Bild und Öffentlichkeit

Biographien Nicolas Berggruen ist zwar in Deutschland hauptsächlich im Kontext der Karstadt-Problematik ein Thema, weltweit ist er jedoch eher auf dem Gebiet der Politikberatung bekannt
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Foto: Verlag/Pere Virgili

Nicolas Berggruen (* 10. August 1961 in Paris) ist ein deutsch-amerikanischer Finanzinvestor. Berggruen ist Gründer und geschäftsführender Inhaber der Berggruen Holdings, einer auf langfristigen Direktinvestitionen spezialisierten Finanzholding. Sein Vermögen wurde vom Forbes Magazine im März 2013 auf 2 Milliarden Dollar geschätzt. In den 2000er-Jahren verlagerte er seine Investitionen in Sachwerte und orientierte seine Interessen dabei auf langfristige Projekte. Seit 2009 arbeitet er mit dem Nicolas Berggruen Institute on Governance (NBI) überwiegend in der Politikberatung.

Nach Gesprächen mit Brian Walker (Politik) und Brian Copenhaver (Philosophie), Professoren der University of California gründete er 2009 das überparteilich ausgerichtete Nicolas Berggruen Institute (NBI). Anlässlich einer Konferenz in Berlin erweiterte er im Oktober 2012 den Institutsnamen in Nicolas Berggruen Institute on Governance, einem Think Tank zur Politikberatung, in dem ehemalige Regierungschefs, bekannte Unternehmer und Wirtschaftswissenschaftler tätig sind. In vergleichenden Studien sollen neue politische Ideen entwickelt werden, die auf den Vorteilen der westlichen und asiatischen Welt beruhen. Diese Ideen sollen weltweit Regierungen und Bürgerinitiativen zugutekommen. Ende 2010 erweiterte er sein Institut mit einem überparteilichen Beirat, dem NBI 21st Century Council ("Rat für das 21. Jahrhundert"), der sich aus ehemals führenden Politikern aus vielen Ländern zusammensetzt wie etwa Felipe González, Gerhard Schröder und Fernando Cardoso. Als Berater stellten sich unter anderem die Wirtschaftsexperten Amartya Sen, Alain Minc und Joseph E. Stiglitz zur Verfügung.

Als erstes konkretes Projekt soll ein Think Long Committee For California ("Komitee für langfristiges Denken für Kalifornien") helfen, die kalifornische Wirtschaft wieder zu beleben und die staatliche Schuldenlast abzubauen. Hierzu konnte Berggruen die Unterstützung ehemals hochrangiger US-Politiker aus der Republikanischen und der Demokratischen Partei gewinnen, so etwa Willie Brown, Condoleezza Rice und George P. Shultz sowie von Unternehmern wie Eric Schmidt und Eli Broad.

Die erste Sitzung des NBI 21st Century Council fand im November 2010 im Google-Hauptquartier mit Eric Schmidt als Gastgeber statt. Drei Vorschläge hatte der Beirat bis Januar 2011 für Kalifornien bereits durchsetzen können: Haushaltsüberschüsse werden für schlechtere Zeiten thesauriert, Bürgerbegehren und Volksabstimmungen sind nur noch zulässig, wenn die Finanzierung ihrer Ziele sichergestellt ist. Die Verabschiedung des Staatshaushalts erfordert nun nur noch eine einfache parlamentarische Mehrheit und nicht mehr die Zweidrittelmehrheit.

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Nathan Gardels ist Herausgeber von New Perspectives Quarterly. Auf der Homepage der Publikation findet sich auch eine ausführliche Biographie (in englischer Sprache). 

Im März 2013 erschien in Die Welt ein Artikel Gardels zum Thema "Stillstand der Demokratie".

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Teile dieses Textes basieren auf dem Artikel Nicolas Berggruen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung).

10:39 13.06.2013

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