Offener Blick

Netzschau Rezensionen aus dem Netz: "Sie verklärt nichts, wie es in Betroffenenbüchern manchmal der Fall ist, sondern lässt auch Raum dafür, dass es für manche ihrer Bekannten schwierig war, während der Psychose mit ihr umzugehen."
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Foto: Jeff J Mitchell/Getty Images

Gegen die Scham

"Sie glaubte, Mick Jagger sei ihr Vater und Kennedy ihr Onkel: Die Journalistin Christiane Wirtz hatte eine Psychose, die ihr Leben komplett zusammenbrechen ließ. In ihrem Buch 'Neben der Spur' schreibt sie über ihre Krankheit." Deutschlandfunk Kultur

Ein einziges Missverständnis

"Missverständnisse können enorm schmerzhaft sein. Diese Erfahrung kennt wohl jeder. Wenn jemand aber in eine Psychose gerät, lebt er in einem einzigen Missverständnis. Alle Wahrnehmungen werden durch einen Filter geschickt, der etwa zu der Gewissheit führen kann, dass andere nur Böses im Sinn haben. So erging es Clara Feldmann (Christiane Wirtz), die heute wieder völlig klar denken und beobachten kann. In ihrem Feature lässt sie ihre damalige Innensicht mit der Außensicht kollidieren. Sie erzählt von ihrer Psychose und lässt die zu Wort kommen, die sich gesorgt haben und hilflos waren: Freunde, Kollegen, Angehörige, Professionelle." SWR2

Spurensuche

"Sie hielt Mick Jagger für ihren Vater, John F. Kennedy für ihren Onkel. Christiane ist 34, als ihre erste Psychose auftritt. Die Diagnose: Schizophrenie. Sie bekommt Psychopharmaka, die sie aber eigenmächtig absetzt. So kommt es zu einem Rückfall. Da ist sie gerade nach Köln gezogen. Christiane lebt in ihrer eigenen Welt, bekommt nichts mehr auf die Reihe, ist komplett neben der Spur. Sie verliert ihren Job, die Wohnung, ihr Geld, Freunde – und kommt in die Psychiatrie. Heute geht es Christiane wieder gut und sie macht sich auf Spurensuche." WDR Frau tv

Offen und reflektiert

"Das zweite Buch, dessen Autorin mir im Video besonders sympathisch, offen und reflektiert erschien, kann ich ebenfalls empfehlen, auch wenn ich es selbst noch nicht gelesen habe. Christiane Wirtz versucht herauszufinden, was genau in ihrer Psychose geschah, vor allem aber auch, wie andere Menschen sie wahrgenommen haben. Sie hat die Menschen, denen sie in ihrer Psychose begegnet ist, aufgesucht und sie nach deren Eindruck von ihr befragt. Sie verklärt nichts, wie es in Betroffenenbüchern manchmal der Fall ist, sondern lässt auch Raum dafür, dass es für manche ihrer Bekannten schwierig war, während der Psychose mit ihr umzugehen. Vor allem den Untertitel finde ich großartig: Wenn die Psychose die soziale Existenz vernichtet. Darüber wird viel zu wenig geschrieben. Ich habe erlebt, wie auch meine Tochter ohne meine Hilfe an den Rand ihrer sozialen Existenz gekommen wäre. Darüber sollte man viel mehr wissen und es auch berücksichtigen, wenn Menschen sich weigern, sich behandeln zu lassen. Bestimmt sehr lesenswert, ich freue mich schon auf das Buch." Angehörigenblog

Nicht witzig

"Christiane Wirtz hielt sich für die Tochter von Mick Jagger und die Nichte von John F. Kennedy. Klingt witzig, ist es aber nicht. Denn sie leidet an Schizophrenie und lebt während ihrer Psychosen in einer Wahnwelt. Dadurch hat sie nicht nur ihr soziales Umfeld immer wieder vor den Kopf gestoßen, sondern auch fast ihre Existenz verloren. Nur die Zwangseinweisung in die Psychiatrie konnte ihr helfen." health tv

15:59 21.06.2018

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