlt, kann nichts dagegen tun. Die Kirchen haben Sonderrechte: Sie dürfen diskriminieren. Die Sonderrechte stammen aus der Weimarer Verfassung und wurden ins Grundgesetz übernommen." Panorama

In Gottes Hand

"Zusammen sind die Kirchen nach dem Staat der zweitgrößte Arbeitgeber in Deutschland, doch Mitarbeiter in Diözesen und Diakonie haben weniger Rechte als Kollegen in anderen Wirtschaftszweigen. Ein uneheliches Kind kann leicht zum Kündigungsgrund werden." Spiegel Online

Hauptsache Christ

"Rund 1,3 Millionen Menschen arbeiten für die Kirche - zu deren Regeln. Wo die kirchliche Heirat zum Einstellungskriterium wird, haben Gewerkschaften nur wenig zu melden." FAZ.net

Ökonomische Akteure

"Auch die Kirchen sind, ob sie wollen oder nicht, ökonomische Akteure. Im Außendienst beten, seelsorgen und pflegen ihre Mitarbeiter. Im Innendienst bilanzieren und investieren Wirtschaftsexperten. Längst holen Bischöfe sich Rat bei Unternehmensberatern von McKinsey. Mönche produzieren Liköre, Seifen oder Süßwaren für die Produktlinie »Gutes aus Klöstern«. Diakone gründen Unternehmen. Gemeinden lernen das Fundraising. " Zeit Online

Weiterleitungen

"Die Kirchen leben längst nicht nur von der Kirchensteuer. Das meiste Geld, das Bischöfe und Pfarrer ausgeben, kommt vom säkularen Staat. Vieles fließt aber nicht unmittelbar an die Kirchen als Körperschaften, sondern an Hilfswerke, Bildungseinrichtungen und Stipendienprogramme." FAZ.net

Zweierlei Maß

"Die Kirchen geben sich gerne fürsorglich. Nicht ganz so besorgt sind sie allerdings, wenn es um die eigenen Angestellten geht: Die Kirchen sparen die Basis kaputt." Süddeutsche.de

09:53 10.01.2013

Buch der Woche: Weitere Artikel


Recht und Geld

Recht und Geld

Leseprobe "Und stellten fest, dass die Kirche der Träger des Kindergartens ist, dass sie Personal aussucht, ihm kündigt und sich bevorzugt für katholische Kinder entscheiden kann, dass sie ihn aber gar nicht finanziert."
Gesellschaft und Soziales

Gesellschaft und Soziales

Biographie Die Journalistin Eva Müller beschäftigt sich, vor allem für die ARD, schon seit Jahren mit Themen aus dem Grenzgebiet zwischen Wirtschaft und Sozialem. Auch dieses Buch entstand im Umfeld einer Reportage
Umfassende Einblicke

Umfassende Einblicke

Netzschau Texte zum Thema und Rezensionen aus dem Netz: "Die Fälle, sowohl in der katholischen wie in der evangelischen Kirche, sind genau recherchiert. Die an den Konflikten Beteiligten kommen selbst zu Wort."