Klischee und Praxis

Einblicke Mutter- und Elternschaft werden in der Öffentlichkeit fast ausschließlich als etwas rein positives und Glück spendendes gesehen. Dass es dabei auch durchaus fundamental negative Aspekte gibt, wird zumeist totgeschwiegen
Klischee und Praxis
Nikolay Doychinov/AFP/Getty Images

Schon abstinent


"Die englische Autorin Helen Walsh fiel mit einem Erstling auf, der eine ungeschönte Beschreibung von Sex, Parties und Drogen bot. Wir trafen sie in Berlin und vernahmen eine Sprache, die das Ergebnis vieler Nächte in dubioser Liverpooler Gesellschaft und vieler Nachmittage in der Universitäts-Bibliothek ist." >> Süddeutsche.de


Ohne Drama bleibt die Tinte trocken


"Helen Walsh hat ein neues Buch geschrieben. In ihrem Debutroman 'Millie' arbeitete sie ihre Jugend in Liverpool auf, die bestimmt wurde von Drogen und Sex. Das Werk wurde ein Bestseller. Nun hat sie ein neues Buch geschrieben. In 'Ich will schlafen' hat sie sich wieder ein schwieriges Terrain gesucht. Beim academicworld-Interview schien sie ziemlich aufgeweckt." >> Academic World


Blues oder Depression?


"Wochenbettdepressionen sind Depressionen, die bei Frauen in der Zeit nach einer Entbindung auftreten. In der Fachsprache werden auch die Begriffe postpartale oder postnatale Depressionen verwendet. Die Ursachen von Baby Blues und leichten Wochenbettdepressionen sind vor allem die veränderte Lebenssituation, die hormonelle Umstellung sowie die Reizüberflutung, der Schlafmangel und die fehlende Ruhe. Zu schwerwiegenderen Wochenbettdepressionen kommt es, wenn zusätzlich soziale Unterstützung fehlt, Probleme in der Partnerschaft bestehen oder eigene Erwartungen bezüglich der Mutterrolle zu hoch sind und dann nicht erfüllt werden können." >> 9Monate.de


Hilflos wie ein Stück Fleisch


"Nathalie N., 26 Jahre alt, hatte sich so auf die Geburt ihres Sohnes Nicholas, ihres ersten Kindes, gefreut. Aber seit der Entbindung vor sechs Monaten rauben ihr Albträume den Schlaf, beim Gedanken an die Niederkunft beuteln sie quälende Erinnerungen. Kontakte mit anderen Müttern vermeidet sie möglichst, Lebensfreude und positive Zukunftsperspektiven sind verloren gegangen." >> Medical Tribune


Nicht nur Frauen


"Vater zu werden, stellt das bisherige Leben auf den Kopf. Überraschungen und Enttäuschungen bleiben dabei nicht aus. Das ist ganz normal. Gelingt es nicht, sich auf die veränderte Lebenssituation einzustellen, können Gefühle der Niedergeschlagenheit und Versagensängste jedoch überhandnehmen. Depressive Verstimmungen machen sich durch erhöhte Reizbarkeit, Erschöpfung und Schlafstörungen sowie Gefühle der Freudlosigkeit, Antriebs- und Konzentrationsschwäche bemerkbar. Manchmal klagen betroffene Väter auch darüber, dass sie keine tiefen Vatergefühle entwickeln. Von depressiven Verstimmungen nach der Geburt sind mehr Väter betroffen als bisher angenommen: Eine Auswertung von über 40 internationalen Studien kam 2010 zu dem Ergebnis, dass etwa zehn Prozent der Väter während der Schwangerschaft und des ersten Lebensjahres ihres Kindes depressive Beschwerden erlebten. Damit treten in dieser Zeit depressive Beschwerden etwa doppelt so häufig auf wie in anderen Lebensphasen." >> Familienplanung.de

18:05 25.07.2012

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