Plädoyer für eine neue Streitkultur

Zum Buch Ralf Schuler betont die Gefahr, die in der Pauschalisierung von rechten und konservativen Aussagen als "Populismus" liegt. Er verfasst zehn Thesen für eine Erneuerung der Streitkultur, um den Populismus zurück in die Mitte der Gesellschaft zu holen
Plädoyer für eine neue Streitkultur

Foto: Tolga Akmen/AFP/Getty Images

Populismus – ein Wort ebenso so unpräzise wie die Kontroversen, in denen es Verwendung findet. Ralf Schuler will durch sein Buch den Populismus zurück in die Mitte der Gesellschaft holen. Doch warum ist dies überhaupt von Bedeutung? Per Definition versteht man unter Populismus eine opportunistische Politik, die durch ihre vermeintliche Volksnähe und die Dramatisierung der politischen Lage, das Ziel verfolgt, die Massen für ihr Anliegen zu gewinnen. Dies ist eine Entwicklung, die sich in Europa immer weiter verbreitet: Populistische Parteien, sowohl am rechten als auch am linken Rand, halten Einzug in die nationalen Parlamente und können so für ihr politisches Vorhaben werben. Dies wurde zuletzt beim Brexit besonders deutlich. Der Erfolg dieser Art von Parteien resultiert vor allem aus der Tatsache, dass sich die etablierten Volksparteien mit den Ansichten ihrer politischen Gegner nicht auseinandersetzen. Schuler sieht in der Pauschalisierung von rechten und konservativen Aussagen als Populismus die Gefahr, dass in den Köpfen der Menschen Denkblockaden entstehen und den antidemokratischen politischen Rändern weiter Auftrieb gegeben wird. In seinem Buch entwickelt Schuler zehn Thesen für die Etablierung einer neuen Streitkultur. So gelingt es dem Autor, die Auseinandersetzung mit vermeintlich populistischen Ansichten wieder in das Bewusstsein der Gesellschaft zurückzuholen und die damit verbundene Diskussion voranzutreiben.

23:49 03.04.2019

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