Ende gut, alles gut?

Netzschau Texte zum Thema aus dem Netz: "Allein die Tatsache, dass der Senatspräsident der Freien Hansestadt Bremen eine Feier für einen Deserteur ausrichtet, sagt eine Menge aus über den gesellschaftlichen Wandel."

Wissen und Gewissen

"Ludwig Baumann, 1921 in Hamburg geboren, ist der letzte noch lebende Wehrmachtsdeserteur. Mit 19 Jahren wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. 1942 desertierte er, wurde gefangen genommen und wegen 'Fahnenflucht im Felde' zum Tode verurteilt. 'Ich hatte erkannt, dass es ein verbrecherischer, völkermörderischer Krieg war', erinnert er sich." WDR.de

Ein deutscher Held?

"Die NS-Justiz hatte ihn als Deserteur zum Tode verurteilt, nach dem Krieg wurde er als 'Volksschädling' und 'Verräter' beschimpft. Nun wird er zu seinem 90. Geburtstag geehrt: Ludwig Baumann hat sein Leben lang für die Rehabilitierung von Wehrmachtsdeserteuren und sogenannten Kriegsverrätern gekämpft." Spiegel Online

Nötige Aufarbeitung

"Im Herbst 1990 gründete Baumann mit 36 alten Männern – 'fast alle arm, fast alle gebrechlich' – die Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz e.V., der ein wissenschaftlicher Beirat zugeordnet wurde. Seither ist er als Handlungsreisender in Sachen Wiedergutmachung unterwegs. Den vielen Einladungen zu Vorträgen, Gedenkveranstaltungen, Podiumsdiskussionen und den Interviewwünschen in- und ausländischer Medien kann er kaum noch nachkommen. Die Ansprechpartner im Bundestag und in den Behörden lernten seine Beharrlichkeit schätzen oder fürchten." Zeit Online

Spät, aber doch

"Am 15. Mai 2001 wurde in der Gedenkstätte Buchenwald ein Gedenkstein für die Kriegsdienstverweigerer und Deserteure der Wehrmacht enthüllt. Damit wurden diese Menschen erstmals in Deutschland an einem Ort ihrer Verfolgung geehrt. Im Folgenden dokumentieren wir einen Text zum Hintergrund der Veranstaltung sowie die Rede eines Betroffenen: Ludwig Baumann." AG Friedensforschung

Spät, aber doch II

"Im Zentrum von Köln erinnert jetzt ein Denkmal an die Wehrmachtsdeserteure und Kriegsdienstverweigerer der Nazi-Zeit. (...) Der 87 Jahre alte Ludwig Baumann, der als Wehrmachtsdeserteur knapp der Hinrichtung entgangen war, zeigte sich bewegt. 'Für mich ist es natürlich ein Traum, der heute in Erfüllung geht.' Baumann hatte zehn Monate in einer Zelle auf seine Hinrichtung gewartet, ehe er von seiner Begnadigung erfuhr und in ein Strafbataillon kam." Merkur Online

00:44 10.04.2014

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