Damals und heute

Netzschau Rezensionen und Stimmen aus dem Netz: "In seinem neuen Buch wendet sich Žižek wieder einem seiner liebsten Protagonisten zu, an dem er sich seit geraumer Zeit intellektuell abarbeitet."
Damals und heute
Foto: Vladimir Novikov/AFP/Getty Images

Reibungen

"Der Slowene Slavoj Žižek ist der Popstar der Philosophie – insbesondere in den englischsprachigen Medien ist er omnipräsent. In Deutschland ist er eher ein Feuilleton-Phänomen. Seine Theorien bewegen sich zwischen Lacan'scher Psychoanalyse, Hegelianischer Philosophie, marxistischer Gesellschaftskritik und dem politisch Unbewussten des Hollywoodkinos. Seine Publikationsliste ist kaum überschaubar – in seinem neuen Buch 'Lenin heute' wendet er sich wieder einem seiner liebsten Protagonisten des 20. Jahrhunderts zu, an dem er sich seit geraumer Zeit intellektuell abarbeitet." Deutschlandfunk Kultur

Gewagte Dialektik

"Der slowenische Philosoph Slavoj Zizek, ein eigenständiger Kopf in der europäischen Linken, setzt mit einer gewagten Dialektik zur Verteidigung Lenins an. Er denkt und stützt Lenin von Stalin her und versucht, das Kalte-Kriegs-Schema aufzubrechen, das schlicht uralte Russland-Phobien auf Stalin überträgt, gleichsam in einem negativen Personenkult. (...) Zizek moralisiert nicht. Eher kann seine Argumentation als Kritik an einer linken Sentimentalität verstanden werden, die einen guten, authentischen Sozialismus von den Schrecken des bösen Stalinismus absetzen möchte." Telepolis

Nun also?

"Slavoj Žižek beschäftigt sich in seinem neuen Buch mit keinem Geringeren als Lenin, was angesichts des 200 Jahre Geburtstags von Karl Marx genauso angesagt ist, wie der den Westen überraschende positive Erinnerungsboom, den Stalin derzeit in Rußland erfährt. Oder war das nie anders? Nun also Lenin." Weltexpresso

Bitter nötig

"Noch einmal zurück zu Lenin und was wir heute von ihm lernen können. In seinem Testament, schrieb dieser zusehends verzweifelt gegen Stalin an, der seiner Empfehlung nach seinen Posten besser verlieren sollte. Lenins Argument war aber nicht die falsche politische Linie Stalins, sondern die Tatsache, dass dieser keine Manieren habe, unzivilisiert sei. Und eben dies, also Zivilisierung, ist etwas, so Žižek, das wir in der Ära der Trumps und Höckes bitter nötig haben." der Freitag Community

14:50 01.11.2018

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