Begriff und Inhalt

Einblicke Die Begriffe "Good Governance" oder "Intelligent Governance" kommen zwar in jüngster Zeit, gerade auch im Kontext der Globalisierung, immer wieder auf – klar definiert sind sie jedoch nicht
Begriff und Inhalt
Foto: Sean Gallup/Getty Images

Verständnis und Handeln

"Good Governance wird häufig mit 'gute Regierungsführung', 'gute Staats­führung' oder auch 'verantwortungs­volle Regierungs­führung' über­setzt. Ein umfassendes Verständnis von Good Governance geht jedoch über das Handeln von Regierungen hinaus und bezieht das Verhältnis zu staat­lichen und nicht­staat­lichen Akteuren mit ein: Der Begriff 'Governance' umfasst die Art und Weise, wie in einem Staat Entscheidungen getroffen, politische Inhalte formuliert und umgesetzt werden. Die Förderung von Good Governance bedeutet, in den Partner­ländern der Entwicklungs­zusammen­arbeit die politischen Rahmen­bedingungen für eine erfolg­reiche soziale, ökologische und markt­wirtschaft­liche Entwicklung zu schaffen." BMZ

Prinzipien und Beteiligung

"Good Governance steht für leistungsfähige politische Institutionen sowie einen verantwortungsvollen Umgang des Staates mit politischer Macht und öffentlichen Ressourcen. Im Kern geht es um das Zusammenspiel von Demokratie, Sozial- und Rechtsstaatlichkeit. Damit geht Good Governance über den staatlichen Bereich hinaus und schließt auch alle anderen Akteure aus Wirtschaft und Gesellschaft mit ein. Handlungsleitend für Good Governance sind die Menschenrechte sowie rechtsstaatliche und demokratische Prinzipien, wie zum Beispiel die gleichberechtigte politische Beteiligung aller. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Bedürfnissen von Schwachen." GIZ

Theorie und Praxis

"Zehn Gipfeltreffen, zahllose internationale Konferenzen: Im vergangenen Jahr hätte eine neue globale Ordnung für Kapitalmärkte, Handel und Umweltpolitik entstehen können. Warum bloß ist das nicht gelungen?" Zeit Online

Ziele und Förderung

"Die neu entfachte Diskussion über die Rolle des Staates und die Förderung von Demokratie und Menschenrechten als eigenständige Ziele haben in der sechsten UN-Entwicklungsdekade die politische Dimension von Entwicklung in den Mittelpunkt gerückt. Mit dem Scheitern der großen Theorien (Modernisierungs- und Dependenztheorien) offenbarte sich, dass die Probleme weder Modernisierungsrückständen, noch ausschließlich dem Weltwirtschaftssystem anzulasten waren. Auf die Fragen, warum sich bestimmte Länder entwickeln und andere nicht, was Entwicklungsgesellschaften zusammenhält und was zum Auseinanderbrechen von Staaten führt, gab es keine allgemeingültigen Antworten." Bundeszentrale für politische Bildung

Konzept und Anwendung

"'Good governance', also 'verantwortliche Regierungsführung', hat besonders im Rahmen der Strategien und Programme von Weltbank und Internationalem Währungsfonds Bedeutung erlangt, da es den Rahmen für Strukturanpassungsmodelle liefert. Emma Murphy, Dozentin an der Universität Durham, ordnet den Begriff in die weltweiten Bemühungen ein, die Auswirkungen der Globalisierung auf allen Ebenen der sozioökonomischen Organisation zu erfassen." Internationale Politik

10:39 13.06.2013

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